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So erstellst du Chordsheets für Lobpreislieder

Deine Band braucht dasselbe Chordsheet in der richtigen Tonart, und auch wer ganz neu im Team ist, muss damit klarkommen. So machst du aus der Aufnahme eines Lobpreislieds ein sauberes Chordsheet, transponierst es für die Person am Mikro und vereinfachst es für alle, die eine leichtere Fassung brauchen.

So erstellst du Chordsheets für Lobpreislieder

Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden, wie du an die Akkorde zu jedem Song kommst.

Der Song für Sonntag steht fest, und es gibt ihn als Aufnahme, vielleicht sogar als Live-Version vom Original. Das Chordsheet, das du online findest, steht aber in der falschen Tonart, ist für eine Besetzung geschrieben, die ihr nicht habt, oder an ein paar Stellen schlicht falsch. Einfacher ist es, das Chordsheet selbst aus der Aufnahme zu bauen. Du transkribierst den Song, um an die Akkorde zu kommen, setzt ihn in die Tonart, in der bei euch gesungen wird, und streichst alles, was für deine Leute zu voll ist. So spielt am Ende das ganze Team vom selben Blatt, und die Akkorde darauf stimmen.

Was deine Band auf dem Blatt braucht

In einem Lobpreisteam lesen selten alle dasselbe. An Gitarre oder Klavier willst du Akkordsymbole und den Aufbau des Songs. Wer singt, möchte vielleicht die Melodie und den Text. Und wer gerade neu dabei ist, braucht die einfachste Fassung, die noch funktioniert. Ziel ist eine einzige verlässliche Vorlage, die du für all das anpassen kannst, ohne jedes Mal neu anzufangen. Am häufigsten brauchst du dabei das Chordsheet, also Akkorde und Aufbau ohne ausgeschriebene Melodie. Ein Leadsheet setzt zusätzlich die Melodie in eine Notenzeile, wenn jemand sie braucht. Falls dir die beiden Begriffe durcheinandergehen, erklären wir den Unterschied in unseren Artikeln darüber, was ein Chordsheet ist und was ein Leadsheet ist.

Schritt 1: den Song transkribieren

Nimm die klarste Aufnahme der Version, die ihr spielen wollt, und lade sie bei Songscription hoch. Die KI hört zu und erkennt Töne und Harmonien. Heraus kommt eine Transkription, die du im Browser ansehen, abspielen und bearbeiten kannst. Früher ging für diesen Schritt oft ein ganzer Abend am Klavier drauf, weil man dieselben acht Takte immer wieder zurückgespult hat, um einen Akkordwechsel zu erwischen. Wenn das Tool den ersten Entwurf macht, fängst du schon nah am Ziel an und verbringst deine Zeit mit Feinschliff statt mit Suchen. Die Aufnahme musst du dafür weder in Spuren trennen noch sonst irgendwie vorbereiten. Die Originalaufnahme ist genau der richtige Ausgangspunkt.

Schritt 2: Akkorde und Aufbau übernehmen

Aus der Transkription hast du die Harmonien, und darauf baut ein Chordsheet auf: die Akkordfolge und die Stellen, an denen jeder Wechsel kommt. Leg den Aufbau des Songs übersichtlich an, also Strophe, Refrain, Bridge und falls vorhanden Tag oder Turnaround. Dann sehen alle im Team auf einen Blick, wo es langgeht. Wollen eure Sänger:innen auch die Melodie, lässt du sie einfach drin, und schon hast du statt eines reinen Chordsheets ein Leadsheet. Wie du die Akkordsymbole so aufräumst, dass deine Band sie so lesen kann, wie sie es gewohnt ist, steht in unserem Leitfaden, wie du Akkorde für jeden Song findest.

Schritt 3: in die passende Tonart für die Stimme transponieren

Die Tonart der Aufnahme passt zu der Stimme, die im Original singt, und nicht zu der Person, die diese Woche bei euch in der Gemeinde leitet. Beim Transponieren verschieben sich alle Akkorde und Töne um dasselbe Intervall. Der Song behält seinen Charakter und liegt trotzdem dort, wo es für die Stimme bequem ist. Nimm einen Refrain, der richtig hoch geht, von B-Dur nach G-Dur runter, und wer sich eben noch gequält hat, hat plötzlich Luft, die ganze Gemeinde mitzunehmen. Die Akkordsymbole passen sich beim Transponieren automatisch an, du musst das Chordsheet also nicht von Hand neu schreiben. Wie das im Einzelnen geht, zeigen wir im Artikel übers Transponieren in eine leichtere Tonart. Dasselbe Prinzip gilt, ob du einen Song leichter spielbar machen willst oder eine Lage suchst, die besser zur Stimme passt.

