Lade deine Jazzcombo-Aufnahme in Songscription hoch und wähle „Mehrere Instrumente“. In einem Durchlauf schreibt Songscription für jedes erkannte Instrument eine eigene Stimme auf, etwa für Klavier, Tenorsaxophon, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug. Du bekommst eine Partitur mit mehreren Notenzeilen und eine MIDI-Datei mit einer Spur pro Instrument. Danach vergleichst du jede Stimme mit der Aufnahme. Für eine möglichst saubere Sololinie transkribierst du das Soloinstrument noch einmal einzeln. Die Bläserstimmen transponierst du vor dem Drucken.
So werden aus einer Aufnahme in wenigen Minuten lesbare Stimmen, statt dass du ein Wochenende lang mit einem Looper daran sitzt. Für Swing-Feel und die Feinheiten eines improvisierten Solos brauchst du am Ende weiterhin dein Gehör. Wo du genauer hinhören solltest, ergibt sich beim Prüfen der einzelnen Stimmen.
Was bekommst du aus einer Jazzcombo-Aufnahme?
Mit „Mehrere Instrumente“ entsteht aus einem Upload eine Partitur mit einer Notenzeile für jedes erkannte Instrument. Dazu kommt eine MIDI-Datei, in der jedes Instrument seine eigene Spur hat. Beim Klavier stehen linke und rechte Hand getrennt im Klaviersystem. Wenn du die Akkordwechsel mitlesen möchtest, kann Songscription auch Akkordsymbole aus der Aufnahme erkennen.
Songscription erkennt die Instrumente, die in einer Combo vorkommen: Klavier, E-Piano, Orgel und Vibraphon; Kontrabass und E-Bass; Trompete, Posaune und andere Blechblasinstrumente; Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon, Klarinette und Flöte; Gitarre, Gesang und Schlagzeug. Für Gesang entsteht eine einzelne Gesangsspur. Exportieren kannst du PDF, MIDI und MusicXML für MuseScore, Sibelius, Finale oder Dorico.
Schritt 1: Eine passende Aufnahme auswählen
Nimm die sauberste Aufnahme des Stücks, die du finden kannst. Eine Studioaufnahme mit ausgewogenem Mix lässt sich besser transkribieren als ein Handyvideo vom hinteren Ende eines Clubs. Auch ein Quartett lässt sich sauberer erfassen als ein Septett mit drei Blasinstrumenten in derselben Lage. Du kannst eine Audiodatei in MP3, WAV, FLAC, AAC oder M4A oder ein Video hochladen. Links von YouTube, TikTok und Instagram kannst du direkt einfügen.
Live-Aufnahmen funktionieren ebenfalls. Songscription verarbeitet den kompletten Live-Mix, ohne dass du ihn vorher in Stems aufteilen musst. Wenn eine lange Konzertaufnahme zu verwaschen klingt, kürze sie auf den saubersten Chorus, also einen vollständigen Durchlauf der Form. Oft eignet sich das Thema oder ein Klaviersolo, bei dem es im Raum ruhig ist. Unser Überblick über die besten Tools zum Transkribieren von Live-Aufnahmen geht näher auf Live-Audio ein.
Probiere zunächst einen Ausschnitt von 30 Sekunden aus. Genau diese Länge deckt die kostenlose Version ab. Für ganze Stücke gibt es eine 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte.
Schritt 2: Mehrere Instrumente transkribieren
Wähle in der Instrumentenauswahl „Mehrere Instrumente“ und starte die Transkription. Wenn sie fertig ist, spiele die Noten zusammen mit der Aufnahme bei geringerer Wiedergabegeschwindigkeit ab und verfolge jeweils ein Instrument. Die Noten sind ein brauchbarer erster Entwurf: Die Stimmen stehen da, und du prüfst sie nun einzeln.
Fang bei Bass und Schlagzeug an. Sie geben Form und Timing vor. Wenn diese Stimmen stimmen, lassen sich die übrigen leichter prüfen.
Was prüfst du in den einzelnen Stimmen?
