RessourcenMusiktranskriptionAndrew Carlins•7 Min. Lesezeit

So findest du Tonart, Tempo und BPM eines Songs heraus

Bevor du einen Song spielen oder arrangieren kannst, brauchst du seine Tonart und sein Tempo. Beides findest du nach Gehör heraus. Schneller geht es, wenn du Tonart, BPM und Taktart automatisch aus der Aufnahme erkennen lässt.

Tonart, Tempo und BPM eines Songs nach Gehör finden oder per Transkription, die Tonart, Tempo und Taktart aus der Aufnahme erkennt

Die Tonart eines Songs findest du nach Gehör, indem du seinen Grundton suchst und prüfst, ob der Song nach Dur oder Moll klingt. Das Tempo bekommst du heraus, wenn du mitklopfst und die Schläge pro Minute zählst. Am schnellsten kommst du an Tonart, Tempo und Taktart, wenn du die Aufnahme durch ein Transkriptionstool laufen lässt, das alle drei für dich erkennt. Das Ergebnis prüfst du danach noch einmal.

Diese drei Werte brauchst du als Erstes, bevor du einen Song spielst, transponierst oder arrangierst. Die Wege nach Gehör lohnen sich, weil sie genau das Hören trainieren, auf dem alles andere aufbaut. Der automatische Weg ist für die Momente da, in denen du einfach die Antwort brauchst und weitermachen willst.

Die Tonart nach Gehör finden

Fang mit dem Grundton an, dem Ton, zu dem die Musik immer wieder zurückzieht. Summ den Song mit und achte auf den Ton, der sich nach Ruhe anfühlt. Auf ihm landet die Melodie, wenn eine Phrase endet, und mit ihm würdest du ganz von selbst aufhören. Dieser Ton heißt Tonika und gibt der Tonart ihren Namen. Such ihn auf einem Keyboard oder mit einem Stimmgerät, dann weißt du, wie er heißt.

Als Nächstes klärst du, ob die Tonart Dur oder Moll ist. Dur klingt meist hell und offen, Moll eher dunkler und wehmütiger. Sing vom Grundton aus die Tonleiter hinauf, die der Song zu benutzen scheint, und hör auf den dritten Ton. Klingt diese Terz hell und fröhlich, spricht das für Dur. Klingt sie gedrückter und trauriger, spricht das für Moll. Ein Song, der auf C zur Ruhe kommt und hell klingt, steht in C-Dur; einer, der auf A zur Ruhe kommt und düster klingt, in a-Moll.

Prüf deine Vermutung dann an der Akkordfolge. Der erste und der letzte Akkord eines Songs verraten fast immer die Tonart, weil Songs meist mit dem Akkord auf der Tonika anfangen und aufhören. Kehrt die Akkordfolge immer wieder zu einem G-Akkord zurück und endet der Song dort, ist G sehr wahrscheinlich deine Tonart. Mehr Hintergrund dazu, was eine Tonart eigentlich festlegt, findest du in unserem Ratgeber zur Tonartvorzeichnung. Dort steht, welche Kreuze und Bes zu jeder Tonart gehören. Wie du die Akkorde selbst heraushörst, zeigt dir unsere Anleitung Akkorde zu jedem Song finden.

Tempo und BPM bestimmen

Das Tempo sagt einfach, wie schnell sich ein Song bewegt, und wird in Schlägen pro Minute gemessen, kurz BPM. Ein Schlag ist der gleichmäßige Puls, zu dem du mit dem Fuß wippst, und BPM zählt, wie viele davon in eine Minute passen. Eine langsame Ballade liegt oft bei etwa 70 BPM, ein flotter Popsong eher um die 120.

Zum Messen tippst du genau diesen Puls mit, also den, zu dem du ohne nachzudenken klatschen würdest. Zähl, wie viele Schläge in 15 Sekunden fallen, und nimm die Zahl mal vier. 25 Schläge in 15 Sekunden ergeben 100 BPM. Weil du über 15 Sekunden zählst und dann hochrechnest, verfälscht ein einzelner Zählfehler das Ergebnis viel weniger, als er es bei einer Messung über eine einzige Sekunde täte.

Noch schneller geht es mit Tap Tempo. Die meisten Metronom-Apps haben eine Taste, die du im Takt der Musik antippst, und die App bildet daraus den Mittelwert in BPM. Tipp ein paar Sekunden lang, warte, bis sich die Zahl einpendelt, und schon hast du dein Tempo, ganz ohne Rechnen.

Die Taktart herausfinden

Die Taktart sagt dir, wie sich die Zählzeiten gruppieren. Hör auf die wiederkehrende Betonung, den kräftigen Schlag, der sich wie der Anfang jeder Runde anfühlt, und zähl, wie viele Zählzeiten von einer Betonung bis zur nächsten vergehen. Diese Zahl ist der Kern der Taktart.

