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Den Schwierigkeitsgrad von Transkriptionen für Klavierschüler:innen anpassen

Deine Schüler:innen wollen den Song spielen, den sie gerade in Dauerschleife hören, aber das veröffentlichte Arrangement ist zwei Stufen zu schwer. Transkribier den gewünschten Song und pass dann den Schwierigkeitsgrad an ihren Stand an. Dieser Beitrag zeigt Lehrkräften den ganzen Ablauf, Schritt für Schritt.

Den Schwierigkeitsgrad von Transkriptionen für Klavierschüler:innen anpassen

Teil unseres Leitfadens zu KI-Transkription für Musiklehrkräfte.

Jemand kommt in die Stunde und will unbedingt den Song spielen, der gerade in Dauerschleife läuft. So eine Motivation ist Gold wert, das weißt du. Du weißt aber auch, dass das veröffentlichte Arrangement zwei Stufen über dem aktuellen Stand liegt. Die üblichen Auswege sind beide schlecht. Entweder du gibst etwas, das zu schwer ist, und siehst zu, wie es nicht mehr vorangeht, oder du machst ein anderes, leichteres Stück schmackhaft und siehst zu, wie der Funke erlischt. Es gibt noch einen dritten Weg, und mit dem bleiben Schüler:innen dabei.

Du transkribierst den gewünschten Song und passt den Schwierigkeitsgrad dann genau an den aktuellen Stand an. Für Lehrkräfte gehören dazu vier Dinge: an die Noten kommen, die Stufe auf deine Schüler:innen abstimmen, sie über ein Halbjahr mit demselben Stück weiterbringen und einen einzigen Song für eine ganze Klasse mit unterschiedlichem Können nutzen.

Warum anpassen statt ein anderes Stück nehmen

Geübt wird die Musik, die einem etwas bedeutet. Ein Song, den sich jemand selbst ausgesucht hat, bekommt zehnmal so viel Zeit am Klavier wie ein Stück aus der Klavierschule, das du vorgegeben hast, und bei genau diesem Üben wächst die Technik. Das Problem steckt im Schwierigkeitsgrad des einzigen Arrangements, das du finden konntest. Passt du den an, bleibt die Motivation erhalten, und die Noten treffen das, was deine Schüler:innen lesen können. Dieselbe Idee steckt hinter unserem Leitfaden, wie du Noten für die Songs bekommst, die deine Schüler:innen spielen wollen. Hier gehen wir einen Schritt weiter und stimmen auch die Stufe ab.

Den gewünschten Song transkribieren

Zuerst machst du aus einer Aufnahme des Songs bearbeitbare Noten. Lade die Audiodatei hoch, füg einen Link ein oder nimm den Song auf, und wähl dann Klavier. Du bekommst Noten im Klaviersystem und dazu eine Piano Roll, und die beiden Hände sind schon für dich aufgeteilt. Für Klavier ist unser Modell am weitesten entwickelt, eine saubere Aufnahme ergibt deshalb originalgetreue Ausgangsnoten. Diese bearbeitbaren Noten sind das Material, das du anschließend anpasst. Transkribieren musst du nur einmal, egal wie viele Stufen du am Ende daraus machst. Mit Audio zu Noten kannst du von jeder beliebigen Aufnahme ausgehen.

Die Stufe auf deine Schüler:innen abstimmen

Jetzt lässt du die Noten durch das Tool zum Anpassen des Schwierigkeitsgrads laufen und wählst die Stufe, die passt. Die Stufen reichen von ganz leicht bis zum Original. Mit jeder Stufe nach unten klingen weniger Noten gleichzeitig, Rhythmen werden glatter, Griffe enger, Akkorde dünner, und verzierende Läufe fallen weg. So ungefähr lassen sich die Stufen dem Stand deiner Schüler:innen zuordnen:

StandHier anfangen
Erstes Jahr, Noten finden dauert nochGanz leicht: Melodie plus einzelne Basstöne
Liest sicher mit beiden HändenLeicht bis untere Mittelstufe
Spielt ganze Stücke, die Hände werden unabhängigerMittelstufe
Fortgeschritten, bereit für das OriginalObere Mittelstufe oder die ursprüngliche Transkription

Im Zweifel fängst du eine Stufe tiefer an. Ein Stück, das etwas zu leicht ist, sitzt schnell und macht Mut. Bei einem zu schweren geht nichts voran, und das frustriert. Was eine Stufe von der nächsten unterscheidet, erklären wir im Beitrag über Schwierigkeitsstufen von Noten. Wenn auch eine unbequeme Tonart das Stück schwer macht, kannst du es zusätzlich in eine angenehmere Tonart transponieren.

