Teil unseres Leitfadens zum Transponieren eines Songs in jede Tonart.
Das Saxophon ist ein transponierendes Instrument. Spielt jemand am Saxophon klingend notierte Noten so, wie sie dastehen, also eine Klavierstimme, eine Gesangslinie oder ein Leadsheet, kommt alles in der falschen Tonart raus. Damit es passt, verschiebst du die Töne um ein festes Intervall, und welches das ist, hängt vom Instrument ab. Alt- und Baritonsaxophon stehen in Es, fürs Altsaxophon transponierst du die klingenden Töne also eine große Sexte nach oben. Tenor- und Sopransaxophon stehen in B. Eine Tenorstimme liegt deshalb eine große None über der klingenden Tonhöhe, das ist eine Oktave plus eine große Sekunde. Stimmt das Intervall, passt die Stimme zur Aufnahme.
So weit die Kurzfassung. Was „transponierendes Instrument“ eigentlich heißt, welches Intervall jedes Saxophon genau braucht und in welchem Tonumfang deine Stimme bequem liegt, steht in den Abschnitten unten. Dort findest du auch eine Abkürzung über die Tonartvorzeichnung, mit der du nicht jeden Ton einzeln verschieben musst, und ganz am Ende den schnellen Weg, bei dem du die Stimme automatisch in der richtigen Tonart bekommst und gar nichts ausrechnen musst.
Warum das Saxophon nach klingenden Noten falsche Töne spielt
Die meisten Noten, die du findest, sind klingend notiert. Klavier, Gitarre, Gesang und Flöte spielen den Ton, der dasteht, ein notiertes C klingt also als C. Beim Saxophon ist das anders. Als transponierendes Instrument klingt es immer um einen festen Abstand anders, als es notiert ist. Liest jemand am Altsaxophon ein notiertes C, klingt ein Es. Am Tenorsaxophon klingt dasselbe notierte C als B. Dieser Abstand steckt im Instrument selbst und bleibt immer gleich.
Das hat einen guten Grund. Alle Saxophone haben dieselben Griffe. Wer Altsaxophon gelernt hat, kann also ein Tenor- oder Baritonsaxophon in die Hand nehmen, und die notierten Töne liegen unter denselben Fingern. Dafür klingt jede Größe in einer anderen Tonart. Im Notenbild sieht man davon nichts, weil jedes Instrument in seiner eigenen Stimmung notiert wird.
Für die Praxis ist die Folge einfach. Gibst du jemandem am Saxophon deine Klavierstimme oder ein klingend notiertes Leadsheet und wird das so gespielt, wie es dasteht, ist jeder Ton verschoben, und das Ganze beißt sich mit der Aufnahme. Die Stimme muss also vorher in die Stimmung des Instruments transponiert werden. Falls notierte und klingende Tonhöhe für dich neu sind, erklärt unser Artikel Was ist Transposition? das Prinzip von Grund auf.
Welches Intervall jedes Saxophon braucht
Die Saxophonfamilie teilt sich in zwei Stimmungen, und nach der Stimmung deines Instruments richtet sich das Intervall. Die klingende Tonhöhe ist der Ton, den du wirklich hörst, und genau den liefert dir eine Transkription. Alle Intervalle unten gehen deshalb von der klingenden Tonhöhe nach oben zur notierten Stimme.
- Alt (Es): eine große Sexte nach oben. Setz jeden klingenden Ton eine große Sexte höher. Aus einem klingenden C wird ein notiertes A.
- Bariton (Es): eine große Sexte plus eine Oktave nach oben. Das Bari steht in derselben Stimmung wie das Alt, klingt aber eine Oktave tiefer. Von der klingenden Tonhöhe aus notierst du also eine große Sexte höher und dann noch eine Oktave darüber.
