AnleitungNotenAndrew Carlins•7 Min. Lesezeit

So transponierst du einen Song mit dem Kapodaster

Mit einem Kapodaster bringst du einen Song in eine andere Tonart, ohne neue Akkordgriffe zu lernen. Du klemmst ihn auf einen Bund, und deine offenen Akkorde klingen höher. Jeder Bund macht einen Halbton aus. Mit dem richtigen Bund findest du eine Tonart, die deiner Stimme gut liegt.

Kapodaster auf einer Gitarre. Jeder Bund hebt die offenen Akkordgriffe um einen Halbton.

Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden Songs in jede Tonart transponieren.

Mit einem Kapodaster bringst du einen Song schnell in eine andere Tonart, ohne einen einzigen neuen Akkord zu lernen. Du klemmst ihn auf einen Bund, die ganze Gitarre klingt höher, und die offenen Griffe, die du schon kannst, landen in einer anderen Tonart. Das ist praktisch, wenn ein Song in einer unbequemen Tonart voller Barré-Griffe steht oder wenn jemand den Song zum Singen höher braucht.

So verändert der Kapodaster die Tonart

Der Kapodaster drückt alle Saiten an einem Bund herunter und verkürzt sie damit, deshalb klingt die Gitarre höher. Jeder Bund entspricht einem Halbton. Sitzt der Kapodaster im 2. Bund, klingt alles einen Ganzton höher, also zwei Halbtöne. Deine Griffe bleiben dieselben, nur klingen sie jetzt in einer anderen Tonart. Die Rechnung ist einfach: Die klingende Tonart ist die Tonart deiner Griffe plus die Kapo-Position in Halbtönen. Spielst du offene Akkorde mit C-Griffen und setzt den Kapodaster in den 2. Bund, klingt der Song in D. Mit denselben C-Griffen im 4. Bund klingt er in E. Das ist genau der Tonartwechsel, den wir in Was ist Transposition? beschreiben. Hier übernimmt allerdings der Kapodaster die Verschiebung, und du musst nicht jeden Akkord neu aufschreiben.

Den richtigen Bund finden

Geh bei der Wahl von der Tonart aus, in der du landen willst, und rechne rückwärts. Eine kleine Übersicht hilft dabei:

  • Ohne Kapodaster klingt alles in der Tonart der Griffe.
  • Im 1. Bund klingt alles einen Halbton höher.
  • Im 2. Bund klingt alles einen Ganzton höher.
  • Im 5. Bund klingt alles eine reine Quarte höher.
  • Im 7. Bund klingt alles eine reine Quinte höher.

Willst du also in E klingen, aber lieber einfache offene Akkorde spielen, setzt du den Kapodaster in den 4. Bund und greifst C-Griffe. Genauso gut geht der 2. Bund mit D-Griffen. Beides klingt in E. Es kommt darauf an, welche Griffe dir besser unter den Fingern liegen und wie das höhere Voicing klingt. Genauso gehst du vor, wenn du die Gitarrenakkorde zu jedem Song herausfindest und sie in Griffen haben willst, die du wirklich spielen kannst.

Wann sich ein Kapodaster lohnt

Mit Kapodaster spielst du vertraute offene Griffe, während der Song höher klingt. So kommst du mit einem Song zurecht, der in einer schwierigen Tonart voller Barré-Griffe steht, und kannst den Song an die Person anpassen, die singt, ohne neue Griffe zu lernen. Muss ein Song einen Ganzton nach oben, damit er im Tonumfang der Stimme liegt, bringt dich ein Kapodaster im 2. Bund dorthin, und du spielst weiter die Akkorde, die du schon kannst.

Ein paar Grenzen solltest du trotzdem kennen. Ein Kapodaster kann die Tonhöhe nur anheben, nie absenken, denn tiefer als die offenen Saiten klingt die Gitarre damit nie. Außerdem verändert er Voicing und Klang, weil die Saiten kürzer sind und heller klingen. Ob du ihn einsetzt, ist deshalb auch eine Klangfrage. Willst du einen Song an eine Stimme anpassen, kombinier den Kapodaster mit dem Vorgehen aus Einen Song an deine Stimme anpassen.

Zuerst die Tonart herausfinden

Bevor du einen Bund wählst, musst du die tatsächliche Tonart des Songs kennen. Ohne sie rätst du, und wenn du falsch rätst, sitzt der Kapodaster an der falschen Stelle. Zuverlässig bekommst du die Tonart, wenn du die Aufnahme mit Songscription transkribierst. Songscription schreibt das Audio als Noten und Akkorde auf, die du lesen kannst. Kennst du die echte Tonart, ist die Wahl des Bundes nur noch Rechnen: Du nimmst Bund und Griffe, die in dieser Tonart klingen oder in einer, die sich besser singen lässt. Wie du einen Song ganz allgemein in eine andere Tonart bringst, steht in unserem Leitfaden Songs in jede Tonart transponieren.

Häufige Fragen

Wie transponiert ein Kapodaster einen Song?

Der Kapodaster drückt alle Saiten an einem Bund herunter und verkürzt sie, dadurch klingt die ganze Gitarre höher. Jeder Bund entspricht einem Halbton, ein Kapodaster im 2. Bund hebt also alles um einen Ganzton an. Deine Griffe bleiben gleich, aber die klingende Tonart wandert mit jedem Bund einen Halbton nach oben. Anders gesagt: Die klingende Tonart ist die Tonart deiner Griffe plus die Kapo-Position in Halbtönen.

In welchen Bund gehört der Kapodaster?

Das hängt davon ab, welche Tonart du brauchst und welche Griffe du spielen willst. Geh von der tatsächlichen Tonart des Songs aus und such dir Bund und Griffe, die zusammen in dieser Tonart klingen. Zur Orientierung: Ohne Kapodaster klingt alles in der Tonart der Griffe, im 1. Bund einen Halbton höher, im 2. Bund einen Ganzton höher, im 5. Bund eine reine Quarte höher und im 7. Bund eine reine Quinte höher. Begleitest du jemanden beim Singen, nimm den Bund, der den Song in eine angenehme Tonart für diese Stimme bringt.

Kann ein Kapodaster einen Song tiefer machen?

Nein. Ein Kapodaster kann die Tonhöhe nur anheben, nie absenken, weil er die Saiten verkürzt. Tiefer als die offenen Saiten klingt die Gitarre damit nie. Für eine tiefere Tonart musst du andere Griffe nehmen, die Gitarre tiefer stimmen oder den Song vor dem Spielen in den Noten nach unten transponieren.

Woher weiß ich, in welcher Tonart ich mit Kapodaster spiele?

Zähl die Kapo-Position zur Tonart deiner Griffe dazu. Spielst du offene Akkorde mit C-Griffen und der Kapodaster sitzt im 2. Bund, klingt der Song in D. Mit denselben C-Griffen im 4. Bund klingt er in E. Die klingende Tonart ist also die Tonart der Griffe plus der Bund in Halbtönen. Damit du den passenden Bund wählen kannst, brauchst du zuerst die echte Tonart des Songs, und die bekommst du, wenn du die Aufnahme mit Songscription transkribierst.

Fang am besten mit einem Song an, den du heute Abend spielen willst. Lade eine Aufnahme bei Songscription hoch und hol dir Tonart und Akkorde direkt aus dem Audio. Dann setzt du den Kapodaster gezielt an die richtige Stelle.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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