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Ein Song in fünf Schwierigkeitsgraden und was sich dabei wirklich ändert

Derselbe Song kann eine ruhige Melodie über einzelnen Basstönen sein oder ein voller Satz für beide Hände mit bewegten Mittelstimmen. Wir gehen mit einer bekannten Melodie durch alle fünf Stufen der Klavier-Cover. Du siehst, was sich bei jedem Schritt tatsächlich ändert, wie du deine Stufe wählst und wann du eine höher gehen kannst.

Dasselbe Klavier-Cover in fünf Schwierigkeitsgraden nebeneinander, von einer sparsamen Fassung für den Einstieg bis zu einem dichten Arrangement für Fortgeschrittene

Wenn ein Song in fünf Schwierigkeitsgraden arrangiert wird, bleibt die Melodie gleich, und fast alles um sie herum ändert sich: wie viele Töne gleichzeitig klingen, wie viel die linke Hand zu tun hat, wie dicht der Rhythmus wird und wie weit die Hände wandern. Wir gehen hier mit einer bekannten Melodie durch jede Stufe, damit du genau siehst, was bei jedem Schritt dazukommt.

Klavier-Cover von Songscription gibt es in fünf Stufen: „Leicht bis mittel“, „Mittel“, „Mittel bis schwer“, „Schwer“ und „Automatisch“. Du wählst eine vor der Transkription und kannst das Cover später in einer anderen neu erstellen lassen. Um die allgemeine Theorie, also Stufensysteme, Prüfungsordnungen und was ein Stück überhaupt schwer macht, geht es in Schwierigkeitsgrade bei Noten erklärt. Lehrer:innen, die Stufen für ihre Schüler:innen planen, finden den passenden Ablauf in Schwierigkeit von Transkriptionen für Klavierschüler:innen anpassen. Hier schauen wir uns einen einzigen Song Stufe für Stufe ganz genau an.

Der Beispielsong

Wir nehmen Amazing Grace, ein gemeinfreies Kirchenlied, das fast alle mitsummen können. Es steht in einem ruhigen Dreiertakt, die Melodie bewegt sich meist schrittweise mit ein paar Sprüngen nach oben, und die Harmonie kommt mit drei oder vier Akkorden aus. Gerade weil das Lied so schlicht ist, hörst du jede Schicht gut heraus, die ein Arrangement hinzufügt.

Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Änderungen du auf jeder Stufe erwarten kannst. Für jede einzelne Note ist das keine Garantie. Jede Aufnahme ist anders, und das Cover entsteht aus dem, was in deiner steckt.

Bei „Leicht bis mittel“ trägt ein einfaches Fundament die Melodie

Auf dieser Stufe hat die rechte Hand die Melodie, meist Ton für Ton, und die linke Hand liefert die Harmonie in ihrer einfachsten Form. Rechne mit einzelnen Basstönen oder einfachen Zweiklängen, die einen ganzen Takt lang gehalten werden und auf der ersten Zählzeit einsetzen.

  • Dichte: dünn, insgesamt klingen oft zwei oder drei Töne gleichzeitig.
  • Töne pro Hand: rechts meist einzelne Töne, links einer oder zwei.
  • Linke Hand: gehaltene Grundtöne oder leere Quinten, die wechseln, wenn der Akkord wechselt.
  • Rhythmus: meist der Rhythmus der Melodie selbst, Verzierungen und Auftakte sind geglättet.
  • Tonumfang: beide Hände bleiben nah an der Mitte der Tastatur und wechseln selten die Lage.

Du erkennst den Song sofort und kannst dich darauf konzentrieren, die Melodie über einem ruhigen Fundament singen zu lassen.

Bei „Mittel“ wird es voller und bleibt bequem

„Mittel“ füllt den Klang auf, ohne dass es für zwei Hände unbequem wird. An wichtigen Stellen setzt die rechte Hand einen Harmonieton unter die Melodie, und die linke Hand fängt an, sich innerhalb des Takts zu bewegen.

  • Dichte: vollere Akkorde am Anfang von Phrasen und an Kadenzen.
  • Linke Hand: ein einfaches Muster, zum Beispiel erst der Basston und dann auf Zählzeit zwei und drei der Akkord. Das ist das klassische Walzermuster für einen Song im Dreiertakt.
  • Rhythmus: etwas mehr Bewegung, aber noch überwiegend auf der Zählzeit.
  • Tonumfang: die linke Hand greift für den Basston nach unten und für den Akkord wieder nach oben.

