Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden zur Wahl des passenden Transkriptionstools.
Vorweg ein offenes Wort: Wir entwickeln Songscription und sind bei diesem Vergleich also nicht neutral. Trotzdem wollen wir so ehrlich wie möglich bleiben, auch da, wo Chordify die bessere Wahl ist. Du probierst beide Tools am Ende sowieso selbst aus und ziehst deine eigenen Schlüsse. Wir können dir aber ein klares Bild davon geben, was die beiden tatsächlich machen.
Fang mit der Frage an, die du eigentlich hast. Willst du die Akkorde kennen, um mitzuspielen? Oder willst du die Töne aufgeschrieben haben, um sie zu lesen und dir genauer anzusehen? Für das Erste ist Chordify gemacht, für das Zweite Songscription. Verglichen werden sie, weil sich beide einen Song anhören. Was du am Ende bekommst, ist aber etwas völlig anderes.
Die Verwechslung passiert oft. Jemand will einfach mitschrammeln und lädt sich ein komplettes Transkriptionstool herunter, oder jemand braucht die ausgeschriebenen Töne und hat am Ende ein Akkordblatt.
Was Chordify macht
Chordify erkennt Akkorde automatisch. Du fügst einen YouTube-Link ein oder lädst eine Datei hoch, und Chordify ermittelt die Akkordfolge. Die siehst du dann auf einer Zeitleiste, die im Takt der Musik mitläuft. Angezeigt werden Akkordnamen und Griffdiagramme für Gitarre, Klavier und Ukulele, damit du Akkorde schlagen oder begleiten kannst. Mit einem bezahlten Abo kommen ein Akkordblatt als PDF, eine Loop-Funktion und eine MIDI-Datei dazu, die nur die Akkordfolge enthält.
Die Melodie und Noten im Notensystem bekommst du bei Chordify nicht. Es stehen keine Töne auf Notenlinien, kein Rhythmus ist ausgeschrieben, und es gibt keine einzelnen Tonhöhen für ein Instrument. Chordify zeigt dir die Harmonien, die unter dem Song laufen, und den Rest überlässt es deinem Gehör. Spielst du Rhythmusgitarre oder singst du und suchst eine Begleitung, passt das genau. Musst du die tatsächlichen Töne lesen können, ist es das falsche Werkzeug.
Was Songscription macht
Songscription transkribiert automatisch. Es hört sich eine Aufnahme an und schreibt die Töne als Noten und in eine Piano Roll. Du lädst Audio hoch, fügst einen Link ein oder nimmst direkt über das Mikrofon auf, und die KI erstellt daraus Noten, die du lesen, bearbeiten und als PDF, MIDI, MusicXML oder Guitar Pro exportieren kannst. Klavier deckt Songscription besonders gründlich ab, dazu kommt eine Reihe weiterer Instrumente. Akkorde erkennt es dabei gleich mit, und die Akkordsymbole stehen dann über den ausgeschriebenen Noten statt für sich allein. Wenn du genau wissen willst, was das Klavier oder die Gitarre gespielt hat, bist du hier richtig.
Im direkten Vergleich
| Chordify | Songscription | |
|---|---|---|
| Hauptaufgabe | Akkorde erkennen, um mitzuspielen | Töne als Noten transkribieren |
| Ergebnis | Akkordblatt und Diagramme auf einer Zeitleiste | Noten im Notensystem, Piano Roll, Akkordsymbole |
| Melodie und genaue Töne | Nein | Ja |
| Export | Akkordblatt als PDF, MIDI nur mit Akkorden | PDF, MIDI, MusicXML, Guitar Pro |
| Am besten geeignet für | Akkorde schlagen oder begleiten | Die Musik lesen, genauer ansehen und bearbeiten |
Welches Tool passt zu dir?
Es kommt darauf an, was du am Ende vor dir haben willst. Mit Akkorden auf einer Zeitleiste spielst du schnell los, die Melodie und die genauen Tonhöhen musst du dir aber selbst heraushören. Ausgeschriebene Noten zeigen dir das ganze Bild, verlangen dafür aber auch mehr vom Transkriptionstool.
- Du spielst Gitarre und willst mitjammen. Dafür kommst du mit Chordify schneller ans Ziel.
- Du brauchst die Melodie, die Basslinie oder die Klavierstimme ausgeschrieben. Das geht nur mit einer Transkription. Songscription schreibt die Töne auf und nicht bloß die Akkorde.
- Du willst ein Leadsheet. Ein Leadsheet besteht aus der Melodie plus Akkordsymbolen, und das bekommst du aus einer vollständigen Transkription, nicht aus einem Akkordblatt. Songscription erkennt die Akkorde zusammen mit den ausgeschriebenen Noten, ein Upload liefert dir also beides.
- Du willst verstehen, wie ein Song gebaut ist. Die Akkordnamen verraten dir die Harmonie. An den Tönen siehst du, wie genau diese Harmonie gegriffen und gespielt wurde, und da fängt die eigentliche Analyse an.
Wenn Akkorde zu dem gehören, was du suchst, erklärt unser Leitfaden zum Heraushören von Akkorden aus einer Aufnahme, wie du dabei vorgehst. In unserem Artikel darüber, was ein Leadsheet ist, liest du, warum die meisten Musiker:innen Melodie und Akkorde zusammen haben wollen. Und wenn du die ausgeschriebenen Töne brauchst, fang mit einer Transkription von Audio in Noten an.
Häufige Fragen
Was ist Chordify?
Chordify erkennt Akkorde automatisch. Es hört sich einen Song über einen YouTube-Link oder eine hochgeladene Datei an und zeigt die Akkorde auf einer Zeitleiste, die im Takt mitläuft. So kannst du direkt dazu spielen. Dazu gibt es Griffdiagramme für Gitarre, Klavier und Ukulele. Die Melodie schreibt Chordify aber nicht aus, und Noten im Notensystem erstellt es auch nicht. Mit einem bezahlten Abo bekommst du zusätzlich ein Akkordblatt als PDF und einen MIDI-Export, der nur die Akkorde enthält.
Bekomme ich bei Chordify Noten?
Nein. Chordify zeigt Akkordnamen und Diagramme auf einer Zeitleiste, keine Noten im Notensystem. Es gibt keine Melodiestimme, keinen ausgeschriebenen Rhythmus und keine Transkription einzelner Töne. Wenn du richtige Noten willst, bei denen die Töne im Notensystem stehen, brauchst du ein Transkriptionstool wie Songscription. Das schreibt die Töne auf, die in der Aufnahme wirklich gespielt werden.
Soll ich Chordify oder Songscription nehmen?
Das hängt davon ab, was du am Ende in der Hand haben willst. Nimm Chordify, wenn du zu einem Song Akkorde schlagen oder ihn begleiten willst und dir die Akkorde dafür reichen. Nimm Songscription, wenn du Noten, eine Piano Roll oder die genauen Töne für ein Instrument brauchst. Das Ergebnis kannst du als PDF, MIDI, MusicXML oder Guitar Pro exportieren. Chordify beantwortet die Frage, welche Akkorde in einem Song stecken. Songscription beantwortet, welche Töne darin stecken.
Kann Songscription auch Akkorde erkennen?
Ja. Songscription erkennt die Akkorde bei einer vollständigen Transkription gleich mit. Du bekommst die Akkordsymbole also zusammen mit den ausgeschriebenen Noten. Das ist praktisch, wenn du aus einem einzigen Upload beides willst: die Akkorde zum Mitspielen und die Töne, die darunter liegen.