Dieser Artikel gehört zu unserem Ratgeber, wie du die Akkorde zu jedem Song bekommst.
Ein Nashville-Number-Chart kannst du für jeden Song in zwei Schritten schreiben. Zuerst brauchst du die Akkorde und die Tonart des Songs, dann ersetzt du jeden Akkord durch die Zahl der Stufe, auf der er steht. Das Nummerieren ist der leichte Teil. In C-Dur ist ein C-Akkord die 1, ein F-Akkord die 4, ein G-Akkord die 5, und die übrigen schreibst du genauso. Der andere Teil dauert länger und verlangt Können: Du musst Akkorde und Tonart erst einmal aus der Aufnahme heraushören. Genau diesen Teil kannst du inzwischen einem Transkriptionstool überlassen.
Chart-Apps wie JotChord oder die Nashville Numbers App hören sich deinen Song nicht an. Sie formatieren Zahlen, die du schon eingetippt hast, und die eigentliche Arbeit bleibt das Heraushören der Akkorde. Wenn du die Aufnahme transkribierst, bekommst du Akkorde und Tonart automatisch. Danach nummerierst du sie nur noch, und die ganze Sache dauert ein paar Minuten.
Was ein Nashville-Number-Chart ist
Ein Nashville-Number-Chart ist ein ganz normales Akkord-Chart mit einem einzigen Unterschied. Statt der Akkordnamen schreibst du die Zahl der Stufe, auf der jeder Akkord in der Tonart des Songs landet. Der Tonika-Akkord ist immer die 1, von dort zählst du die Tonleiter aufwärts, und so laufen die Zahlen von 1 bis 7. Studiomusiker:innen in Nashville haben sich das in den 1950er-Jahren ausgedacht, um bei Sessions schnell Charts zu schreiben. Bei solchen Sessions ist es heute Standard, und in Lobpreisteams ist es sehr verbreitet.
Durchgesetzt hat es sich, weil das Chart an keine Tonart gebunden ist. Jeder Akkord steht als Position relativ zur Tonart da und nicht als fester Akkordname, deshalb funktioniert dasselbe Blatt Papier in jeder Tonart. Soll der Song heute Abend für den Gesang einen Ganzton höher liegen, schreibt niemand das Chart um. Die 1 bleibt die Tonika und die 5 die Dominante, also überträgt die Band die Zahlen einfach auf die neue Tonart und transponiert beim Spielen. Dahinter steckt dieselbe Idee wie hinter der Transposition. Nur ist das Chart so gebaut, dass das Transponieren in Echtzeit im Kopf der Band passiert.
Ein Chart mit Akkordnamen liest du sofort, dafür hängt es an einer Tonart. Ein Zahlen-Chart braucht beim Lesen einen Moment länger, lässt sich aber ohne Aufwand in jede Tonart mitnehmen. Wechselt eine Band von Woche zu Woche die Tonart, weil verschiedene Leute singen, hat das Zahlen-Chart klar die Nase vorn. Deshalb ist es in so vielen Lobpreisbands der Normalfall.
Warum die Akkorde schwierig sind und nicht die Zahlen
Akkorde in Zahlen umzuwandeln ist Rechnen. Kennst du Tonart und Akkorde, ordnest du jeden Akkord einer Stufe zu, und fertig. Das lernt man an einem Nachmittag. Schwierig ist der Schritt davor: eine Aufnahme anhören und herausfinden, welche Akkorde da wirklich gespielt werden und in welcher Tonart der Song steht. Das ist Gehörbildung, und bis du das in verschiedenen Stilen schnell und zuverlässig kannst, vergehen Jahre.
Da liegt der Haken bei den Chart-Apps. JotChord und die Nashville Numbers App machen ihre Sache gut und setzen Zahlen sauber, sobald du sie eintippst. Deinen Song hört sich aber keine der beiden an. Du sitzt also weiterhin mit dem Track da, suchst die Tonart, hörst jeden Akkord einzeln heraus und trägst das Ergebnis ein. Die App formatiert, transkribieren kann sie nicht. Wenn die Akkorde dein Engpass sind, bringt dich ein Tool, das nur die Zahlen aufräumt, bei deinem eigentlichen Problem nicht weiter. Besser ist es, die Hörarbeit loszuwerden und dann zu formatieren, was dabei herauskommt.
