AnleitungNotenAndrew Carlins•9 Min. Lesezeit

Kostenlose Tools, mit denen du jeden Song transponierst

Wer einen Song transponieren wollte, musste ihn früher von Hand neu schreiben oder ein Notenprogramm kaufen. Heute gibt es eine Handvoll kostenloser Möglichkeiten. Jede davon transponiert allerdings etwas anderes, und diesen Unterschied solltest du kennen, bevor du dich für eine entscheidest.

Vergleich kostenloser Tools zum Transponieren, von Pitch-Shiftern für Audio über MIDI-Transponierer bis zu Programmen, die Noten in eine neue Tonart umschreiben

Dieser Artikel gehört zu unserem Überblick über die besten Tools für Musiktranskription und Noten.

Transponieren heißt, Musik von einer Tonart in eine andere zu bringen, und dafür gibt es ziemlich viele Lösungen. Nur bedeutet „transponieren“ bei Audio, MIDI und Noten jeweils etwas anderes, und welches Tool passt, hängt davon ab, womit du arbeitest. Ein Pitch-Shifter, der Audio umstimmt, ist etwas anderes als ein Programm, das Noten in einer neuen Tonart neu schreibt. Wer zum falschen greift, verschwendet Zeit.

Für jedes Ausgangsmaterial gibt es kostenlose Tools, die du kennen solltest. Willst du alles an einer Stelle erledigen, gibt es das Tool zum Transponieren von Noten von Songscription. Damit bringst du hochgeladene MusicXML- und MIDI-Dateien direkt in jede Tonart, und MusicXML kannst du kostenlos hochladen. Aufnahmen transkribiert es außerdem zu Noten, die du genauso transponieren kannst.

Was „Transponieren“ eigentlich heißt

Hinter dem Wort stecken drei verschiedene Vorgänge:

  • Tonhöhe von Audio verschieben. Du nimmst eine Aufnahme und verschiebst die Tonhöhe bei der Wiedergabe nach oben oder unten, ohne dass sich das Tempo ändert. Das hilft, wenn du in einer anderen Tonart mitsingen oder eine Aufnahme an dein Instrument anpassen willst.
  • MIDI transponieren. Die MIDI-Noten wandern um eine bestimmte Zahl von Halbtönen nach oben oder unten. Das geht mechanisch und exakt, und der Aufbau der Datei bleibt gleich.
  • Noten transponieren. Das Stück wird in einer neuen Tonart neu geschrieben. Die Noten wandern, die Tonartvorzeichnung ändert sich, die Versetzungszeichen werden neu berechnet, und am Ende liest sich alles sauber, statt voller umständlicher enharmonischer Schreibungen zu stecken.

Das sind unterschiedliche Aufgaben, und ein Tool, das eine davon gut löst, ist bei den anderen selten genauso gut. Entscheide danach, womit du anfängst und was du am Ende brauchst.

Kostenlose Pitch-Shifter für Audio

Transponieren und Bearbeiten direkt in Songscription

Wenn du dir in Songscription eine Transkription ansiehst, kannst du in der Piano Roll transponieren. Dabei verschieben sich das Audio der Wiedergabe und die angezeigten Noten gemeinsam. Wer singt und denselben Song in einer neuen Tonart hören will, sieht so gleich, wie sich die Noten mitändern. Du kannst die Noten dort auch direkt bearbeiten: Hände neu zuordnen, falsche Noten korrigieren, Notenwerte anpassen und dann in der neuen Tonart wieder exportieren. Einen Umweg über ein anderes Tool brauchst du dafür nicht. Das Transponieren verändert nichts dauerhaft, deine ursprüngliche Transkription bleibt also erhalten.