Kommt die Betonung alle vier Zählzeiten (EINS-zwei-drei-vier, EINS-zwei-drei-vier), ist es ein 4/4-Takt, in der Popmusik mit Abstand die häufigste Taktart. Kommt sie alle drei (EINS-zwei-drei, das Walzergefühl), ist es ein 3/4-Takt. Eine wiegende Sechsergruppe, die du als zwei große Schwünge spürst, ist meistens ein 6/8-Takt. Zähl deshalb erst mal in Vierern und wechsle nur, wenn es partout nicht passt. Was die obere und die untere Zahl bedeuten, erklärt unser Ratgeber zu Taktarten genauer.

Der automatische Weg

Am schnellsten geht es, wenn du dir die Handarbeit sparst und die Werte von einer Software aus der Aufnahme erkennen lässt. Beim Transkribieren muss das Tool Tonart, Tempo und Taktart sowieso bestimmen, um die Noten richtig zu setzen, und kann sie dir dann einfach anzeigen. Songscription erkennt alle drei automatisch, wenn es eine Audiodatei, einen Link von YouTube, TikTok oder Instagram oder eine Live-Aufnahme in Noten umwandelt, und zeigt die Akkordsymbole direkt bei den Noten an.

Nimm die erkannten Werte als gute erste Schätzung und verlass dich nicht blind darauf. Die automatische Tonarterkennung nennt manchmal die Paralleltonart statt der, die du hörst, denn die beiden haben dieselben Töne. Die Tempoerkennung landet mitunter bei der Hälfte oder dem Doppelten des echten Werts und hört einen Song mit 90 BPM als 45 oder 180. Wirf einen kurzen Blick auf das Ergebnis und gleich es mit deinem Gehör ab. Passt die angezeigte Tonart zu dem Akkord, auf dem der Song zur Ruhe kommt? Stimmen die BPM mit dem Puls überein, den du mittippst?

Mit dem kostenlosen Zugang werden die ersten 30 Sekunden transkribiert, und das reicht locker, um Tonart und Tempo eines Songs abzulesen. Am saubersten klappt die Erkennung bei der Aufnahme eines einzelnen Instruments, bei einem dichten Mix einer ganzen Band weniger. Anfangen kannst du direkt auf unserer Seite Audio in Noten. Wenn du wissen willst, wie die Erkennung im Inneren funktioniert, erklärt dir unser Artikel So funktioniert KI-Musiktranskription die Einzelheiten.

Häufige Fragen

Wie findest du die Tonart eines Songs heraus?

Such den Grundton, also den Ton, zu dem die Melodie immer wieder zurückkehrt und der sich nach Ruhe anfühlt. Dann hörst du, ob der Song hell klingt (Dur) oder dunkler und wehmütiger (Moll). Prüf deine Vermutung an der Akkordfolge, denn der erste und der letzte Akkord eines Songs verraten meistens die Tonart. Grundton und Tongeschlecht ergeben zusammen den Namen der Tonart, zum Beispiel G-Dur oder e-Moll.

Wie findest du die BPM eines Songs heraus?

Wipp mit dem Fuß den gleichmäßigen Puls mit, zu dem du ganz von selbst klatschen würdest. Zähl, wie viele Schläge in 15 Sekunden fallen, und nimm die Zahl mal vier. Das Ergebnis sind die Schläge pro Minute. Eine Tap-Tempo-Taste in einer Metronom-App rechnet das für dich aus. Du kannst das Tempo auch von einem Transkriptionstool aus der Aufnahme erkennen lassen. Prüf den Wert danach, denn die automatische Erkennung liefert manchmal die Hälfte oder das Doppelte des echten Tempos.

Wie findest du die Taktart heraus?

Hör auf die Betonung, die immer wiederkehrt, und zähl, wie viele Zählzeiten von einer Betonung bis zur nächsten vergehen. Kommt sie alle vier Zählzeiten, ist es ein 4/4-Takt, alle drei Zählzeiten ein 3/4-Takt, und eine wiegende Sechsergruppe ist meistens ein 6/8-Takt. Die meiste Popmusik steht im 4/4-Takt. Fang also damit an und wechsle erst, wenn das Zählen nicht aufgeht.

Kann eine App Tonart und Tempo eines Songs automatisch erkennen?

Ja. Ein Transkriptionstool analysiert die Aufnahme und gibt neben den Noten auch Tonart, Tempo und Taktart aus. Songscription erkennt alle drei automatisch, wenn es eine Datei, einen Link oder eine Aufnahme transkribiert. Nimm das Ergebnis als gute erste Schätzung und prüf es nach, denn die automatische Erkennung landet manchmal bei der Paralleltonart oder nennt ein Tempo, das halb oder doppelt so hoch ist wie das echte.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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