Akkorde und Tonart aus der Aufnahme holen
Diesen Schritt kannst du automatisieren. Lass die Aufnahme durch ein Transkriptionstool laufen, das Töne, Akkorde und Tonart für dich erkennt. Bei Songscription lädst du eine Audiodatei hoch oder fügst den Link zu einem Video ein. Zurück bekommst du ein Leadsheet mit den Akkordsymbolen über der Notenzeile und die erkannte Tonart, dazu MIDI und eine interaktive Piano Roll. Die kannst du langsamer abspielen, wenn dir irgendetwas falsch vorkommt. Von Hand eingeben musst du nichts, und jeden Akkord kannst du im Browser korrigieren, bevor du mit dem Nummerieren anfängst.
Die Tonart ist genauso wichtig wie die Akkorde, weil jede Zahl an ihr gemessen wird. Liegst du bei der Tonart falsch, bezieht sich das ganze Chart auf die falsche Tonika. Wenn du sie selbst gegenprüfen willst, geht unser Ratgeber Tonart und BPM eines Songs herausfinden die Hinweise durch. Meist verrät dir auch schon die Akkordliste die Tonart, sobald du siehst, zu welchem Akkord der Song immer wieder zurückkehrt. Wie du ganz allgemein ein Akkord-Chart aus einem Track ziehst, erklärt So findest du die Akkorde zu jedem Song.
Akkorde in Zahlen umschreiben
Jetzt kommt der schnelle Teil. Schreib die Durtonleiter deiner Tonart auf und nummeriere sie von 1 bis 7. Dann ordnest du jeden Akkord deines Charts der Stufe zu, auf der sein Grundton liegt. In C-Dur heißt die Tonleiter C, D, E, F, G, A, H, und in englischsprachigen Charts steht für das H ein B. Die Zuordnung sieht so aus:
- C = 1 (Tonika, ein Durakkord, steht als bloße Zahl da)
- Dm = 2 m (Moll)
- Em = 3 m (Moll)
- F = 4 (Dur)
- G = 5 (Dur)
- Am = 6 m (Moll)
- Hdim = 7° (vermindert, in englischsprachigen Charts Bdim)
Achte auf das Muster bei den Akkordarten, denn es gilt in jeder Durtonart. Die Akkorde auf 1, 4 und 5 sind Dur und bekommen eine bloße Zahl. Die auf 2, 3 und 6 sind Moll und tragen ein kleines m (2 m, 3 m, 6 m). Der Akkord auf der 7 ist vermindert. Das sind die diatonischen Akkorde, also die, die aus den Tönen der Tonart gebildet werden. Ein Zeichen für die Akkordart setzt du nur, wenn ein Akkord von der einfachen Dur-Zahl abweicht. Die Folge C, Am, F, G in C-Dur wird zu 1, 6 m, 4, 5, und diese Zeile liest sich gleich, ob die Band sie in C spielt, in G oder in irgendeiner anderen Tonart.
Auch bei einem Akkord, der nicht aus der Tonart stammt, richtet sich die Schreibweise nach seiner Akkordart. Leiht sich ein Song in C-Dur einen D-Dur-Akkord, schreibst du eine einfache 2 und keine 2 m. Die bloße Zahl zeigt dann, dass hier nicht der diatonische Mollakkord steht, den man erwarten würde. Bei Slash-Akkorden schreibst du den Basston genauso mit: Ein C-Akkord mit E im Bass ist 1 über 3, geschrieben 1/3.
Für den Rhythmus kommen ein paar Zeichen zu den Zahlen dazu, und die brauchst du nur, wenn der Groove nicht von selbst klar ist. Eine Raute um eine Zahl heißt, dass du den Akkord hältst und klingen lässt. Ein kleines Dach über einer Zahl heißt, dass du hart anschlägst und kurz abstoppst. Ein Push wird als kleines schräges Zeichen vor den Akkord geschrieben: Der Akkord kommt dann eine Achtel früher und landet nicht auf der Zählzeit. Punkte oder kurze Striche über einer Zahl teilen einen ungleichmäßigen Takt in seine Zählzeiten auf. Die meisten Charts bleiben übersichtlich und bekommen diese Zeichen nur dort, wo das Arrangement sie braucht.