Bei jedem Instrument gibt es typische Stellen, an denen Fehler auftreten können. Hör zuerst auf Basstöne und Oktavlagen, dann auf Klavier-Voicings, gemeinsam geführte Bläserlinien und schließlich den Schlagzeug-Groove. Fehler kannst du im Editor in der Notenansicht oder in der Piano Roll korrigieren. Du kannst auch Annie, die Assistentin im Editor, in deinen eigenen Worten um eine Änderung bitten, etwa die Basslinie eine Oktave tiefer zu setzen oder eine Wiederholung mit erster und zweiter Wiederholungsklammer einzufügen.
| Stimme | Was Songscription erstellt | Was du prüfst |
|---|---|---|
| Kontrabass | Eine Bassstimme mit eigener Notenzeile und MIDI-Spur | Oktavlagen, von der Kickdrum verdeckte Töne und chromatische Annäherungstöne |
| Klavier | Linke und rechte Hand im Klaviersystem | Innenstimmen dichter Voicings und Begleitrhythmen |
| Bläser | Eine Stimme für jedes erkannte Saxophon, jede Trompete oder Posaune | Einstimmige oder mehrstimmige Themen und Töne, die bei Bläsern in derselben Lage der falschen Stimme zugeordnet wurden |
| Schlagzeug | Eine Schlagzeugstimme | Ride-Muster, Hi-Hat auf 2 und 4 und die Position der Fills |
Walking Bass
Prüfe zuerst die Walking-Bass-Linie, die das Grundgerüst der Transkription bildet. Sie besteht meist aus Viertelnoten und lässt sich deshalb gut lesen. Der Kontrabass klingt allerdings tief und kann mit der Kickdrum und der linken Hand am Klavier verschwimmen. Hör auf Töne, die in der falschen Oktave stehen, und auf die chromatischen Annäherungstöne vor jedem neuen Akkord. Gerade diese Töne geben einer Walking-Bass-Linie ihren Jazzklang.
Klavierbegleitung
Beim Comping, der rhythmischen Akkordbegleitung am Klavier, gibt es besonders viel zu prüfen. Du bekommst beide Hände im Klaviersystem. Zusammen mit den Akkordwechseln reicht das oft schon aus, um das Stück am Klavier zu begleiten. Bei Voicings ohne Grundton und engen Clustern kann ein Ton aus einer Innenstimme fehlen. Vergleiche das notierte Voicing deshalb mit den Akkordwechseln und hör es dir in der Aufnahme an. Unsere Anleitung zum Transkribieren von Jazzklavier-Akkorden erklärt genauer, wie du Voicings in den Noten prüfst.
Themen und Soli der Bläser
Bei den Bläserstimmen prüfst du zwei verschiedene Dinge. Das Thema, also die komponierte Melodie am Anfang und Ende des Stücks, wird meist unisono oder in einfacher Mehrstimmigkeit gespielt. Es ist der Teil, den deine Band am häufigsten aus den Noten spielen wird. Prüfe ihn deshalb genau. Wenn Saxophon und Trompete eng beieinander in derselben Lage spielen, kann ein Ton in der falschen Bläserstimme landen. Verschiebe ihn im Editor in die richtige Notenzeile. Danach kommen die Soli, für die es weiter unten einen eigenen Schritt gibt.
Ride und Hi-Hat im Schlagzeug
In einer Jazz-Schlagzeugstimme sind das Ride-Muster, die Hi-Hat auf den Zählzeiten 2 und 4 sowie die Positionen von Fills und Akzenten besonders wichtig. Vergleiche sie mit der Aufnahme und lass beim Rest Spielraum. Am Schlagzeug werden die Noten meist gelesen, um der Form und den gemeinsamen Akzenten zu folgen. Nicht jeder begleitende Snare-Ton muss darin stehen. Eine übersichtliche, vereinfachte Schlagzeugstimme ist deshalb meist nützlicher als eine, die jeden gespielten Ton enthält.
Eine möglichst saubere Sololinie bekommen
Transkribiere das Soloinstrument noch einmal einzeln. Wähle Saxophon, Trompete, Flöte, Klavier, Gitarre, Bass oder Kontrabass. Das Modell hört dann nur auf dieses Instrument und lässt den Rest der Band außer Acht. So bekommst du eine sauberere Sololinie als aus der gemeinsamen Transkription. Das lohnt sich, wenn du das Solo Ton für Ton studieren möchtest.