- Tenor (B): eine große None nach oben. Das ist eine Oktave plus eine große Sekunde. Aus einem klingenden C wird ein notiertes D, eine Oktave höher. Einfach gesagt setzt du jeden Ton einen Ganzton höher und schreibst ihn eine Oktave höher.
- Sopran (B): eine große Sekunde nach oben. Das Sopran steht in derselben Stimmung wie das Tenor, aber eine Oktave höher. Es liegt also nur eine große Sekunde, einen Ganzton, über der klingenden Tonhöhe, ohne zusätzliche Oktave.
Das Muster ist leicht zu erkennen: Die beiden Es-Instrumente Alt und Bariton haben dasselbe Intervall im Abstand einer Oktave, und bei den B-Instrumenten Tenor und Sopran ist es genauso. Leg dich vor dem Transponieren auf ein Instrument fest, denn eine Stimme fürs Altsaxophon liegt auf dem Tenor an der falschen Stelle. Einen ausführlicheren Vergleich der Familie findest du in unserem Leitfaden zum Arrangieren eines Songs für Saxophon. Dort geht es auch darum, wie du eine Linie für das Instrument formst und welches Saxophon zu deinem Song passt.
Von Hand transponieren und mit der Tonartvorzeichnung abkürzen
Der lange Weg geht Ton für Ton, du verschiebst also jede Tonhöhe um das Intervall deines Instruments. Beim Altsaxophon denken viele lieber eine kleine Terz nach unten und dann eine Oktave nach oben. Du landest auf demselben notierten Ton wie mit der großen Sexte, siehst ihn aber in den Notenlinien leichter. Beim Tenorsaxophon setzt du jeden Ton einen Ganzton höher und schreibst ihn eine Oktave höher. Sorgfältig von Hand transponiert ist das Ergebnis exakt. Es dauert nur lange, und bei den Vorzeichen vertut man sich schnell.
Schneller geht es, wenn du zuerst die Tonartvorzeichnung transponierst und die Töne dann in der neuen Tonart liest. Ausgehend von der klingenden Tonart gilt:
- Alt und Bariton: drei Kreuze dazu. Aus C-Dur ohne Vorzeichen wird A-Dur mit drei Kreuzen. Aus B-Dur wird G-Dur. Drei Kreuze dazu und drei Bes weg ist dieselbe Rechnung.
- Tenor und Sopran: zwei Kreuze dazu. Aus C-Dur wird D-Dur mit zwei Kreuzen. Aus B-Dur wird C-Dur. Auch hier sind zwei Kreuze dazu dasselbe wie zwei Bes weg.
Steht die neue Vorzeichnung, verschiebst du jeden Ton nur noch um die passende Zahl von Stammtönen in der Tonleiter, und die meisten Kreuze und Bes erledigt die Vorzeichnung für dich. Achte dabei gleich darauf, dass die notierte Linie in einem bequemen Tonumfang bleibt. Alle Saxophone haben ungefähr denselben notierten Tonumfang, vom tiefen B unter den Notenlinien bis etwa zum hohen F darüber. Noch höher liegt das Altissimo-Register für Fortgeschrittene. Bleibst du in diesem Bereich, liest sich deine Stimme auf jedem Saxophon der Familie ganz natürlich. Wenn du die Arbeit lieber einem Tool überlässt, vergleicht unsere Übersicht über kostenlose Tools zum Transponieren die Möglichkeiten.
Die Stimme automatisch in der richtigen Tonart
Wenn du deinen Nachmittag nicht mit Intervallrechnen verbringen willst, kannst du dir das sparen. Mit Songscription kommst du auf zwei Wegen zu einer Saxophonstimme in der richtigen Stimmung.
