Bald wird jeder Mensch seinen Lieblingssong lernen können, auf jedem Instrument und mit jedem Kenntnisstand. Noten, Tabs oder eine Piano Roll stehen dann sofort bereit, zugeschnitten auf das, was man gerade braucht. Und einen inspirierten Moment aus einer Jamsession aufzuschreiben, wird genauso leicht sein, wie ihn zu improvisieren. An dieser Zukunft arbeitet Songscription und entwickelt dafür KI-Modelle, die Transkription und Arrangement von Musik automatisieren.
Mit dem Geld sollen weitere Instrumente und Notenformate dazukommen. Außerdem sollen Nutzer:innen Stücke automatisch leichter oder schwerer machen und so arrangieren lassen können, wie es für sie passt. Das langfristige Ziel ist eine Lern-App, die beim Spielen live Rückmeldung gibt und dabei hilft, jeden Song auf jedem Instrument zu lernen. Für Instrumentalist:innen, Lehrkräfte und Komponist:innen könnte das grundlegend verändern, wie sie Musik lernen, unterrichten und schreiben.
„Die meisten Musiker:innen finden nur schwer Noten zu den Songs, die sie wirklich spielen wollen, gerade seit Plattformen wie Spotify auch die Musik von Nischenkünstler:innen immer zugänglicher machen“, erklärt Andrew Carlins, Co-Founder und CEO von Songscription. „Mit KI schließen wir diese Lücke. Künstler:innen können jetzt sofort Noten zu ihren Songs erstellen, und ihre Fans können ihnen so auf neue Weise näherkommen.“
Vom maschinellen Lernen zum Lernen am Instrument
Das Prinzip ist einfach. Du lädst eine Audioaufnahme hoch, und die eigenen KI-Modelle von Songscription machen daraus automatisch Noten und MIDI, die das Gespielte genau wiedergeben. Im Moment funktioniert das für Klavier, Geige, Flöte, Gitarre, E-Bass und Trompete, weitere Instrumente sind in Arbeit.
Weil Songscription aus Audio genaue Noten macht, können Lernende und Musiker:innen in Sekunden Noten zu jedem Song erstellen, auch zu Nischensongs oder Stücken, für die sonst kaum Noten zu finden sind. Trainiert werden die Modelle mit gemeinfreiem Material und mit Material aus einzelnen Partnerschaften mit Künstler:innen und Musikunternehmen. Gleichzeitig arbeitet das Team mit internationalen Musikverlagen zusammen, um an vielfältigere Daten zu kommen.
„Ich bin ein großer Fan von Songscription, seit ich das Team zum ersten Mal getroffen habe“, sagt Elizabeth Moody, Advisor bei Songscription und Partner bei Granderson Des Rochers. „Ethik steht bei Songscription ganz oben. Wir arbeiten eng zusammen, um Verträge mit weiteren Unternehmen der Branche abzuschließen, auch mit großen Verlagen, damit der Dienst allen Beteiligten gerecht wird.“
Vom Jammen direkt in die Noten
Viele Stücke entstehen spontan, aus einer Melodie, die jemandem beim Songschreiben im Kopf herumgeht, oder bei einer gemeinsamen Jamsession. Songscription kann beim Komponieren zu einem wichtigen Werkzeug werden. Es hält solche Momente fest und macht daraus Noten und MIDI, die sich teilen und nachspielen lassen. Sobald Songscription eine ganze Band transkribieren kann und nicht nur ein einzelnes Instrument, wird es auch für Ensembles noch nützlicher.
„Songscription wird das Leben von Musiker:innen verändern“, sagt Bumblefoot. „Wer Gitarre spielt, dem geht es vor allem darum, an die Tabs zu kommen, und zwar an die richtigen. Dass Musiklehrer:innen und alle, die ein Instrument spielen, jetzt diese Unterstützung haben, ist phänomenal. Selbst wir Profis sparen damit Stunden, wenn wir herausfinden wollen, was wir vor Jahren auf unseren Alben gespielt haben. Das ist ein echter Gamechanger.“