AnleitungNotenAndrew Carlins•9 Min. Lesezeit

So arrangierst du einen Song für Trompete

Die Trompete spielt immer nur eine Linie und steht in B. Beim Arrangieren geht es deshalb vor allem darum, die richtige Melodie zu wählen und sie in die passende Tonart und Lage zu bringen. Hier liest du, wie du von einer Aufnahme zu einer Trompetenstimme kommst, die gut auf dem Instrument liegt.

So arrangierst du einen Song für Trompete

Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden zum Arrangieren für jedes Instrument.

Einen Song für Trompete zu arrangieren ist weniger Arbeit als ein Klavierarrangement, und das ist gut so. Die Trompete spielt immer nur eine Linie. Du baust also keine Akkorde und musst nichts auf zwei Hände verteilen. Stattdessen beantwortest du zwei Fragen: Welche Linie spielt die Trompete, und in welcher Tonart und Lage liest sie sie? Liegst du bei beiden richtig, hast du eine Stimme, die gut auf dem Instrument liegt und beim Spielen Spaß macht. Mit der falschen Tonart drückst du jemandem dagegen eine Stimme in die Hand, die sich vom ersten Ton an sperrt. Willst du dir die Handarbeit lieber sparen, kann Songscription die Melodie eines beliebigen Songs automatisch als Trompetensolo arrangieren und gleich in die passende Tonart setzen. Mehr dazu steht im letzten Abschnitt.

Arrangieren für eine einzige Linie

Transkribieren und Arrangieren sind zwei verschiedene Aufgaben. Eine Transkription hält fest, was gespielt wurde. Beim Arrangieren entscheidest du, was ein neues Instrument stattdessen spielen soll. In unserem Artikel zum Arrangieren für Klavier geht es ausführlich um diesen Unterschied, und das meiste davon gilt genauso für die Trompete. Anders ist nur, dass die Trompete einstimmig spielt. Es gibt keine Akkorde zu verteilen und keine Begleitung zu schreiben. Die ganze Arbeit besteht darin, eine sangliche Linie zu formen und sie dort zu halten, wo sich die spielende Person auf Dauer wohlfühlt.

Die richtige Linie für die Trompete finden

Meistens übernimmt die Trompete die Melodie, und dort fängst du am besten auch an. Ein Song steckt aber voller Linien, die sich zu spielen lohnen: eine Hook aus dem Gesang, ein Riff eines Instruments, eine Gegenmelodie, die der Hauptmelodie antwortet. Auf der Trompete klingt eine Linie mit Kontur und Luft besser als eine Wand aus durchgehenden Noten. Sie muss atmen können. Nimm die Linie, die am besten wirkt, wenn ein helles, tragendes Instrument sie vorträgt. Du kannst auch in verschiedenen Teilen des Songs verschiedene Linien hervorheben. Dann hat die Stimme einen Bogen und wiederholt nicht immer dieselben acht Takte.

Tonart und Tonumfang der Trompete

Die normale Trompete ist ein B-Instrument. Sie klingt eine große Sekunde tiefer als notiert, und deshalb lesen Trompeter:innen Noten, die gegenüber der klingenden Notation eine große Sekunde nach oben transponiert sind. Schreibst du eine Stimme eigens für Trompete, transponierst du deine klingend notierte Linie also eine große Sekunde nach oben. Dann sieht die spielende Person genau die Töne, die sie erwartet. Wer allein aus einem Leadsheet spielt, kann auch klingend lesen, eine echte Trompetenstimme ist aber transponiert.

Der Tonumfang ist genauso wichtig. Notiert reicht er bei der B-Trompete vom Fis direkt unter dem mittleren C bis zum hohen C zwei Oktaven über dem mittleren C. Diesen ganzen Bereich kannst du nutzen, nur ist die Höhe anstrengend und exponiert. Lass den Großteil deiner Linie deshalb in der bequemen Mittellage und heb dir die hohen Töne für die Momente auf, die sie wirklich verdienen. Rutscht die Linie in deiner Tonart zu hoch oder zu tief, setz das ganze Arrangement in eine andere Tonart, bis sie bequem liegt. Genauso machen es Lehrer:innen, wenn sie ein Stück in eine leichtere Tonart transponieren.