Oft klingt ein Cover ab hier nach Klaviermusik und nicht mehr nach einer Melodie mit Begleitung.

Bei „Mittel bis schwer“ kommen Harmonie und Bewegung dazu

„Mittel bis schwer“ bringt dichtere Harmonien und mehr Bewegung zwischen den Händen. Wo die Fassung „Mittel“ einen Akkord vielleicht nur hält, füllt diese den Raum aus.

  • Dichte: die rechte Hand spielt oft oben die Melodie und darunter zwei Harmonietöne.
  • Linke Hand: gebrochene Akkorde, die durch den Takt fließen, und an wichtigen Stellen Oktaven im Bass.
  • Rhythmus: Durchgangsnoten und Fills zwischen den Phrasen der Melodie.
  • Koordination: die Hände erledigen gleichzeitig deutlich verschiedene Aufgaben. Das ist auf dieser Stufe die wichtigste neue Fähigkeit.

Kam dir „Mittel“ leicht vor und hat dir trotzdem die Fülle der Aufnahme gefehlt, ist das meistens der nächste Schritt.

Bei „Schwer“ stecken die meisten Details drin

„Schwer“ ist die anspruchsvollste Stufe mit den meisten Details. Sie versucht, so viel von dem einzufangen, was du in der Aufnahme hörst, wie zwei Hände schaffen können.

  • Dichte: volle Voicings, Mittelstimmen und manchmal die Melodie in Oktaven verdoppelt.
  • Linke Hand: weite Muster, die auch mehr als eine Oktave umfassen können, dazu bewegte Basslinien.
  • Rhythmus: Synkopen und schnellere Unterteilungen, wo die Aufnahme sie hat.
  • Tonumfang: große Sprünge und die äußeren Lagen der Tastatur.

„Schwer“ liegt dir, wenn du dichte Akkorde sicher liest und dich schnell über die Tastatur bewegst. Ein langsames Kirchenlied klingt damit üppig, bei einem schnellen Popsong kann es richtig anstrengend werden.

„Automatisch“ bleibt so nah wie möglich an der Aufnahme

„Automatisch“ funktioniert anders als die anderen vier Stufen. Statt einen bestimmten Schwierigkeitsgrad anzusteuern, bleibt diese Stufe so nah wie möglich an der Aufnahme. Eine ruhige Soloklavier-Aufnahme von Amazing Grace kann einfach und luftig herauskommen, ein großes Gospel-Arrangement desselben Lieds dicht und anspruchsvoll.

Nimm „Automatisch“, wenn dir Treue zum Original wichtiger ist als der Schwierigkeitsgrad, zum Beispiel wenn du hören willst, was im Original tatsächlich am Klavier gespielt wurde, oder wenn du das Arrangement selbst bearbeiten willst.

Die Stufen im Vergleich

StufeDichteLinke HandRhythmusTonumfang
Leicht bis mittelMelodie und einfacher BassGehaltene Grundtöne oder QuintenRhythmus der Melodie, geglättetNah am mittleren C
MittelVoller an wichtigen StellenEinfaches Muster, etwa Bass, dann AkkordEtwas BewegungEtwas weitere Griffe
Mittel bis schwerDichtere HarmonieGebrochene Akkorde, OktavenFills und DurchgangsnotenMehr Bewegung
SchwerDie meisten DetailsWeite Muster, bewegter BassSynkopen, wo sie zu hören sindGroße Sprünge
AutomatischFolgt der AufnahmeFolgt der AufnahmeFolgt der AufnahmeFolgt der Aufnahme

Wie findest du deine Stufe?

Wähl die Stufe, bei der dich die ersten Takte fordern, aber nicht überfordern. Spiel sie langsam. Hängst du fast bei jeder Note, geh eine Stufe runter. Kannst du sie beim ersten Versuch schon fast im Tempo spielen, geh eine hoch.

Ein paar Faustregeln:

  • Du spielst noch nicht lange mit beiden Händen: fang mit „Leicht bis mittel“ an.
  • Deine linke Hand hält ein Muster, während die rechte eine Melodie spielt: probier „Mittel“.
  • Du liest Akkorde schnell und willst einen volleren Klang: „Mittel bis schwer“ oder „Schwer“.
  • Du willst hören, was die Aufnahme wirklich macht: „Automatisch“.

