Dieses Glossar erklärt die häufigsten Begriffe rund um geschriebene Musik, von Noten und MIDI bis zu Leadsheet, Tabulatur, Taktart und Tonartvorzeichnung. Jeder Begriff ist in einfachen Worten beschrieben und verlinkt auf einen ausführlicheren Artikel. Was zusammengehört, steht beieinander: die Arten, Musik aufzuschreiben, die Dateiformate, in denen sie gespeichert wird, die Zeichen, die du in den Noten liest, und die Schritte von der Aufnahme zu den Noten. Such dir die Gruppe, die du gerade brauchst, lies die kurze Erklärung und folg dem Link, wenn du es genauer wissen willst.
Musik aufschreiben
Einen Song aufs Papier zu bringen, geht auf mehrere Arten. Hier sind die wichtigsten Formate, grob sortiert vom ausführlichsten bis zum sparsamsten. Jedes passt zu anderen Leuten und zu einer anderen Aufgabe.
Noten (Standardnotation)
Noten, auch Standardnotation genannt, sind die klassische Art, Musik aufzuschreiben: Töne auf fünf Notenlinien, Notenschlüssel, die die Tonhöhen festlegen, Notenwerte, die zeigen, wie lange jeder Ton klingt, und Tonartvorzeichnung und Taktart, die den Rahmen setzen. Keine andere Schreibweise hält so viel fest, und keine ist so weit verbreitet. Deshalb verstehen sich Musiker:innen damit über Instrumente und Traditionen hinweg.
Leadsheet
Ein Leadsheet ist die ausgeschriebene Melodie auf einer Notenzeile mit Akkordsymbolen darüber, viel mehr steht nicht drauf. Wer davon spielt, hat damit auf einer Seite, was am meisten gebraucht wird: die Melodie und die Harmonien. Im Jazz und im Pop ist das Leadsheet deshalb meist das Erste, wonach man greift. Mehr über Leadsheets.
Akkordchart
Ein Akkordchart zeigt die Akkorde und den Rhythmus eines Songs, die Melodie ist nicht ausgeschrieben. Sparsamer lässt sich ein Song kaum aufschreiben, und für eine Rhythmusgruppe, die Gesang begleitet, reicht das oft völlig. Mehr über Akkordcharts.
Tabulatur
Tabulatur, kurz Tab, zeigt dir, wo deine Finger hingehören, und nicht, welche Tonhöhen du spielst. Bei der Gitarre steht jede Linie für eine Saite und jede Zahl für einen Bund. So können Gitarrist:innen eine Stimme am schnellsten lesen. Über den Rhythmus steht in einer Tab dafür weniger drin als in Standardnotation. Mehr über Tabulatur.
Piano Roll
Eine Piano Roll zeigt Musik als Balken in einem Raster. Nach oben steigt die Tonhöhe, von links nach rechts läuft die Zeit, und die Länge eines Balkens zeigt, wie lange du den Ton hältst. Es gibt keine Schlüssel und keine Notenwerte zu entziffern. Wer nie Noten lesen gelernt hat, kommt mit diesem Format deshalb am leichtesten zurecht. Mehr über die Piano Roll.
Dateiformate für Musik
Liegt Musik auf dem Computer statt auf Papier, ist sie in einem Dateiformat gespeichert. Für Notation sind zwei Formate besonders wichtig, und man verwechselt sie leicht, weil beide die Töne enthalten und keinen aufgenommenen Klang.
MIDI
MIDI ist kein Klang. Es ist eine Folge von Anweisungen, die ein Spiel beschreiben, zum Beispiel welcher Ton gespielt wurde, wann er begann und endete und wie stark er angeschlagen wurde. Weil MIDI die Töne selbst speichert und keine Aufnahme davon, kannst du hinterher das Instrument, das Tempo oder jeden einzelnen Ton ändern. Software liest dieses Format, und es lässt sich eins zu eins als Piano Roll darstellen. Mehr über MIDI.
MusicXML
MusicXML ist das offene Format, mit dem Noten von einem Programm ins andere wandern, ohne dass du sie neu abtippen musst. MIDI verliert das Aussehen der Noten. MusicXML überträgt dagegen die ganze Notation mit der Anordnung der Notenzeilen, den Artikulationen und dem Liedtext, und so öffnen sich Noten aus einem Programm sauber in einem anderen. Für geschriebene Musik ist MusicXML das Austauschformat. Mehr über MusicXML.
