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Was ist ein Akkordchart und was unterscheidet es vom Leadsheet?

Ein Akkordchart sagt dir, was du spielst, ohne jede Note auszuschreiben. Knapper lässt sich ein Song kaum zu Papier bringen, und für eine Rhythmusgruppe reicht das oft schon. Anders als auf einem Leadsheet steht die Melodie nicht drauf.

Was ist ein Akkordchart und was unterscheidet es vom Leadsheet?

Teil unseres Glossars der Notenbegriffe.

Knapper als mit einem Akkordchart lässt sich ein Song kaum aufschreiben. Du siehst die Akkorde und den Aufbau, eine ausgeschriebene Melodie fehlt ganz, weil das Chart davon ausgeht, dass du die Melodie kennst oder heraushörst. Für Gitarrist:innen, Keyboarder:innen oder eine ganze Rhythmusgruppe ist das oft genau richtig, ganz nach dem Motto „Sag mir die Akkorde und wo sie wechseln, den Rest mach ich“. Oft wird das Akkordchart mit dem Leadsheet verwechselt, auf dem zusätzlich die Melodie steht.

Was ein Akkordchart ist

Im Kern beantwortet ein Akkordchart eine einzige Frage: Was spiele ich, und wann wechselt es? Es zeigt die Harmonie eines Songs im zeitlichen Ablauf, ähnlich wie eine Landkarte. Anders als normale Notenschrift schreibt es dir nicht jede Note vor, und anders als ein Leadsheet gibt es dir nicht einmal die Melodie. Melodie und Feel bringst du selbst mit, und aus einem Symbol wie Am7 machst du das Voicing, das gerade passt. Dasselbe Chart taugt deshalb für eine gezupfte Akustikversion genauso wie für ein Arrangement mit voller Band. Es beschreibt das Gerüst des Songs, keine bestimmte Aufführung.

Was draufsteht

Auf einem Akkordchart stehen meist nur ein paar Dinge:

  • Akkordsymbole. Die Harmonie als Akkordnamen wie C, Am7, F oder G7, in der Reihenfolge, in der sie vorkommen.
  • Takte und Timing. Taktstriche und oft Slashes, also kleine Schrägstriche, die zeigen, wie viele Zählzeiten ein Akkord bis zum nächsten Wechsel bekommt.
  • Aufbau des Songs. Teile wie Strophe, Refrain und Bridge, dazu Wiederholungen und Volten, die die Form festlegen.
  • Tonart und Tempo. Gerade so viel, dass klar ist, wo der Song liegt und wie schnell er läuft.

Mit Absicht fehlen die ausgeschriebene Melodie und meistens auch konkrete Voicings. Das Chart sagt dir zum Beispiel nur „zwei Takte G-Dur“. Wie du die Töne auf den Tasten oder dem Griffbrett verteilst, entscheidest du.

So liest du es

Ein Akkordchart lesen heißt vor allem zählen. Du folgst den Takten von links nach rechts, spielst den Akkord, der am Anfang eines Takts steht, und wechselst, sobald das nächste Symbol kommt. Teilen sich mehrere Akkorde einen Takt, zeigen dir die Slashes, wie viele Zählzeiten jeder davon bekommt. Die Beschriftung der Songteile hilft dir, in der Form den Überblick zu behalten, und Wiederholungszeichen sagen dir, wann es zurückgeht. Notenköpfe gibt es keine zu entziffern. Wer seine Akkorde kennt, kann einen neuen Song deshalb in Sekunden vom Chart spielen. Ausgeschriebene Noten zu lesen ist eine andere Fähigkeit, und die erklären wir in Wie man Noten liest.

Akkordchart, Leadsheet oder ausgeschriebene Noten

Die drei liegen auf einer Skala, die von wenig bis sehr viel Vorgabe reicht:

  • Akkordchart. Nur Akkorde und Aufbau, keine ausgeschriebene Melodie. Von den dreien lässt es am meisten offen. Nimm es, wenn die Rhythmusgruppe nur die Akkordwechsel braucht.
  • Leadsheet. Melodie auf einer Notenzeile plus Akkordsymbole, oft mit Liedtext. Es legt fest, was den Song ausmacht, und lässt die Begleitung offen. Ausführlich geht es darum in Was ist ein Leadsheet?
  • Ausgeschriebene Noten. Jede Note für jedes Instrument steht auf dem Blatt, von den dreien legen sie am meisten fest. Nimm sie, wenn ein Ensemble ein festes Arrangement zusammen spielen muss.