Ersetze anschließend die Solostimme in deinen Noten durch diese Version oder behalte sie als eigene Transkription. Unsere Anleitung zum Transkribieren eines Jazzsolos beschreibt die Arbeit danach: Phrasen in Schleife anhören, nachsingen und Artikulation und Feel nach Gehör ergänzen. Die Transkription einzelner Instrumente ist außer beim Klavier noch in der Beta-Phase. Prüfe das Solo deshalb genauso wie die Combo-Transkription.
Stimmen für B- und Es-Instrumente transponieren
Die Transkription entsteht in klingender Notation. Das passt für Klavier, Bass und die gemeinsame Partitur; für Blasinstrumente brauchst du dagegen transponierte Stimmen. Trompete und Tenorsaxophon sind B-Instrumente. Die Trompetenstimme wird eine große Sekunde höher notiert, die Tenorsaxophonstimme eine große None höher. Alt- und Baritonsaxophon sind Es-Instrumente. Ihre Stimmen werden eine große Sexte höher notiert, beim Baritonsaxophon kommt noch eine Oktave dazu.
Das Transponieren geht direkt in Songscription. Bitte Annie, die Assistentin im Editor, zum Beispiel: „Transponiere die Trompetenstimme um eine große Sekunde nach oben“ oder „Transponiere die Altsaxophonstimme um eine große Sexte nach oben“. Beim Tenorsaxophon bittest du erst um eine große Sekunde und dann um eine Oktave nach oben. Annie kann Vorzeichen passend zur neuen Tonart enharmonisch umdeuten. Jede Änderung lässt sich rückgängig machen. Wenn du lieber eine Partitur in klingender Notation behalten und daraus transponierte Einzelstimmen drucken möchtest, exportiere MusicXML und stelle in MuseScore, Sibelius oder Dorico für jede Notenzeile das Instrument ein.
Prüfe vor dem Drucken die Tonartvorzeichnung jeder Stimme. Ein Stück, das klingend in B steht, muss für Trompete in C und für Altsaxophon in G notiert sein. Im Artikel Transponierende Instrumente erklärt findest du die vollständige Übersicht. Dazu gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Alt- und Tenorsaxophon und Trompete.
Ein Leadsheet aus der Combo-Aufnahme erstellen
Wenn deine Band aus Leadsheets statt aus ausgeschriebenen Einzelstimmen spielt, kann Songscription die Aufnahme auch als Leadsheet arrangieren: eine Melodie auf einer Notenzeile mit Akkordsymbolen darüber. Aus diesem Format spielen die meisten Jazzmusiker:innen. Du kannst damit schnell ein Stück in deine Notensammlung aufnehmen, für das es noch keine veröffentlichten Noten gibt.
Nutze die vollständige Combo-Partitur, wenn du die tatsächlich gespielten Stimmen brauchst, etwa eine bestimmte Basslinie, einen mehrstimmigen Bläsersatz oder die Schlagzeugakzente. Ein Leadsheet passt, wenn du Melodie und Akkordwechsel brauchst und alles andere improvisieren möchtest.
Was prüfst du nach Gehör?
Swing-Feel, Artikulation und die Feinheiten der Improvisation prüfst du als Jazzmusiker:in selbst. Die Transkription liefert die Töne und lesbare Rhythmen. Wie weit die Achtel hinter dem Puls liegen sollen, wo eine Ghostnote hingehört oder ob eine Tonhöhenbeugung beabsichtigt war, entscheidest du nach Gehör.
Jazznoten werden üblicherweise mit gleich langen Achteln und einer Swing-Angabe geschrieben. Prüfe deshalb, wie bewegte Rhythmen notiert wurden, und vereinfache Stellen, die komplizierter aussehen, als sie klingen. Auch bei den Akkordsymbolen lohnt sich ein genauer Blick: Dasselbe Voicing kann zwei verschiedene Akkordnamen haben. Du brauchst den, der zur Harmonie des Stücks passt. Dafür musst du nicht die ganze Aufnahme von Grund auf nach Gehör transkribieren. Songscription übernimmt das aufwendige Aufschreiben der Töne. So hast du Zeit für die Stellen, an denen du musikalisch entscheiden musst.
