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Der Unterschied zwischen Bindebogen und Haltebogen

Bindebogen und Haltebogen sind beide geschwungene Linien und sehen fast gleich aus, bedeuten aber Gegensätzliches. So hältst du sie auseinander und spielst jeden der beiden richtig.

Bindebogen und Haltebogen im Vergleich, zwei fast gleich aussehende geschwungene Linien. Die eine verbindet verschiedene Töne legato, die andere hält zwei Noten als einen Ton aus.

Haltebogen und Bindebogen sind beide geschwungene Linien, bedeuten aber Gegensätzliches. Ein Haltebogen verbindet zwei Noten derselben Tonhöhe zu einer längeren Note, die du durchhältst. Ein Bindebogen verbindet zwei oder mehr Noten mit unterschiedlicher Tonhöhe und sagt dir, dass du sie gebunden spielst, also legato. Welcher Bogen gemeint ist, erkennst du leicht: Haben die beiden Noten unter dem Bogen dieselbe Tonhöhe, ist es ein Haltebogen; sind die Tonhöhen verschieden, ist es ein Bindebogen.

Was ein Haltebogen macht

Ein Haltebogen verbindet zwei Noten derselben Tonhöhe zu einer einzigen Dauer. Du spielst den Ton einmal und hältst ihn so lange wie beide Notenwerte zusammen. Eine Viertelnote mit Haltebogen zu einer Achtelnote ergibt also keine zwei Anschläge. Du hörst einen Ton, der einmal erklingt und so lange weiterklingt wie eine Viertel und eine Achtel zusammen. Die zweite Note schlägst du nie neu an, der Haltebogen verlängert einfach die erste.

So schreibt die Notation Längen, die ein einzelnes Notenzeichen nicht darstellen kann. Das brauchst du vor allem am Taktstrich, wenn ein Ton vom Ende eines Takts bis in den nächsten weiterklingen muss, oder über eine Zählzeit hinweg, wo auch eine punktierte Note nicht sauber passt. Wie du Notenwerte zählst und zusammenrechnest, kannst du in unserem Artikel zu Notenwerten und Rhythmus noch einmal nachlesen.

Was ein Bindebogen macht

Ein Bindebogen reicht über zwei oder mehr Noten mit unterschiedlicher Tonhöhe. Du spielst sie gebunden, ohne jeden Ton neu anzusetzen. Jede Note unter dem Bogen bleibt ein eigener Ton, die Übergänge dazwischen sind aber fließend, ohne neuen Anschlag in der Mitte.

Wie du diese Verbindung hinbekommst, hängt von deinem Instrument ab. Auf einem Streichinstrument nimmst du die gebundenen Noten in einem einzigen Bogenstrich. Auf einem Blasinstrument spielst du sie in einem Atemzug und stößt nicht neu an. Auf dem Klavier verlangt ein Bindebogen einen weichen Legato-Anschlag: Jeder Finger bleibt liegen, bis der nächste anschlägt, sodass zwischen den Tönen keine Lücke zu hören ist.

So hältst du sie auseinander

Schau dir die Tonhöhen unter dem Bogen an. Die Linie selbst sieht bei beiden gleich aus, deshalb verraten dir nur die Tonhöhen zuverlässig, welcher Bogen gemeint ist.

  • Verbindet der Bogen zwei Noten auf derselben Linie oder im selben Zwischenraum, also mit gleicher Tonhöhe, ist es ein Haltebogen. Du hältst beide Noten als einen durchgehenden Ton.
  • Reicht der Bogen über Noten mit verschiedenen Tonhöhen, ist es ein Bindebogen. Du spielst die Töne gebunden, und jeder behält seine eigene Tonhöhe.
  • Spannt sich ein einzelner Bogen über eine lange Folge von Noten mit wechselnden Tonhöhen, ist es ein Phrasierungsbogen. Er markiert eine musikalische Phrase, die du als eine zusammenhängende Linie gestaltest.