Zwischen Chart und Leadsheet entscheidest du also ganz einfach. Musst du die Melodie erst kennenlernen, willst du ein Leadsheet. Kennst du die Melodie schon und brauchst nur die Akkordwechsel, ist ein Akkordchart schneller gelesen und schneller geschrieben.

Wer mit Akkordcharts spielt

Akkordcharts liegen überall auf dem Notenständer, wo live aus dem Kopf oder nach Gefühl gespielt wird statt nach einem festen Arrangement. Lobpreisbands arbeiten ständig damit, und deshalb haben wir einen eigenen Leitfaden dazu geschrieben, wie du Akkordcharts für Lobpreislieder erstellst. Coverbands, die schnell ein Set draufhaben müssen, nutzen sie genauso, außerdem Singer-Songwriter:innen, die eine Seite als Gedächtnisstütze wollen, und Rhythmusgruppen in Jazz und Pop, die über die Akkordwechsel improvisieren. Wo man den Musiker:innen zutraut, einen Song zu interpretieren, statt ihn exakt nachzuspielen, ist das Akkordchart das naheliegende Format.

Wie du ein Akkordchart aus einem Song machst

Das Schwierige an einem Akkordchart ist, die Harmonien nach Gehör herauszufinden, und genau diesen Teil kannst du abgeben. Lass eine Aufnahme durch Songscription laufen. Songscription transkribiert den Song samt Harmonien, und du liest die Akkordwechsel einfach ab, statt sie am Instrument zusammenzusuchen. Danach schreibst du Akkordsymbole und Aufbau auf, trägst die Tonart ein, und das Chart ist fertig. Wie du an die Akkorde kommst, zeigen wir ausführlich in Akkorde zu jedem Song finden. Willst du auch die Melodie auf dem Blatt haben, lass sie drin. Dann hast du statt eines reinen Charts ein Leadsheet.

Häufige Fragen

Was ist ein Akkordchart?

Ein Akkordchart ist eine abgespeckte Art, einen Song aufzuschreiben. Es zeigt die Akkorde und den Aufbau, aber keine ausgeschriebene Melodie. Die Akkordsymbole stehen der Reihe nach da, dazu siehst du, wo innerhalb der Takte gewechselt wird, und die Songteile sind beschriftet, damit du der Form folgen kannst. Das Chart geht davon aus, dass du die Melodie schon kennst oder heraushörst, und überlässt dir Voicings, Rhythmus und Feel. Rhythmusgruppen, Lobpreisbands und Singer-Songwriter:innen arbeiten im Alltag ständig damit.

Was ist der Unterschied zwischen einem Akkordchart und einem Leadsheet?

Ein Leadsheet schreibt die Melodie auf einer Notenzeile aus, mit Akkordsymbolen darüber und oft dem Liedtext darunter. Beim Akkordchart fällt die ausgeschriebene Melodie weg, übrig bleiben Akkorde und Aufbau. Das Leadsheet zeigt dir also Melodie und Harmonie, das Akkordchart nur die Harmonie, und die Melodie kennst du selbst. Nimm ein Leadsheet, wenn jemand die Melodie spielen oder singen soll, und ein Akkordchart, wenn die Band nur die Akkordwechsel braucht.

Muss ich Noten lesen können, um ein Akkordchart zu benutzen?

Nicht so wie bei normalen Noten. Ein Akkordchart arbeitet mit Akkordnamen wie C, Am7 oder G, die die meisten schon früh lernen, dazu kommen ein paar einfache Zeichen für Zählzeiten und Songteile. Notenköpfe musst du keine entziffern. Wenn du Akkordsymbole erkennst und Takte zählen kannst, kommst du mit einem Akkordchart klar. Deshalb kannst du einer Band einen Song auch so am einfachsten mitgeben.

Die Akkorde zu deinem Lieblingssong bekommst du, wenn du ihn transkribierst und die Akkorde abliest.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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