RessourcenNotenAndrew Carlins•7 Min. Lesezeit

Was ist eine Tonartvorzeichnung?

Die Kreuze oder b-Vorzeichen am Anfang einer Notenzeile zeigen dir, in welcher Tonart das Stück steht. Mit ein paar Regeln liest du die Tonart direkt daraus ab, und der Quintenzirkel zeigt dir alle Vorzeichnungen auf einen Blick.

Was ist eine Tonartvorzeichnung?

Die Tonartvorzeichnung besteht aus den Kreuzen oder b-Vorzeichen, die am Anfang jeder Notenzeile direkt hinter dem Schlüssel stehen. Sie gilt für das ganze Stück und zeigt dir, in welcher Tonart es steht. Die Vorzeichnung legt einmal fest, welche Töne durchgehend erhöht oder erniedrigt werden, damit nicht vor jeder betroffenen Note ein eigenes Versetzungszeichen stehen muss. Das gilt so lange, bis die Musik etwas anderes vorgibt.

Was die Kreuze und b-Vorzeichen bedeuten

Jedes Kreuz und jedes b in der Vorzeichnung erhöht oder erniedrigt einen bestimmten Ton, und zwar im ganzen Stück. Ein Kreuz heißt, dass du diesen Ton jedes Mal einen Halbton höher spielst, egal in welcher Oktave er auftaucht. Ein b heißt einen Halbton tiefer. Das gilt, bis sich die Vorzeichnung ändert. Mehr macht eine Vorzeichnung nicht. Sie ist eine Kurzschrift für die Tonart, und wer die Noten schreibt, setzt die Vorzeichen einmal vorne hin statt vor jede einzelne Note. Dabei halten sich die Zeichen an eine feste Reihenfolge. Kreuze kommen immer in dieser Folge dazu: Fis, Cis, Gis, Dis, Ais, Eis, His. Die b-Vorzeichen laufen genau andersherum: B, Es, As, Des, Ges, Ces, Fes. Eine Tonart mit einem Kreuz hat also Fis, eine mit zwei Kreuzen Fis und Cis, und so geht es die Liste entlang. Bei den b-Tonarten ist es spiegelbildlich, und los geht es mit B.

So bestimmst du die Tonart

Weil Kreuze und b-Vorzeichen immer in derselben Reihenfolge stehen, kannst du die Tonart mit zwei kurzen Regeln direkt an der Vorzeichnung ablesen.

  • Kreuztonarten. Das letzte Kreuz liegt einen Halbton unter dem Grundton der Durtonart. Ist das letzte Kreuz ein Fis, steht das Stück in G-Dur, denn G liegt einen Halbton über Fis.
  • b-Tonarten. Das vorletzte b nennt dir die Durtonart. Stehen B und Es in der Vorzeichnung, ist es B-Dur, weil B das vorletzte der beiden ist.
  • Keine Vorzeichen. Eine leere Vorzeichnung steht für C-Dur oder die parallele Molltonart, a-Moll.

Mit diesen Regeln bestimmst du jede Durtonart bis auf eine: Ein einzelnes b, das B, steht für F-Dur. Die merkst du dir am besten einfach extra. Am Anfang der Notenzeile steht neben der Vorzeichnung auch das Zeichen für den Rhythmus, die Taktart. Die erklären wir im Artikel Was ist eine Taktart?

Dur oder Moll

Ob ein Stück in Dur oder Moll steht, verrät dir die Vorzeichnung allein nicht, denn eine Durtonart und ihre parallele Molltonart haben dieselbe Vorzeichnung. C-Dur und a-Moll kommen beide ohne Vorzeichen aus, G-Dur und e-Moll haben beide ein Kreuz. Unterscheiden kannst du sie am Ton, um den sich die Musik dreht. Meistens ist das der Ton, mit dem sie anfängt und aufhört, und der Akkord, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. Löst sich ein Song ohne Vorzeichen immer wieder nach C auf, steht er in C-Dur. Landet er immer wieder auf A und klingt dabei dunkler und eher nach innen gekehrt, steht er in a-Moll. Die Vorzeichnung lässt also zwei Tonarten übrig, und welche es ist, entscheidet die Musik selbst.