Die Zeichen lesen
Ein paar Zeichen in den Noten legen die Regeln für alles fest, was danach kommt. Hier sind die, denen du zuerst begegnest. Zusammen beantworten sie die Fragen, die am Anfang am häufigsten kommen: was die Linien und Zwischenräume bedeuten, wie du das Stück zählst, in welcher Tonart es steht, wie schnell es geht und was die Bögen und kleinen Zahlen über den Noten von dir wollen.
Notenschlüssel
Der Notenschlüssel steht ganz am Anfang einer Notenzeile und legt fest, für welche Tonhöhe jede der fünf Linien und vier Zwischenräume steht. Ohne Schlüssel sind es nur fünf Linien, denen keine Töne zugeordnet sind. Deshalb können dieselben fünf Linien in einem Stück eine tiefe Bassstimme tragen und in einem anderen eine hohe Flötenstimme. Mehr über Notenschlüssel.
Taktart
Die zwei Zahlen am Anfang eines Stücks sagen dir, wie du es zählst. Die obere Zahl gibt an, wie viele Zählzeiten ein Takt hat, die untere, welcher Notenwert eine Zählzeit bekommt. Daher fühlen sich 4/4, 3/4 und 6/8 so unterschiedlich an. Mehr über Taktarten.
Tonartvorzeichnung
Die Kreuz- oder b-Vorzeichen am Anfang jeder Notenzeile sind eine Abkürzung. Sie zeigen, in welcher Tonart das Stück steht, damit nicht vor jedem erhöhten oder erniedrigten Ton ein eigenes Zeichen stehen muss. Wenn du die Vorzeichnung liest, kennst du die Tonart und weißt, welche Töne im ganzen Stück erhöht oder erniedrigt sind. Mehr über Tonartvorzeichnungen.
Tempo und BPM
Das Tempo sagt, wie schnell ein Stück läuft, und BPM, kurz für „beats per minute“, also Schläge pro Minute, macht daraus eine Zahl. Die Tempoangabe oben in den Noten zeigt dir, wie schnell die Musik gedacht ist. Kennst du die BPM einer Aufnahme, kannst du im selben Tempo mitspielen oder mit dem Metronom üben. Mehr über Tempo und BPM.
Triole
Eine Triole bringt drei Töne in der Zeit unter, in die sonst zwei vom selben Notenwert passen. Du erkennst sie an einer kleinen 3 über oder unter der Gruppe. Von allen N-tolen, also Gruppen mit einer ungewöhnlichen Unterteilung, begegnet sie dir als Erste. Wenn du drei gegen einen geraden Puls fühlen kannst, funktionieren die anderen genauso. Mehr über Triolen.
Bindebogen und Haltebogen
Bindebogen und Haltebogen sind beide Bögen zwischen Noten. Sie sehen fast gleich aus und verlangen trotzdem Gegensätzliches. Ein Haltebogen verbindet zwei Noten gleicher Tonhöhe zu einem längeren Ton, ein Bindebogen sagt dir, dass du verschiedene Töne weich verbunden spielst. Mehr über Bindebogen und Haltebogen.
Arpeggio
Ein Arpeggio ist ein Akkord, dessen Töne nacheinander erklingen statt alle zugleich. Du findest es überall, von „Für Elise“ bis zur Klavierbegleitung im Pop. In den Noten steht es entweder als einzelne ausgeschriebene Töne da oder als Wellenlinie neben dem Akkord. Mehr über Arpeggios.
Transponieren
Transponieren heißt, jeden Ton um denselben Abstand nach oben oder unten zu verschieben, sodass das Stück in einer neuen Tonart landet. Musiker:innen machen das, damit ein Song besser zur Stimmlage der Person passt, die singt, damit sich eine Stimme leichter spielen lässt oder weil sie für ein Instrument schreiben, das in einer anderen Tonart notiert wird. Mehr über das Transponieren.
Von der Aufnahme zu den Noten
Diese Begriffe tauchen auf, sobald du aus einer Aufnahme etwas machen willst, das du lesen und spielen kannst. Es geht um den Vorgang selbst, um einen Schritt, der oft dabei hilft, und um die Entscheidungen, die du über das Ergebnis triffst.
Musiktranskription
Transkribieren heißt, Musik aufzuschreiben, die du hören kannst, aber nicht auf Papier hast. Aus einer Aufnahme oder einem Auftritt werden dann Noten, Tabs oder MIDI. Das geht nach Gehör oder mit KI, und fast alles, was die übrigen Begriffe hier beschreiben, gehört dazu. Mehr über Musiktranskription.
Stem-Separation
Stem-Separation zerlegt einen fertigen Mix wieder in seine Teile, zum Beispiel Gesang, Schlagzeug und Bass jeweils für sich. Bevor du eine dichte Aufnahme transkribierst, kann das ein nützlicher Schritt sein, weil du dann an einem Instrument nach dem anderen arbeiten kannst. Mehr über Stem-Separation.