Denselben Song Stufe für Stufe schwerer machen

Weil die ursprüngliche Transkription erhalten bleibt, kann der Song mit deinen Schüler:innen mitwachsen. Sitzt die ganz leichte Version, erzeugst du aus denselben Noten die nächste Stufe und gibst sie weiter. Die Melodie kennen sie dann schon, sie fangen also nicht bei null an. Neu dazu kommen die Details in der linken Hand, die volleren Akkorde und die Läufe, die du vorher gestrichen hattest. So kann jemand ein ganzes Halbjahr lang an einem Lieblingsstück Stufe für Stufe hochklettern und den Fortschritt in den eigenen Händen spüren. Unser Leitfaden zum Vereinfachen von Noten für Schüler:innen geht aus Sicht der Lehrkraft genauer auf die Werkzeuge zum Anpassen ein.

In der ganzen Klasse differenzieren

Eine Transkription in vielen Stufen löst auch das Problem mit Gruppen. Du transkribierst einen Song einmal und exportierst ihn gleich in mehreren Stufen. Dann kann deine ganze Klasse beim Vorspiel dasselbe Stück spielen, alle in einem Schwierigkeitsgrad, der passt. Auch ein Duett zwischen jemandem, der gerade anfängt, und jemandem, der schon weit ist, funktioniert, weil beide Parts aus derselben Quelle stammen. Wie du für eine ganze Klasse planst, steht ausführlicher in unserem Leitfaden zum Anpassen von Noten für Lehrkräfte, und auf unserer Seite für den Unterricht zeigen wir, wie Lehrkräfte Songscription im Alltag nutzen. Dieselbe Idee aus Sicht der Lernenden findest du in unserem Leitfaden zu leichten Klavierarrangements für jeden Song.

Häufige Fragen

Wie passe ich den Schwierigkeitsgrad eines Stücks für Schüler:innen an?

Zuerst transkribierst du den Song, damit du bearbeitbare Noten hast. Dann lässt du sie durch ein Tool zum Anpassen des Schwierigkeitsgrads laufen und wählst die Stufe, die passt. Das Tool verringert die Zahl gleichzeitig klingender Noten, glättet schwierige Rhythmen, macht weite Griffe enger, dünnt Akkorde aus und streicht verzierende Läufe. So wird aus einem Arrangement für Fortgeschrittene eine ganz leichte Version, und die Melodie bleibt erhalten. Im Editor kannst du außerdem von Hand nachbessern und das Stück in eine angenehmere Tonart transponieren. Am Ende haben deine Schüler:innen den Song, den sie sich gewünscht haben, auf einer Stufe, die sie lesen können.

Kann ich denselben Song Schüler:innen auf unterschiedlichen Stufen geben?

Ja, und genau dafür eignet sich das Anpassen besonders gut. Du transkribierst den Song einmal und exportierst ihn dann in mehreren Stufen: eine ganz leichte Version für das erste Unterrichtsjahr, eine Mittelstufen-Version für alle, die schon weiter sind, und das Original für die Person, die bei dir am weitesten ist. Alle spielen dasselbe Stück, das man sofort wiedererkennt. Gruppenunterricht, Vorspiele und Duette lassen sich so viel leichter planen, weil alle an derselben Musik arbeiten, jeweils in einem Schwierigkeitsgrad, der passt.

Auf welcher Lesestufe sollte ich mit Schüler:innen anfangen?

Fang eine Stufe unter der an, auf der du deine Schüler:innen einschätzt, und geh mit ihnen eine Stufe höher, sobald es klappt. Ein Stück, das etwas zu leicht ist, sitzt schnell und macht Mut. Bei einem zu schweren geht nichts voran, und das frustriert. Mit einem Tool zum Anpassen gehst du dabei kaum ein Risiko ein: Du wählst zuerst ganz leicht oder leicht, und wenn das Stück im Nu sitzt, erzeugst du aus derselben Transkription in Sekunden die nächste Stufe. Eine Stufe hochzugehen ist leichter, als jemanden wieder aufzubauen, der unter einem zu schweren Stück begraben wurde.

Bleibt der Song erkennbar, wenn ich den Schwierigkeitsgrad anpasse?

Ja, wenn es gut gemacht ist. Beim Anpassen wird an der Begleitung gekürzt, also an dichten Mittelstimmen, schnellen Läufen und weiten Griffen. Melodie und wichtigste Akkorde bleiben, denn an ihnen erkennt man einen Song. Deshalb klingt auch eine ganz leichte Version noch deutlich nach dem Original, und genau das hält die Motivation hoch. Verliert eine Passage auf einer Stufe zu viel von ihrem Charakter, kannst du sie im Editor von Hand anpassen und die Details zurückholen, auf die es dir ankommt.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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