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Schwierigkeitsgrade bei Noten erklärt

Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschritten, Grade 1 bis 8: Solche Angaben bedeuten je nachdem, wer sie vergeben hat, etwas anderes. Was ein Stück wirklich schwer macht, wie die wichtigsten Stufensysteme zueinander stehen und wie du Noten findest, die zu der Person passen, die sie spielen soll.

Schwierigkeitsgrade bei Noten erklärt: was Musik schwer zu spielen macht und wie ABRSM- und RCM-Stufen zueinander stehen

Teil unseres Glossars der Notationsbegriffe.

Was ein Schwierigkeitsgrad auf Noten bedeutet, hängt davon ab, wer ihn vergeben hat. „Mittelstufe“ kann beim einen Verlag eine ganze Stufe von dem entfernt liegen, was ein anderer Verlag so nennt. „Grade 3“ ist in einem Prüfungssystem genau festgelegt, auf einer Download-Seite dagegen an nichts gebunden. Wie schwer ein Stück wirklich zu spielen ist, hängt trotzdem immer von denselben paar Dingen ab. Wenn du sie kennst, kannst du selbst einschätzen, wie schwer ein Stück ist, egal was auf dem Titelblatt steht.

Was ein Stück wirklich schwer macht

Schwierigkeit hat mehrere Ursachen, und ein Stück kann in einer Hinsicht anspruchsvoll und in einer anderen ganz leicht sein. Am meisten zählen diese Punkte:

  • Notendichte. Wie viele Noten gleichzeitig klingen. Eine einzelne Melodiestimme liest und spielt sich viel leichter als volle Akkorde auf jeder Zählzeit.
  • Tempo. Bei 60 bpm ist dieselbe Passage etwas ganz anderes als bei 140. Je schneller es geht, desto weniger Zeit bleibt dir zum Reagieren, und desto höher liegt die technische Latte.
  • Rhythmus. Gleichmäßige Viertel zählen sich leicht. Synkopen, N-tolen und schnelle Unterteilungen verlangen dagegen genaues Timing.
  • Tonumfang und Sprünge. Musik, die unter der Hand bleibt, ist leichter als Musik, bei der du quer übers Instrument springen und genau landen musst.
  • Tonart. Je mehr Kreuze oder Bes, desto mehr musst du im Kopf behalten, und manche Tonarten liegen einfach unbequemer unter den Fingern als andere.
  • Koordination. Gerade am Klavier gehört es zum Schwersten, mit beiden Händen gleichzeitig Unterschiedliches zu spielen.

Wenn ein Tool ein Stück leichter macht, dreht es genau an diesen Reglern. An welchen im Einzelnen und wie weit, steht in unserem Artikel zum Vereinfachen von Noten.

Die Stufen der Musikprüfungen

Am genauesten sind die Schwierigkeitsskalen der Prüfungsinstitutionen, die nach einem festen Lehrplan prüfen. Im englischsprachigen Raum sind vor allem zwei verbreitet.

ABRSM (Grade 1 bis 8)

Das Associated Board of the Royal Schools of Music arbeitet mit acht Stufen. Grade 1 ist die erste offizielle Prüfung, Grade 8 gilt als fortgeschritten. Grob gesagt sind Grade 1 und 2 Anfängerniveau, Grade 3 bis 5 decken die Mittelstufe ab, und mit Grade 6 bis 8 bist du im fortgeschrittenen Bereich. Für den allerersten Anfang gibt es unter Grade 1 außerdem die Stufe Initial und vorbereitende Stufen. Weil der Lehrplan feststeht, sagt eine ABRSM-Stufe viel verlässlicher etwas über die Schwierigkeit aus als ein Adjektiv vom Verlag.

RCM (Preparatory bis Grade 10)

Das Royal Conservatory of Music ist in Kanada und den USA verbreitet und hat eine längere Skala. Zuerst kommen die Preparatory-Stufen, dann Grade 1 bis 10 und darüber noch ein Zertifikat für Fortgeschrittene. Ähnlicher Stoff verteilt sich hier auf mehr Stufen, also ist jeder Schritt bei RCM kleiner als bei ABRSM. Grob gesagt treffen sich die beiden Systeme oben: ABRSM Grade 8 entspricht ungefähr RCM Grade 10. Solche Vergleiche zwischen Systemen sind immer nur Näherungen. Nimm sie als Richtwert und nicht als Umrechnungstabelle.

Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschritten

Außerhalb der Prüfungswelt tragen die meisten Noten die lockereren Angaben „Anfänger“, „Mittelstufe“ und „Fortgeschritten“. Als Kurzform sind sie nützlich, solange du im Kopf behältst, dass jeder Verlag sie ein bisschen anders verwendet. Grob gilt:

  • Anfänger. Einfache Melodien, einfache Rhythmen, ein kleiner Tonumfang, und die Hände spielen oft Ähnliches oder etwas Einfaches. Das entspricht ungefähr den ersten ein, zwei Prüfungsstufen.
  • Mittelstufe. Die Hände spielen unabhängig voneinander, die Rhythmen werden abwechslungsreicher, es kommen mehr Tonarten dazu, und längere Stücke brauchen Ausdauer. Das sind die mittleren Stufen.
  • Fortgeschritten. Schnelle Passagen, dichter Satz, weite Sprünge und die interpretatorischen und technischen Anforderungen der obersten Stufen.

In Songscription wählst du die Schwierigkeit in ähnlichen Schritten, nur feiner unterteilt als in drei grobe Gruppen. Die Stufen reichen vom allerersten Einstieg über Anfänger, frühe Mittelstufe, Mittelstufe und späte Mittelstufe bis zur Originaltranskription.

Welche Noten zu wem passen

In der Praxis fragt man selten „Welche Stufe ist das?“ und meistens „Kann diese Person das spielen?“. Das lässt sich ziemlich verlässlich prüfen: Lass sie einen kurzen Abschnitt vom Blatt spielen. Kommt sie langsam und stolpernd durch, ist das ein gutes Stück zum Lernen. Findet sie die Töne überhaupt nicht, ist es zu schwer, und geht alles mühelos, bringt es sie nicht weiter. Die richtige Stufe liegt knapp über dem, was sich bequem anfühlt.

Wenn ein Stück, das jemand spielen möchte, über dieser Grenze liegt, musst du es nicht aufgeben. Mit einem Tool, das Noten vereinfacht, holst du die Schwierigkeit auf das aktuelle Niveau herunter und drehst sie wieder hoch, sobald es besser klappt. Das ist die Idee dahinter, einen Song zuerst in einer einfacheren Fassung zu lernen. Auf diesem Ansatz bauen auch unsere Artikel zum schnelleren Lernen von Klaviersongs und zum Transkribieren und Lernen von Songs auf. Für Lehrkräfte, die das mit einzelnen Schüler:innen umsetzen wollen, gibt es den Artikel KI-Transkription für Musiklehrer:innen.

Häufige Fragen

Was macht Noten schwer zu spielen?

Mehrere Dinge kommen zusammen: wie viele Noten gleichzeitig klingen, wie schnell das Stück ist, wie kompliziert die Rhythmen sind, wie weit die Hände springen müssen, in welcher Tonart es steht und wie gut die Hände zusammenarbeiten müssen. Ein Stück kann in einer Hinsicht schwer und in einer anderen leicht sein. Eine einzelne Schwierigkeitsangabe erfasst deshalb immer nur einen Teil davon.

Wie verhalten sich ABRSM- und RCM-Stufen zueinander?

Beides sind Prüfungssysteme mit Stufen vom Anfänger- bis zum fortgeschrittenen Niveau. ABRSM hat Grade 1 bis 8, RCM reicht von Preparatory bis Grade 10. An den Enden passen sie ungefähr zusammen. RCM verteilt ähnlichen Stoff auf mehr Stufen, deshalb entspricht ABRSM Grade 8 grob RCM Grade 10. Jeder Vergleich zwischen den beiden Systemen bleibt eine Näherung.

Was bedeuten Anfänger, Mittelstufe und Fortgeschritten?

Anfänger heißt einfache Melodien, einfache Rhythmen und ein kleiner Tonumfang, ungefähr die ersten ein, zwei Prüfungsstufen. In der Mittelstufe spielen die Hände unabhängig voneinander, die Rhythmen werden komplizierter und es kommen mehr Tonarten dazu. Das entspricht den mittleren Stufen. Fortgeschritten bedeutet schnelle Passagen, dichter Satz, weite Sprünge und die Anforderungen der obersten Stufen. Als Kurzform sind diese Angaben praktisch, zwischen den Verlagen sind sie aber nicht einheitlich.

Kann ich den Schwierigkeitsgrad von Noten ändern?

Ja. Ein Tool zur Schwierigkeitsanpassung schreibt Noten in eine leichtere Fassung um: Es lässt weniger Noten gleichzeitig klingen, glättet Rhythmen und verkleinert den Tonumfang. Der Song bleibt dabei derselbe. Songscription erstellt Stufen vom allerersten Einstieg bis zur Originaltranskription. So kannst du ein Stück an das Können der Person anpassen, die es spielt, und die Schwierigkeit steigern, sobald sie besser wird.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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