Wie viel Arbeit ein Song insgesamt macht, kannst du mit Wie lange dauert es, einen Song am Klavier zu lernen? abschätzen.

Wie gehst du eine Stufe höher?

Lern den Song auf einer Stufe und lass ihn dann eine Stufe höher neu erstellen. Auf der Seite deiner Transkription geht das in etwa 30 Sekunden, und jede Stufe entsteht neu aus der Aufnahme. Melodie und Form des Songs kennst du dann schon. Deshalb fühlt sich die neue Fassung so an, als kämen nur Schichten dazu, und du musst nicht von vorn anfangen.

Du hast schon Noten statt einer Aufnahme? Mit „Schwierigkeitsgrad anpassen“ vereinfachst du vorhandene Noten, zum Beispiel eine importierte MusicXML-Datei, auf die Stufen 1 bis 5. Stufe 6 ist das Original. Das funktioniert nach festen Regeln: Es wird ausgedünnt, was auf dem Blatt steht, und nichts aus dem Audio neu arrangiert. Wie du ein Stück von Hand vereinfachst, steht in unserem Artikel ein Klavierstück leichter spielbar machen.

Häufige Fragen

Was ändert sich zwischen den Schwierigkeitsgraden am Klavier?

Vor allem fünf Dinge ändern sich: die Dichte, also wie viele Töne gleichzeitig klingen, wie viele Töne jede Hand spielt, das Muster der linken Hand, wie dicht der Rhythmus ist und welchen Tonumfang die Hände abdecken. Auf einer niedrigeren Stufe bleiben Melodie und Grundharmonie erhalten, und alles drumherum wird ausgedünnt. Auf einer höheren Stufe werden die Akkorde voller, die linke Hand ist mehr in Bewegung, der Rhythmus wird lebendiger, und die Sprünge werden größer.

Welchen Schwierigkeitsgrad soll ich für ein Klavier-Cover wählen?

Nimm die Stufe, bei der du die ersten Takte langsam und mit etwas Mühe spielen kannst, ohne völlig rauszukommen. Ist jeder Takt ein Kampf, geh eine Stufe runter. Kannst du es fast vom Blatt spielen, geh eine hoch. Im Zweifel fängst du tiefer an, lernst den Song und steigst auf, sobald du weißt, wie er geht.

Was ist die Stufe „Automatisch“?

„Automatisch“ ist die Stufe, die so nah wie möglich an der Originalaufnahme bleibt. Sie steuert keinen bestimmten Schwierigkeitsgrad an, sondern folgt dem, was im Song tatsächlich passiert. Eine sparsam arrangierte Ballade bleibt also sparsam, und ein voller Track bleibt voll. Wähl sie, wenn du die Fassung willst, die dem Original am treuesten ist, und eine der anderen vier, wenn das Arrangement zu einem bestimmten Niveau passen soll.

Kann ich den Schwierigkeitsgrad eines Klavier-Covers nachträglich ändern?

Ja. Auf der Seite deiner Transkription kannst du das Cover in einem anderen Schwierigkeitsgrad neu erstellen lassen, und das dauert etwa 30 Sekunden. Jede Stufe entsteht dabei neu aus der Aufnahme und wird nicht aus der vorherigen Fassung zusammengekürzt. Hast du schon Noten, zum Beispiel eine importierte MusicXML-Datei, vereinfacht „Schwierigkeitsgrad anpassen“ sie auf die Stufen 1 bis 5. Stufe 6 ist das Original.

Probier es mit einem Song aus, den du magst, und hol dir leichte Klaviernoten aus jeder Aufnahme.

Zur Person

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Songscription

Von Musiker:innen für Musiker:innen gemacht

Songscription macht aus jeder Aufnahme Noten, MIDI und Tabs. Dieser Beitrag kommt von den Musiker:innen und Entwickler:innen, die an den Tools arbeiten, die wir selbst gern gehabt hätten. Die Noten nehmen wir ernst, unsere Wortspiele noch ernster. Sollte eins davon schief klingen, entschuldigen wir uns schon mal im Voraus.

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