Häufige Fragen
Wie transkribiere ich eine Jazzensemble-Aufnahme in einzelne Stimmen?
Lade die Aufnahme in Songscription hoch und wähle „Mehrere Instrumente“. Du bekommst eine Partitur mit einer eigenen Stimme für jedes erkannte Instrument, etwa Klavier, Saxophon, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug, sowie eine MIDI-Datei mit mehreren Spuren. Vergleiche jede Stimme im Editor mit der Aufnahme. Für eine möglichst saubere Sololinie transkribierst du das Soloinstrument noch einmal einzeln. Anschließend kannst du PDF, MusicXML oder MIDI exportieren.
Bekomme ich für jedes Instrument der Jazzcombo eine eigene MIDI-Spur?
Ja. Mit „Mehrere Instrumente“ entsteht für jedes erkannte Instrument eine eigene MIDI-Spur. Klavier, Bläser, Bass und Schlagzeug liegen damit in deiner DAW jeweils auf einer separaten Spur. Du kannst eine MIDI-Datei aus den Noten herunterladen, die den geschriebenen Stimmen folgt, oder die unverarbeiteten MIDI-Daten der Transkription. Diese behalten das freie Timing und die Anschlagstärken der Aufnahme bei und bewahren damit mehr vom Spielgefühl der Band.
Kann KI eine Jazz-Live-Aufnahme transkribieren?
Ja. Songscription verarbeitet den kompletten Live-Mix direkt. Du musst ihn vorher nicht in Stems aufteilen und kannst eine Datei oder einen YouTube-Link verwenden. Am besten eignet sich ein sauberer Mitschnitt vom Mischpult oder eine ausgewogene Clubaufnahme. Publikumsgeräusche, viel Hall und mehrere Instrumente im selben Tonbereich machen mehr Nacharbeit nötig. Wenn eine lange Live-Aufnahme verwaschen klingt, kürze sie auf einen möglichst sauber aufgenommenen Chorus, also einen vollständigen Durchlauf der Form.
Erfasst die Transkription auch Swing-Feel und Improvisation?
Songscription erfasst die gespielten Töne und Rhythmen, auch improvisierte Soli, und schreibt sie als lesbare Noten auf. Swing-Feel, Ghostnotes, Scoops und das lockere Zusammenspiel der Rhythmusgruppe prüfst und ergänzt du als Jazzmusiker:in nach Gehör. Songscription übernimmt das aufwendige Aufschreiben der Töne; die stilistischen Entscheidungen triffst du.
Wie mache ich aus der Transkription Stimmen für B-Trompete und Es-Altsaxophon?
Transkribiere zuerst in klingender Notation und transponiere anschließend jede Bläserstimme für das jeweilige Instrument. Trompete, Tenorsaxophon und Klarinette werden eine große Sekunde höher notiert, das Tenorsaxophon zusätzlich eine Oktave höher. Beim Altsaxophon ist es eine große Sexte. Bitte Annie, die Assistentin im Editor, jede Bläserstimme um das passende Intervall zu transponieren, und prüfe vor dem Drucken die Tonartvorzeichnung. Du kannst auch MusicXML exportieren und die Instrumente in MuseScore, Sibelius oder Dorico einstellen.
Vom Entwurf zu spielbaren Stimmen
Eine Combo nach Gehör zu transkribieren gehört für viele zum Jazzlernen dazu. Bei einem Solo, das du selbst spielen möchtest, lohnt sich diese Arbeit weiterhin. Wenn du Stimmen für eine Band brauchst, Noten zu einem bisher unveröffentlichten Stück erstellen oder das Zusammenspiel einer Rhythmusgruppe untersuchen möchtest, sparst du mit einer vollständigen Transkription aller Stimmen Zeit. Du bekommst die Stimmen auf einmal und kannst gezielt die Stellen prüfen, bei denen du nach Gehör nacharbeiten musst.
Der Ablauf bleibt überschaubar: ein Durchlauf mit „Mehrere Instrumente“ für die Band, ein weiterer mit dem einzelnen Soloinstrument, jede Stimme prüfen und zum Schluss die Bläserstimmen transponieren. Für ein Stück, das deine Band spielen möchte, kannst du hier deine Combo mit „Mehrere Instrumente“ transkribieren.