Wo Songscription ins Spiel kommt
Ein fertiges Nashville-Number-Chart exportiert Songscription nicht. Songscription übernimmt den Teil, der wirklich Zeit kostet und Können verlangt: Es hört sich die Aufnahme an und liefert dir automatisch die Akkorde, ein Leadsheet und die Tonart. Das Akkord-Chart in Zahlen umzuschreiben ist dann der Zwei-Minuten-Schritt von Hand aus dem Abschnitt oben. Das geht auf Papier, oder du tippst die Zahlen in JotChord oder die Nashville Numbers App, die fürs Formatieren solcher Zahlen gebaut sind.
Der schnelle Weg sieht also so aus: Transkribier den Song mit Songscription, damit du Akkorde und Tonart bekommst, lies die Tonart am Ergebnis ab, nummeriere die Akkorde von 1 bis 7 und setz die paar Rhythmuszeichen, die dein Arrangement braucht. Das Heraushören, also den Engpass, übernimmt das Tool, und dir bleibt die einfache Rechnerei. Willst du erst den ganzen Ablauf mit den Akkorden sehen, zeigt dir unser Ratgeber So findest du die Akkorde zu jedem Song alles von Anfang bis Ende. Wenn du so weit bist, fang bei Audio zu Noten an. Dort bekommst du Akkorde und Tonart, und daraus machst du die Zahlen.
Häufige Fragen
Was ist das Nashville Number System?
Mit dem Nashville Number System schreibst du ein Akkord-Chart mit Zahlen statt mit Akkordnamen. Jeder Akkord wird zu der Stufe, auf der er in der Tonart des Songs steht. Die 1 ist die Tonika, die 4 die Subdominante, die 5 die Dominante, und so geht es weiter bis zur 7. Weil das Chart in Zahlen geschrieben ist und in keiner festen Tonart, funktioniert dasselbe Blatt in jeder Tonart. Die Band liest einfach die Zahlen und spielt sie in der Tonart, die der Gesang gerade braucht. Entwickelt haben das Studiomusiker:innen in Nashville in den 1950er-Jahren. Heute ist es bei Studio-Sessions Standard und in Lobpreisteams sehr verbreitet.
Wie machst du aus Akkorden Nashville-Zahlen?
Bestimm zuerst die Tonart. Dann nummerierst du die Tonleiter dieser Tonart von 1 bis 7 und ordnest jedem Akkord seine Stufe zu. In C-Dur heißt die Tonleiter C D E F G A H, also ist C die 1, D die 2, E die 3, F die 4, G die 5, A die 6 und H die 7. In englischsprachigen Charts steht für das H ein B. Aus einem C-Akkord wird 1, aus einem F-Akkord 4, aus einem G-Akkord 5. Die Akkordart schreibst du hinter die Zahl: In einer Durtonart sind die Akkorde auf 2, 3 und 6 Moll (2m, 3m, 6m), der Akkord auf der 7 ist vermindert, und die auf 1, 4 und 5 sind Dur und stehen als bloße Zahl da.
Kann man ein Nashville-Number-Chart in jeder Tonart spielen?
Ja, genau dafür ist das System da. Jede Zahl beschreibt, wo ein Akkord im Verhältnis zur Tonart steht, und nennt keinen bestimmten Akkordnamen. Dasselbe Chart funktioniert also in jeder Tonart, in der der Song gespielt wird. Soll der Song einen Ganzton höher liegen, schreibt niemand etwas um. Die 1 ist weiterhin die Tonika, die 5 weiterhin die Dominante, und alle in der Band übertragen die Zahlen beim Spielen auf die neue Tonart. Deshalb arbeiten Studios und Lobpreisteams damit, wenn sich die Tonart in letzter Minute ändern kann.
Exportiert Songscription ein Nashville-Number-Chart?
Nicht als eigenes Format. Songscription transkribiert die Aufnahme und liefert dir die Akkorde, ein Leadsheet und die Tonart. Für genau diesen Teil muss man richtig gut hören können. Aus dem Akkord-Chart Zahlen zu machen, ist dann der schnelle Schritt von Hand: Wenn Tonart und Akkorde vor dir liegen, hast du alles in ein paar Minuten durchnummeriert. Songscription nimmt dir also den langsamen, fehleranfälligen Teil der Arbeit ab, und dir bleibt die einfache Umwandlung. Die kannst du auf Papier machen oder in einer Chart-App wie JotChord oder der Nashville Numbers App.