Trompetengerecht schreiben

  • Bau Pausen in die Phrasen ein, damit Zeit zum Atmen bleibt, und lass die Takte nicht zu einer einzigen Linie ohne Unterbrechung zusammenlaufen.
  • Verteil anstrengende hohe Passagen über das ganze Stück, statt die Stimme dauerhaft in der Höhe zu parken. Das geht schnell auf die Lippen.
  • Lass der Linie Raum zum Klingen. Mit etwas Luft drumherum trägt die Trompete weiter als mitten in einem durchgehenden Notenteppich.
  • Schreib die Artikulation dazu, also Bindebögen, Akzente und Staccato, damit klar ist, wie jede Phrase gespielt werden soll.

Wo dir Songscription Arbeit abnimmt

Von Hand arrangieren musst du das Ganze eigentlich gar nicht. Songscription kann die Melodie eines beliebigen Songs automatisch zu einem Trompetensolo arrangieren. Du lädst die Aufnahme hoch, wählst das Trompeten-Arrangement, und wir schreiben die Melodie als Trompetensolo aus, auch wenn im Original gar keine Trompete vorkommt. Wir transponieren die Stimme außerdem automatisch in die richtige Tonart für B-Trompete. So liest die spielende Person die Töne, die sie erwartet, und du musst das Intervall nicht selbst ausrechnen. Brauchst du eine andere Tonart, transponierst du die Stimme jederzeit selbst in unserem Editor. Dort korrigierst du auch falsche Töne, formst die Phrasierung und ergänzt Atemzeichen und Artikulation, bevor du ein PDF fürs Notenpult oder MusicXML für dein Notensatzprogramm exportierst. Nach unserer Erfahrung hilft es, die Wiedergabe langsamer zu machen, ohne dass sich die Tonhöhe ändert. Eine schnelle Passage hörst du dann deutlich. Möchtest du nur eine vorhandene Trompetenlinie transkribieren, lies unseren Artikel darüber, wie aus einer Trompetenmelodie Noten werden.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte ich für Trompete schreiben?

Lass den Großteil der Linie in der Mittellage der Trompete und nimm die Höhe als Gewürz, nicht als Hauptzutat. Notiert reicht der Tonumfang vom Fis unter dem mittleren C bis zum hohen C zwei Oktaven darüber. Die Höhe ist aber anstrengend und exponiert, und eine Stimme, die sich ständig dort oben aufhält, laugt die spielende Person aus. Wir empfehlen, die hohen Töne für die Momente aufzuheben, die sie wirklich verdienen, und den Lippen dazwischen Zeit zum Erholen zu lassen.

Welchen Tonumfang hat die Trompete?

Bei der normalen B-Trompete reicht der notierte Tonumfang vom Fis direkt unter dem mittleren C bis zum hohen C zwei Oktaven über dem mittleren C, und geübte Spieler:innen kommen noch höher. Soll dein Arrangement für die meisten spielbar sein, halt den Großteil der Linie in der Mitte dieses Bereichs und heb dir die höchsten Töne für einzelne Momente auf. Die Höhe ist nämlich anstrengend und exponiert.

Muss ich Noten für Trompete transponieren?

Ja, wenn du eine normale Trompetenstimme willst. Die B-Trompete klingt eine große Sekunde tiefer als notiert. Deshalb transponierst du klingend notierte Musik eine große Sekunde nach oben, damit die spielende Person die Töne liest, die sie erwartet. Wer allein aus einem Leadsheet spielt, kann auch klingend lesen, eine Stimme für ein Ensemble sollte aber transponiert sein.

Kann Songscription einen Song automatisch für Trompete arrangieren?

Ja. Im Arrangement-Modus nimmt Songscription jeden beliebigen Song, auch einen ganz ohne Trompete, schreibt die Melodie als Trompetensolo aus und transponiert sie automatisch in die richtige Tonart für B-Trompete. Im eingebauten Editor kannst du die Stimme in jede andere Tonart transponieren und sie weiter ausarbeiten: festlegen, was im Vordergrund steht, und Atemzeichen und Artikulation ergänzen. Danach exportierst du ein PDF oder MusicXML.

Für deine eigene Trompetenstimme fängst du bei Audio in Noten an, transkribierst die Linie, die du hervorheben willst, und formst daraus eine Stimme für die Trompete. Arrangierst du für ein anderes Blasinstrument, findest du bei uns auch Artikel zum Arrangieren für Saxophon und Querflöte.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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