AnleitungMusiktranskriptionAndrew Carlins•7 Min. Lesezeit

Stems trennen, bevor du einen Song transkribierst

In einem dichten Mix spielen alle Instrumente gleichzeitig und überlagern sich, und genau das macht das Transkribieren schwer. Trennst du die Aufnahme vorher in Stems, also in Gesang, Drums, Bass und den Rest, kannst du einen sauberen Part nach dem anderen transkribieren. Das lohnt sich vor allem bei vollen Aufnahmen, bei spärlich besetzten kannst du es dir meistens sparen.

Ein Song wird vor dem Transkribieren in Gesang, Drums, Bass und weitere Parts getrennt, damit sich jeder Part einzeln sauber transkribieren lässt

Teil unseres Guides zum Transkribieren einer ganzen Band.

Spielt in einer Aufnahme nur ein Instrument, ist das Transkribieren ziemlich unkompliziert. Schwierig wird es bei einem kompletten Mix, in dem Gesang, Gitarren, Bass und Drums gleichzeitig und in denselben Frequenzbereichen spielen. Trennst du die Aufnahme vorher in Stems, also eine Datei pro Part, hast du von jedem Instrument eine saubere Version, die du für sich transkribieren kannst. Nötig ist das nicht immer. Wenn sich Parts aber gegenseitig verdecken, entscheidet es darüber, ob die Transkription der Musik folgt oder alles zu einem Brei verschmiert.

Was Stem-Separation ist

Stem-Separation zerlegt einen fertigen Mix wieder in seine Parts. Ein Modell, das darauf trainiert ist, jede Art von Klangquelle zu erkennen, holt den Gesang auf eine Spur, die Drums auf eine zweite und den Bass auf eine dritte und fasst den Rest zusammen. Statt einer gemischten Aufnahme hast du dann ein paar einzelne Audiodateien. Fehlerfrei ist das nicht. Meistens hört man in jedem Stem ein bisschen Übersprechen von den anderen Instrumenten. Ein Part für sich ist aber viel leichter zu hören und zu transkribieren als derselbe Part, der sich im kompletten Mix gegen alles andere durchsetzen muss. Wenn dir das Thema neu ist, erklärt der Artikel Was ist Stem-Separation? genauer, wie die Modelle funktionieren.

Wann es hilft und wann du es lassen kannst

Greif zur Stem-Separation, wenn der Mix dicht ist und du den gewünschten Part mit dem Ohr kaum herausfischen kannst. Was du selbst nicht sauber hörst, fällt auch einer Transkription schwer. Das klassische Beispiel ist eine Gitarrenwand über einer Rhythmusgruppe, die ständig in Bewegung ist. Weglassen kannst du sie, wenn die Aufnahme ohnehin spärlich besetzt ist, etwa bei einem Solo-Klavier-Take oder einer einzelnen Gesangslinie. Da bringt das Trennen einen Schritt mehr, aber keine zusätzliche Klarheit. Songscription braucht überhaupt keine Stems. Du kannst einen kompletten Mix transkribieren und dich dabei auf ein Instrument konzentrieren. Sieh die Stem-Separation also als Werkzeug, das du bei vollen Aufnahmen herausholst, und nicht als festen ersten Schritt. Was dafür spricht, die ganze Band auf einmal oder einen Part nach dem anderen zu transkribieren, findest du unter Transkription pro Instrument oder in einem Durchgang.

So trennst du Stems

Mehrere Tools können das gut, und sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Open-Source-Modelle wie Demucs und Spleeter laufen auf deinem eigenen Rechner und kosten nichts. Das passt, wenn du sie einmal einrichtest und dann viele Songs am Stück bearbeitest. Web-Tools wie LALAL.ai und Moises trennen einen Track im Browser, ohne dass du etwas installieren musst, und eignen sich für den schnellen Einzelfall. Der Ablauf ist bei allen gleich: Du gibst den kompletten Song hinein, bekommst getrennte Dateien für Gesang, Drums, Bass und den Rest zurück und hörst dir den Part an, den du transkribieren willst. So merkst du, ob er sauber genug ist, um damit zu arbeiten. Beurteile ein Tool nach dem Part, auf den es dir ankommt, und nicht nach dem Durchschnitt über alle Stems.

Die Stems in Noten transkribieren

Hast du saubere Stems, transkribierst du sie einen nach dem anderen. Lass den Gesangs-Stem durch Songscription laufen, um die Melodie zu bekommen, den Bass-Stem für die Basslinie und so weiter. So arbeitet die Transkription bei jedem Part mit einem klaren Signal statt mit einem überladenen. Danach setzt du die Parts in einem Notenprogramm zu Noten für die ganze Band zusammen. Auf diesem Vorgehen, Part für Part, baut der ganze Guide zur Transkription mehrerer Instrumente auf. Willst du es für ein bestimmtes Instrument genauer wissen, geht der Guide zur Instrumententranskription nacheinander Klavier, Gitarre, Bass, Bläser, Gesang und Drums durch.

Häufige Fragen

Muss ich die Stems trennen, bevor ich einen Song transkribiere?

Nicht immer. Bei einem Soloinstrument oder einer spärlich besetzten Aufnahme transkribierst du das Audio direkt. Stem-Separation hilft bei einem dichten Mix, in dem sich mehrere Instrumente überlagern, weil die Transkription dann mit dem saubereren Signal eines einzelnen Parts arbeiten kann. Songscription braucht keine Stems. Du kannst auch einen kompletten Mix transkribieren und dich auf ein Instrument konzentrieren. Zur Stem-Separation greifst du erst, wenn sich Parts gegenseitig verdecken.

Was macht Stem-Separation?

Sie nimmt einen fertigen Mix und zerlegt ihn wieder in seine Bestandteile, meist Gesang, Drums, Bass und alles Übrige. Das übernimmt ein Modell, das darauf trainiert ist, jede Quelle aus der Mischung herauszuholen. Am Ende hast du mehrere Audiodateien, eine pro Part. Perfekt ist das nicht, oft hört man leises Übersprechen von anderen Instrumenten. Einen getrennten Part transkribierst du trotzdem viel leichter als denselben Part, der im kompletten Mix untergeht.

Welches Tool nehme ich zum Trennen der Stems?

Mehrere Tools können das gut. Open-Source-Modelle wie Demucs und Spleeter laufen lokal auf deinem Rechner, Web-Tools wie LALAL.ai und Moises trennen einen Track direkt im Browser. Jedes davon liefert dir die isolierten Parts, die du danach transkribierst. Ob dir etwas Lokales und Kostenloses lieber ist oder ein schneller Upload, entscheidest du selbst. Das Ergebnis misst du daran, wie sauber der Part klingt, der dich interessiert.

Wie bekomme ich nach dem Trennen der Stems Noten für die ganze Band?

Transkribiere jeden Stem einzeln und füge die Parts danach zusammen. Lass erst den Gesangs-Stem, dann den Bass-Stem und so weiter nacheinander durch Songscription laufen. So bekommst du für jeden Part saubere Noten, die du anschließend in einem Notenprogramm zu Noten für die ganze Band zusammensetzt. Weil du Part für Part transkribierst statt alles auf einmal, wird jeder Part genau. Auf diesem Ansatz baut auch der Guide zum Transkribieren mehrerer Instrumente auf.

Fang am besten mit dem Part an, der in deinem Song am wichtigsten ist. Lade eine Aufnahme bei Songscription hoch und transkribiere einen sauberen Part nach dem anderen.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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