Audacity

Audacity ist ein kostenloser Open-Source-Audioeditor, in dem das Verschieben der Tonhöhe schon eingebaut ist. Mit dem Effekt „Tonhöhe ändern“ transponierst du, ohne das Tempo zu verändern. Die Oberfläche ist nicht gerade hübsch, das Ergebnis aber zuverlässig, und die transponierte Aufnahme kannst du als neue Datei exportieren. Genau richtig ist Audacity, wenn du eine Aufnahme dauerhaft transponieren und offline nutzen willst.

MIDI kostenlos transponieren

MIDI ist der einfachste Fall. Die Daten sind exakt, und wenn du Noten um eine bestimmte Zahl von Halbtönen verschiebst, kommt jedes Mal dasselbe heraus. Jede DAW kann das, jedes Notenprogramm mit MIDI-Import auch, und die meisten Online-MIDI-Editoren ebenfalls.

Noten kostenlos transponieren

Noten transponieren mit Songscription

Das Tool zum Transponieren von Noten arbeitet mit deinen eigenen Dateien. Du lädst eine MusicXML- oder MIDI-Datei hoch, die Noten erscheinen im Browser, und mit einer einzigen Einstellung bringst du das ganze Stück in eine neue Tonart. Tonartvorzeichnung und Versetzungszeichen werden dabei neu geschrieben. MusicXML lädst du kostenlos hoch. Über die Wiedergabe hörst du dir die neue Tonart an, bevor du als PDF, MusicXML oder MIDI exportierst. Die meisten Transponierer im Web verschieben nur Noten, die in ihrem eigenen Editor entstanden sind. Hier lädst du dagegen deine eigene Datei direkt hoch. PDFs und Scans kann das Tool allerdings nicht lesen. Dafür bleibt nur MuseScore mit Noteneingabe von Hand oder der Weg über die Transkription der Aufnahme, den wir weiter unten beschreiben.

MuseScore

Unter den kostenlosen Programmen geht MuseScore beim Transponieren von Noten am gründlichsten vor. Du öffnest die Noten, wählst alles aus, gehst auf „Transponieren“ und suchst die neue Tonart aus. MuseScore schreibt dann das ganze Stück mit neuer Tonartvorzeichnung, korrekten Versetzungszeichen und sauberer enharmonischer Schreibung neu. Auch mit der Transposition einzelner Instrumente kommt es klar. Transponierst du eine Stimme für Trompete in B in klingende Notation, weiß MuseScore, dass die Trompete ein transponierendes Instrument ist, und passt die Stimme entsprechend an.

Flat.io und Noteflight

Das sind Notenprogramme im Browser, bei denen das Transponieren schon eingebaut ist. In den kostenlosen Versionen klappt einfaches Transponieren sauber. Praktisch sind sie, wenn du die transponierten Noten sofort teilen willst, statt eine Datei zu exportieren und per Mail zu verschicken.

Wenn du noch keine Noten hast

Wer einen Song nur als Aufnahme hat und ihn transponieren will, versucht manchmal stundenlang, einem Pitch-Shifter druckbare Noten abzuringen. Es klappt nur in umgekehrter Reihenfolge: Du transkribierst zuerst die Aufnahme und transponierst dann die Noten, die dabei entstehen. Mit dem Tool zum Transponieren von Noten von Songscription erledigst du inzwischen beide Schritte an einer Stelle. Du lädst die Aufnahme hoch oder fügst einen Link ein, die KI schreibt die Noten, und vor dem Export bringst du sie in deine Zieltonart. Am Ende hast du saubere Noten in der Tonart, die du brauchst, und keine tonhöhenverschobene Aufnahme, die du immer noch nicht lesen kannst.

Was für welchen Zweck passt

Wenn du singst und in einer anderen Tonart üben willst

Nimm einen Pitch-Shifter für Audio wie Audacity. Noten kannst du dir sparen, du willst ja üben und keine Noten vorbereiten.