Der Quintenzirkel

Der Quintenzirkel ordnet die 12 Tonarten im Quintabstand im Kreis an und zeigt dir so alle Vorzeichnungen auf einer einzigen Karte. Oben steht C. Mit jedem Schritt im Uhrzeigersinn geht es eine Quinte nach oben, und ein Kreuz kommt dazu: C, G, D, A und so weiter. Gegen den Uhrzeigersinn geht es von C aus mit jedem Schritt eine Quinte nach unten, und jeweils ein b kommt dazu: C, F, B, Es und so weiter. An der Position einer Tonart im Kreis siehst du also genau, wie viele Kreuze oder b-Vorzeichen sie hat und welche es sind, ohne sie in der Notenzeile abzuzählen. Im Grunde ist das dieselbe feste Reihenfolge wie bei den Kreuzen, F, C, G, D, A, E, H, nur als Rad gezeichnet. Der Kreis zeigt dir außerdem, welche Tonarten eng beieinanderliegen, und darauf baust du auf, wenn du ein Stück von einer Tonart in eine andere bringst. Wie du ihn in beide Richtungen liest und für Akkorde und zum Transponieren nutzt, steht ausführlich in unserem Artikel zum Quintenzirkel.

Warum die richtige Vorzeichnung hilft

Mit der richtigen Vorzeichnung lassen sich Noten gut lesen. Stehen die passenden Kreuze oder b-Vorzeichen einmal vorne, bleibt das Notenbild aufgeräumt, und wer spielt, erfasst die Töne auf einen Blick, statt in fast jeder Zeile ein Versetzungszeichen zu entziffern. Bei einer falschen Vorzeichnung wimmelt es dagegen von Versetzungszeichen, und die Musik geht darin unter. Auch beim Transponieren fängt alles bei der Vorzeichnung an. Willst du ein Stück in eine neue Tonart bringen, wählst du die neue Vorzeichnung und verschiebst jede Note passend dazu. Das fällt dir viel leichter, wenn du weißt, wie die Vorzeichnungen zusammenhängen. Schritt für Schritt gehen wir das in Was ist Transponieren? durch. Wenn du gerade erst lernst, Noten zu lesen, fang mit Noten lesen lernen an. Kurze Erklärungen zu den Begriffen rundherum findest du im Glossar der Notenschrift.

Häufige Fragen

Was ist eine Tonartvorzeichnung?

Die Tonartvorzeichnung besteht aus den Kreuzen oder b-Vorzeichen, die am Anfang jeder Notenzeile direkt hinter dem Schlüssel stehen. Sie gilt für das ganze Stück und zeigt dir, in welcher Tonart es steht. Die Vorzeichnung legt einmal fest, welche Töne im weiteren Verlauf durchgehend erhöht oder erniedrigt werden, damit nicht vor jeder betroffenen Note ein eigenes Versetzungszeichen stehen muss.

Was bedeuten die Kreuze oder b-Vorzeichen am Anfang eines Songs?

Sie sind eine Kurzschrift für die Tonart. Jedes Kreuz und jedes b in der Vorzeichnung erhöht oder erniedrigt einen bestimmten Ton, und zwar jedes Mal, wenn er im Stück vorkommt, in jeder Oktave, bis sich die Vorzeichnung ändert. Kreuze kommen immer in der Reihenfolge Fis, Cis, Gis, Dis, Ais, Eis, His dazu. Die b-Vorzeichen folgen der umgekehrten Reihenfolge B, Es, As, Des, Ges, Ces, Fes. So werden immer dieselben Töne gleich behandelt.

Wie erkennst du die Tonart an der Vorzeichnung?

Bei Kreuztonarten liegt das letzte Kreuz einen Halbton unter dem Grundton der Durtonart. Ist das letzte Kreuz ein Fis, steht das Stück in G-Dur. Bei b-Tonarten nennt dir das vorletzte b die Durtonart. Stehen B und Es in der Vorzeichnung, ist es B-Dur. Ganz ohne Vorzeichen ist es C-Dur oder die parallele Molltonart, a-Moll.

Wie erkennst du, ob ein Song in Dur oder Moll steht?

Eine Durtonart und ihre parallele Molltonart haben dieselbe Vorzeichnung, deshalb sehen C-Dur und a-Moll auf dem Papier gleich aus. Unterscheiden kannst du sie am Ton, um den sich die Musik dreht. Meistens ist das der Ton, mit dem sie anfängt und aufhört. Kommt die Musik auf C zur Ruhe, ist es C-Dur. Landet sie auf A, ist es a-Moll.

Was ist der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel ordnet die 12 Tonarten im Quintabstand im Kreis an. Im Uhrzeigersinn kommt von C aus mit jedem Schritt ein Kreuz dazu, gegen den Uhrzeigersinn jeweils ein b. So hast du alle Vorzeichnungen schnell im Überblick, denn an der Position einer Tonart im Kreis siehst du, wie viele Kreuze oder b-Vorzeichen sie hat.

Songscription erkennt die Tonart aus deiner Aufnahme und schreibt die Noten gleich mit den richtigen Kreuzen oder b-Vorzeichen. Danach kannst du sie mit einem Klick in eine andere Tonart transponieren.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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