Schritt 4: für alle vereinfachen, die es brauchen

Lobpreisteams leben von Ehrenamtlichen mit ganz unterschiedlich viel Erfahrung. Auf der Aufnahme sind vielleicht jede Menge Klavier-Fills aus dem Studio und erweiterte Voicings an der Gitarre zu hören, die deine Leute am Sonntag nicht brauchen und so kurzfristig auch nicht lesen können. Beim Vereinfachen wird das Arrangement luftiger, ein voller Akkord schrumpft auf seinen Kern, und der Rhythmus wird ruhiger. So wird die Stimme für die Leute spielbar, die bei euch tatsächlich im Raum stehen, und der Song geht dabei nicht verloren. Du kannst eine vollere Fassung für die Erfahrenen behalten und eine abgespeckte für alle, die neu sind. Beide entstehen aus derselben Transkription. Wie das geht, steht in unserem Artikel übers Vereinfachen von Noten für Anfänger:innen. Willst du die volle Klavierstimme lieber ausgeschrieben haben, statt sie zu vereinfachen, zeigt dir der Artikel übers Transkribieren von Lobpreis-Klavier, wie du sie Ton für Ton festhältst.

Schritt 5: exportieren und teilen

Sobald das Chordsheet in der richtigen Tonart und auf dem richtigen Niveau ist, exportierst du ein PDF zum Drucken oder Projizieren, und deine Band liest von einem sauberen, einheitlichen Blatt. Will jemand am Notensatz noch weiter feilen, exportierst du MusicXML und öffnest die Datei in einem Notationsprogramm. Weil alles aus einer einzigen Transkription stammt, bleiben die Tonart für den Gesang, die vereinfachte Klavierstimme und das volle Gitarren-Chordsheet aufeinander abgestimmt. Das ist allemal besser, als am Abend vor dem Gottesdienst unpassende Chordsheets von drei verschiedenen Websites zusammenzustückeln.

Kurz zur Lizenz

Die meisten modernen Lobpreislieder sind urheberrechtlich geschützt. Wenn du sie für deine Gemeinde vervielfältigst, egal ob du Chordsheets druckst, Liedtexte projizierst oder Noten austeilst, brauchst du dafür in der Regel eine Lizenz. Viele Gemeinden regeln das über CCLI oder eine ähnliche Stelle. Ein selbst gebautes Chordsheet aus einer Aufnahme ändert daran nichts. Bei der Lizenzfrage geht es darum, wie ein Lied genutzt und weitergegeben wird, und nicht um das Tool, mit dem das Blatt entstanden ist. Bevor du Chordsheets breit verteilst, prüf, ob das Lied von der Lizenz deiner Gemeinde abgedeckt ist. Das hier ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Wenn du unsicher bist, frag bei der Person nach, die sich bei euch um die Lizenzen kümmert.

Häufige Fragen

Wie erstelle ich ein Chordsheet für ein Lobpreislied?

Nimm eine Aufnahme des Songs und transkribiere sie, dann hast du die Akkorde über der Melodie. Behalte die Akkordsymbole und den Aufbau des Songs, stell die Tonart ein, in der bei euch gesungen wird, und vereinfache jede Stimme, die voller ist, als deine Leute sie brauchen. Danach exportierst du ein sauberes PDF und teilst es mit der Band. Das mühsame Heraushören übernimmt ein Transkriptionstool, das aus der Aufnahme Akkorde und ein Leadsheet macht. Du bearbeitest also einen Entwurf und musst nicht alles von Grund auf nach Gehör erarbeiten.

Kann ich die Tonart eines Lobpreislieds an die Stimme anpassen?

Ja. Beim Transponieren wandern alle Akkorde und Töne um dasselbe Intervall nach oben oder unten. Der Song behält seine Gestalt, liegt aber dort, wo es für die Stimme bequem ist. Ist eine Aufnahme in B-Dur zu hoch, nimmst du sie mit einem Klick nach G-Dur oder A-Dur runter, und die Akkordsymbole passen sich automatisch an. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Lobpreisteams ihre eigenen Chordsheets bauen, statt eine feste veröffentlichte Fassung zu nehmen: Die gedruckte Tonart passt selten zu der Person, die tatsächlich leitet.

Brauche ich eine Lizenz, um Chordsheets für die Gemeinde zu erstellen?

Bei den meisten modernen Lobpreisliedern ja. Wer urheberrechtlich geschützte Lieder für die Gemeinde vervielfältigt, also etwa Chordsheets und Liedtexte druckt oder projiziert, braucht dafür in der Regel eine Lizenz. Viele Gemeinden regeln das über CCLI oder eine ähnliche Lizenzstelle. Daran ändert sich nichts, wenn du das Chordsheet mit einem Transkriptionstool erstellst. Es kommt darauf an, wie du die Lieder nutzt und weitergibst, und nicht darauf, wie das Blatt entstanden ist. Prüf die Lizenz deiner Gemeinde, bevor du Chordsheets breit verteilst, und vergewissere dich, dass das jeweilige Lied davon abgedeckt ist.

Liegt die Setlist für diese Woche als Aufnahmen vor? Mach daraus Chordsheets in deiner Tonart, dann spielt die ganze Band vom selben Blatt.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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