Was passiert, wenn du sie verwechselst

Verwechselst du einen Haltebogen mit einem Bindebogen oder umgekehrt, hört man das sofort. Liest du einen Haltebogen als Bindebogen, schlägst du die zweite Note noch einmal an, obwohl du die erste durchhalten solltest. Dann kommt ein Anschlag dazu, der nicht hingehört, und der gemeinte Ton wird kürzer. Liest du einen Bindebogen als Haltebogen, bleibst du auf einem Ton liegen, obwohl du zu einem neuen wechseln solltest, und lässt Töne weg, die in den Noten stehen.

Ein Haltebogen betrifft Rhythmus und Notenwert. Viele Synkopen entstehen genau so: Eine Note wird über eine betonte Zählzeit gehalten, und die Betonung rutscht von dieser Zählzeit weg. Ein Bindebogen betrifft dagegen die Artikulation, also wie Töne angesetzt und miteinander verbunden werden. Darum geht es zusammen mit den Lautstärkezeichen in unserem Artikel über Dynamik und Artikulation. Wenn du beim Notenlesen noch nicht so sicher bist, fang mit Noten lesen lernen an. Kurze Erklärungen zu weiteren Begriffen findest du im Glossar der Notenschrift.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bindebogen und Haltebogen?

Haltebogen und Bindebogen sind beide geschwungene Linien, bedeuten aber Gegensätzliches. Ein Haltebogen verbindet zwei Noten mit derselben Tonhöhe zu einer einzigen, längeren Note, die du durchhältst. Ein Bindebogen verbindet zwei oder mehr Noten mit unterschiedlicher Tonhöhe und sagt dir, dass du sie gebunden spielst, ohne jeden Ton neu anzusetzen. Haben die Noten unter dem Bogen dieselbe Tonhöhe, ist es ein Haltebogen. Sind die Tonhöhen verschieden, ist es ein Bindebogen.

Woran erkennst du, ob ein Bogen ein Bindebogen oder ein Haltebogen ist?

Schau dir die Tonhöhen unter dem Bogen an. Verbindet er zwei Noten auf derselben Linie oder im selben Zwischenraum, also mit gleicher Tonhöhe, ist es ein Haltebogen, und du hältst beide als einen durchgehenden Ton. Reicht der Bogen über Noten mit verschiedenen Tonhöhen, ist es ein Bindebogen, und du spielst die Töne gebunden. Spannt sich ein einzelner Bogen über viele Noten mit wechselnden Tonhöhen, ist es ein Phrasierungsbogen.

Was macht ein Haltebogen mit dem Rhythmus?

Ein Haltebogen zählt die Notenwerte der beiden gleich hohen Noten zu einem gehaltenen Ton zusammen. Du setzt den Ton also nur einmal an und hältst ihn so lange, wie beide Werte zusammen dauern. Eine Viertelnote, die per Haltebogen mit einer Achtelnote verbunden ist, klingt wie ein einziger Ton von der Länge einer punktierten Viertel. Mit Haltebögen lässt sich ein Ton über einen Taktstrich hinweg halten oder eine Länge schreiben, für die es kein einzelnes Notenzeichen gibt.

Was sagt dir ein Bindebogen?

Die Noten unter einem Bindebogen spielst du gebunden, also legato, ohne jeden Ton neu anzusetzen. Auf einem Streichinstrument heißt das ein einziger Bogenstrich für alle gebundenen Noten, auf einem Blasinstrument ein durchgehender Atem und auf dem Klavier ein weicher Legato-Anschlag ohne Lücke zwischen den Tönen.

Wenn du bei einem Bogen in deinen Noten unsicher bist, ob er ein Haltebogen oder ein Bindebogen sein soll, nimmt dir Songscription diese Entscheidung ab. Bei der Transkription deiner Aufnahme entscheidet es anhand der Tonhöhen, ob ein Ton gehalten oder eine Phrase gebunden wird.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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