Schwierigkeitsgrade
Einstufungen wie „Einstieg“, „Mittelstufe“ oder Grade 1 bis 8 beschreiben, wie schwer ein Stück zu spielen ist. Was sie bedeuten, hängt allerdings davon ab, wer sie vergeben hat. Wenn du weißt, was Musik wirklich schwer macht, findest du leichter Noten, die zu der Person passen, die sie spielen soll. Mehr über Schwierigkeitsgrade.
Arten der Transkription
Eine Transkription kann ganz unterschiedlich aussehen, und das Format, das du wählst, entscheidet, was am Ende auf dem Blatt steht: Noten mit allen Stimmen, ein Leadsheet, ein Akkordchart oder eine einzelne Solostimme. Wenn du das Format gleich am Anfang richtig wählst, sparst du dir später viel Nacharbeit. Mehr über die Arten der Transkription.
Noten lesen
Noten lesen heißt, die Zeichen auf der Notenzeile wieder in die Töne zu übersetzen, für die sie stehen: Notennamen, Rhythmus, Tonart und Taktart, in der Reihenfolge, in der sie dir begegnen. Das kannst du auch als erwachsener Mensch noch lernen, ohne als Kind jahrelang Unterricht gehabt zu haben. Mehr über das Notenlesen.
Sind die Begriffe klar, kannst du dir als Nächstes eigene Noten holen. Songscription macht aus jeder Aufnahme in einem Durchgang Noten, MIDI und eine Piano Roll. So probierst du diese Formate an einem Song aus, den du wirklich spielen willst.
Weiterführende Artikel
Wenn die Begriffe sitzen, geht es mit diesen Artikeln weiter:
- Begriffe anwenden: die besten Tools zur Musiktranskription und MP3 in Noten umwandeln.
- Ein Format genauer kennenlernen: MIDI, MusicXML und die Piano Roll.
- Lesen und spielen lernen: Noten lesen lernen und Songs mit der Piano Roll lernen.
- Weitere Begriffe: was ein Klavierauszug ist, was ein Fake Book ist und was eine Guitar-Pro-Datei ist.
- Monofon oder polyfon: monofone und polyfone Transkription im Vergleich und polyfone Klaviertranskription erklärt.
- Hintergrund: die Geschichte der Musiktranskription.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MIDI und Noten?
Beide halten Töne fest und keinen aufgenommenen Klang. MIDI ist eine Folge von Anweisungen für den Computer: welcher Ton, wann er beginnt und endet und wie stark er angeschlagen wird. Ein festes Aussehen auf dem Papier hat MIDI nicht. Noten enthalten dieselbe Art von Information, nur so aufbereitet, dass Menschen sie lesen können, mit Notenzeile, Schlüssel und Notenwerten. Weil beide die Töne tragen, kannst du das eine ins andere umwandeln. MIDI ist trotzdem für Software gedacht und Noten sind für Menschen. Songscription macht aus einer einzigen Aufnahme beides.
Was ist der Unterschied zwischen einem Leadsheet und einem Akkordchart?
Ein Leadsheet zeigt dir die Melodie ausgeschrieben auf einer Notenzeile, darüber stehen Akkordsymbole. Du kannst also die Melodie spielen und die Harmonien selbst dazu spielen oder begleiten lassen. Ein Akkordchart ist noch sparsamer: Es enthält Akkorde und Rhythmus, aber keine ausgeschriebene Melodie, und mehr braucht eine Rhythmusgruppe meistens nicht. Als Faustregel gilt, dass auf dem Leadsheet die Melodie steht und auf dem Akkordchart nicht.
Wofür braucht man MusicXML?
MusicXML ist das offene Dateiformat, mit dem du Noten von einem Notationsprogramm ins nächste bringst, ohne sie neu abzutippen. Hast du Noten in einem Programm geschrieben und willst sie in einem anderen öffnen und bearbeiten, etwa in MuseScore, Sibelius, Finale oder Dorico, dann überträgt MusicXML die komplette Notation. Dazu gehören auch die Anordnung der Notenzeilen, die Artikulationen und der Liedtext, die in einer MIDI-Datei verloren gingen. Für geschriebene Noten ist MusicXML das Austauschformat. Songscription exportiert direkt als MusicXML, deine Transkription landet also ohne Umweg in deinem Notenprogramm.
Probier es mit einer eigenen Aufnahme aus. Lade einen Song hoch und bekomm Noten, MIDI und eine Piano Roll.