Der erste ist der Arrangement-Modus. Er ist der schnellste Weg, wenn du von einer Aufnahme ohne Saxophon ausgehst. Lad den Song hoch und wähl ein Arrangement für Saxophon. Wir schreiben dann die Melodie als Saxophonsolo aus und transponieren sie automatisch in die richtige Tonart für das Instrument, das du auswählst, also um die große Sexte fürs Alt oder die große None fürs Tenor. Die Stimme kommt spielfertig zurück, und du musst kein Intervall selbst ausrechnen. Brauchst du danach eine andere Tonart, verschiebst du mit der Transponierfunktion im integrierten Editor deine kompletten Noten dorthin, wo du sie haben willst.
Der zweite Weg passt, wenn schon ein Saxophon die Linie spielt, die du brauchst. Transkribier zuerst die vorhandene Stimme und verschieb sie dann mit der Transponierfunktion im Editor in die Stimmung deines Instruments. Wie das Transkribieren geht, zeigt unser Artikel darüber, wie aus einer Saxophonmelodie Noten werden. Auf beiden Wegen kannst du die Piano-Roll-Wiedergabe langsamer stellen, ohne dass sich die Tonhöhe ändert, und so einen kniffligen Lauf nachprüfen. Einzelne falsche Töne korrigierst du direkt im Browser. Zum Schluss exportierst du ein PDF zum Spielen oder MusicXML, wenn du in MuseScore, Sibelius oder Dorico weiterarbeiten willst. Transponierst du nicht für einen Bläsersatz, sondern für Schüler:innen, bringst du eine Stimme auf dieselbe Weise in eine leichtere Tonart. Mehr dazu steht in unserem Artikel zum Transponieren in eine leichtere Tonart für Schüler:innen.
Häufige Fragen
Wie transponiere ich einen Song für Altsaxophon?
Nimm die klingenden Töne, also das, was auf dem Klavier gespielt oder gesungen wird, und setz jeden eine große Sexte höher. Das ergibt dasselbe wie eine kleine Terz nach unten und danach eine Oktave nach oben, und so erkennen es viele im Notenbild leichter. Bei der Tonartvorzeichnung kommen zur klingenden Tonart drei Kreuze dazu, aus C-Dur wird also A-Dur. Das Baritonsaxophon steht in derselben Stimmung, klingt aber eine Oktave tiefer als das Altsaxophon.
Um welches Intervall transponiere ich für Tenorsaxophon?
Eine Tenorstimme liegt eine große None über der klingenden Tonhöhe, also eine Oktave plus eine große Sekunde. In der Praxis setzt du jeden klingenden Ton einen Ganzton höher und schreibst ihn eine Oktave höher, damit er gut in den Notenlinien liegt. Bei der Tonartvorzeichnung kommen zwei Kreuze dazu, aus C-Dur wird also D-Dur. Das Sopransaxophon steht ebenfalls in B, liegt aber eine Oktave über dem Tenor und damit nur eine große Sekunde über der klingenden Tonhöhe.
Warum spielt mein Saxophon nach Klaviernoten in der falschen Tonart?
Weil das Saxophon ein transponierendes Instrument ist und Klaviernoten klingend notiert sind. Spielt jemand am Saxophon ein notiertes C, klingt kein C: Beim Altsaxophon hörst du ein Es, beim Tenorsaxophon ein B. Spielt jemand am Saxophon eine Klavier- oder Gesangsstimme so, wie sie dasteht, ist jeder Ton verschoben. Die Stimme muss deshalb erst in die Stimmung des Instruments transponiert werden, bevor sie zur Aufnahme passt.
Kann Songscription eine Stimme automatisch für Saxophon transponieren?
Ja. Im Arrangement-Modus von Songscription kannst du jeden beliebigen Song nehmen. Die Melodie wird als Saxophonsolo ausgeschrieben, auch wenn im Original gar kein Saxophon vorkommt, und automatisch in die richtige Stimmung für das Instrument transponiert, das du auswählst, Alt oder Tenor. Du kannst auch eine vorhandene Linie transkribieren und sie mit der Transponierfunktion im Editor verschieben, oder du exportierst MusicXML und transponierst in MuseScore, Sibelius oder Dorico zu Ende.