Wenn du für dein Instrument transponierst

Hast du Noten, transponiert MuseScore auch für einzelne Instrumente richtig. Hast du nur eine Aufnahme, transkribierst du zuerst und transponierst danach. Mit MIDI erledigt jede DAW die Verschiebung. Instrumente wie die Trompete in B, die Klarinette in B und das Waldhorn in F sind in einer anderen Tonart notiert, als sie klingen, deshalb müssen ihre Stimmen erst verschoben werden, bevor alles zusammenpasst. Warum das so ist, steht in unserem Artikel über transponierende Instrumente. Schritt für Schritt zeigen wir außerdem, wie du einen Song für Trompete, für Klarinette und fürs Waldhorn transponierst.

Wenn du Stimmen für eine Session vorbereitest

Braucht jemand in der Session die Stimme in einer anderen Tonart als dein Demo, gehst du am saubersten über MIDI. Du transponierst das MIDI in deiner DAW, erzeugst aus dem transponierten MIDI die Noten und gibst die neuen Noten weiter. So lesen sie sich sauberer, als wenn du eine Stimme, die schon unsauber notiert war, auf Notenebene transponierst.

Zum Schluss

Beim Transponieren hilft dir das passende Tool mehr als das beste. Ein kostenloser Pitch-Shifter und ein kostenloses Notenprogramm können beide das richtig gut, wofür sie gebaut sind, und beide sind die falsche Wahl, wenn du das jeweils andere Problem lösen willst. Such dir das Tool nach deinem Ausgangsmaterial aus, also Audio, MIDI oder Noten, dann geht die Arbeit schnell. Passt beides nicht zusammen, kämpfst du die ganze Zeit gegen das Tool.

Für die meisten lohnt es sich, aus jeder Kategorie ein Tool griffbereit zu haben: einen Pitch-Shifter für Audio zum Üben, eine DAW oder einen MIDI-Editor zum Verschieben von MIDI und ein Notenprogramm, das Noten neu schreibt.

Häufige Fragen

Was heißt es eigentlich, Musik zu transponieren?

Hinter dem Wort stecken drei verschiedene Vorgänge. Ein Pitch-Shifter für Audio nimmt eine Aufnahme und verschiebt die Tonhöhe bei der Wiedergabe nach oben oder unten, ohne das Tempo zu ändern. Beim Transponieren von MIDI wandern die MIDI-Noten um eine bestimmte Zahl von Halbtönen, rein mechanisch und exakt. Beim Transponieren von Noten wird das Stück in einer neuen Tonart neu geschrieben: Die Tonartvorzeichnung ändert sich, die Versetzungszeichen werden neu berechnet, und das Ergebnis liest sich sauber. Ein Tool, das eins davon gut kann, kann die anderen selten genauso gut.

Mit welchem kostenlosen Tool transponiere ich Noten am besten?

Unter den kostenlosen Programmen geht MuseScore beim Transponieren von Noten am gründlichsten vor. Du öffnest die Noten, wählst alles aus, gehst auf „Transponieren“ und suchst die neue Tonart aus. MuseScore schreibt dann das ganze Stück mit der neuen Tonartvorzeichnung, korrekten Versetzungszeichen und sauberer enharmonischer Schreibung neu. Auch die Transposition einzelner Instrumente berücksichtigt es: Wenn du eine Stimme für Trompete in B in klingende Notation transponierst, passt MuseScore sie richtig an. Einfaches Transponieren klappt auch mit Flat.io und Noteflight im Browser sauber.

Wie transponiere ich einen Song, den ich nur als Aufnahme habe?

Versuch nicht, einem Pitch-Shifter druckbare Noten abzuringen. Es klappt in der umgekehrten Reihenfolge: erst die Aufnahme transkribieren, dann die Noten transponieren, die dabei entstehen. Die Transkription übernimmt Songscription, das Audio in Noten umwandelt. Die fertige MusicXML- oder PDF-Datei transponierst du danach in MuseScore in wenigen Sekunden. So hast du am Ende saubere Noten in deiner Zieltonart und keine tonhöhenverschobene Aufnahme, die du immer noch nicht lesen kannst.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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