Teil unseres Leitfadens zum Arrangieren eines Songs für jedes Instrument.
In einer Band teilen sich mehrere Leute die Arbeit. Ein Arrangement für Sologitarre muss sie allein schaffen und drei Dinge auf sechs Saiten und zwei Hände bringen, nämlich Melodie, Harmonie und Basslinie. Die Standardstimmung ist von tief nach hoch E A D G H E, und sie prägt fast jede Entscheidung, die du triffst. Konkret wählst du eine Tonart, die der Gitarre liegt, entscheidest, ob die Melodie über den Akkorden sitzt oder sich durch ein gezupftes Pattern zieht, und streichst alles, was nicht gut in der Hand liegt. Anfangen wirst du dabei mit den tatsächlichen Tönen des Songs, nicht mit einer Vermutung.
Mit den Tönen anfangen
Was du nicht genau kennst, kannst du auch nicht arrangieren. Bevor du entscheidest, welcher Ton auf welche Saite kommt, brauchst du Melodie und Harmonie des Songs so, wie sie wirklich klingen, und nicht ungefähr aus einem Akkordblatt, das vielleicht nicht stimmt. Lad die Aufnahme bei Songscription hoch. Songscription macht aus dem Audio Noten, die du bearbeiten kannst. Damit arrangierst du nach den echten Tönen, kannst später alles frei verschieben und am Ende Noten oder Tabs exportieren. Wie dieser Schritt allgemein funktioniert, steht in unserem Leitfaden zum Arrangieren eines Songs für jedes Instrument. Und falls du es dir anders überlegst, wird aus denselben Tönen genauso gut ein Klavierarrangement.
Eine gitarrenfreundliche Tonart wählen
Manche Tonarten liegen der Gitarre besser als andere, vor allem E, A, D, G und C sowie ihre parallelen Molltonarten. In diesen Tonarten klingen offene Saiten frei mit, und die Akkordgriffe bleiben einfach. Bei einem Soloarrangement, in dem die Gitarre den ganzen Klang füllen muss, hilft das sehr.
Liegt der Song in einer unbequemen Tonart, musst du nicht jeden Griff umschreiben. Mit einem Kapodaster bringst du ihn in eine dieser Tonarten. Der Kapodaster hebt die Tonhöhe, und du behältst die Griffe, die du kennst. Wenn du vorher die Akkorde aus der Aufnahme holst, wie in Gitarrenakkorde zu jedem Song finden beschrieben, kannst du eine Tonart leicht ausprobieren, bevor du dich festlegst.
Chord-Melody und Fingerstyle
Einen ganzen Song für eine einzige Gitarre umzusetzen, geht meistens auf zwei Arten. Bei einem Chord-Melody-Arrangement liegt die Melodie auf den oberen Saiten, und die Akkorde klingen darunter. So trägt ein einziges Instrument Melodie und Harmonie gleichzeitig. Auf der Jazzgitarre, gerade bei solo gespielten Standards, gehört das zum Grundhandwerk.
Beim Fingerstyle spielt der Daumen eine Basslinie auf den tiefen Saiten, während die Finger darüber die Melodie und die Töne in der Mitte übernehmen. Bass, Melodie und Harmonie bewegen sich dabei unabhängig voneinander. Viele Arrangements nehmen sich etwas von beidem, etwa einen Fingerstyle-Bass unter einer Chord-Melody-Oberstimme. Wofür du dich entscheidest, bestimmt, wie du die Töne des Songs auf die Saiten verteilst. Willst du einen bestehenden Fingerstyle-Part von einer Aufnahme festhalten, geht unser Artikel zum Transkribieren von Fingerstyle-Gitarre genauer darauf ein, wie du die einzelnen Stimmen trennst.
Spielbar machen
Ein Arrangement funktioniert nur, wenn ein Mensch es auch spielen kann. Lass die Melodie auf den hohen Saiten, damit sie über allem anderen hörbar bleibt, und leg die Basstöne auf die tiefe E-, A- und D-Saite, damit das Arrangement unten ein Fundament hat. Meide weite Spreizungen und Voicings, die nicht gut in der Hand liegen. Verlangt ein Akkord vier gegriffene Töne, verteilt über fünf Bünde, kann ihn an der echten Gitarre kaum jemand greifen.
Ist ein Akkord zu dicht, reduzier ihn auf die Töne, die die Harmonie ausmachen, und lass den Rest weg. So ausgedünnt ist der Akkord spielbar, und der Song bleibt trotzdem erkennbar. Dahinter steckt derselbe Gedanke wie beim Vereinfachen von Noten für Anfänger:innen. Weil du mit einer bearbeitbaren Transkription angefangen hast, kannst du ein Voicing ausprobieren, kürzen und neu exportieren, ohne den Rest des Arrangements zu verlieren.
Häufige Fragen
Wie arrangiere ich einen Song für Gitarre?
Fang mit den tatsächlichen Tönen des Songs an und verteile dann Melodie, Harmonie und Basslinie auf sechs Saiten. Leg die Melodie auf die hohen Saiten, damit sie hörbar bleibt, spiel die Basstöne auf der tiefen E-, A- und D-Saite und wähl eine gitarrenfreundliche Tonart, oft mit Kapodaster, damit die Griffe offene Saiten nutzen. Danach entscheidest du dich für Chord-Melody oder Fingerstyle und vereinfachst jedes Voicing, das nicht gut in der Hand liegt. Mit einer bearbeitbaren Transkription arrangierst du nach den echten Tönen, statt zu raten.
Was ist ein Chord-Melody-Arrangement?
Bei einem Chord-Melody-Arrangement liegt die Melodie auf den oberen Saiten, und darunter klingen gleichzeitig die Akkorde. So trägt eine einzige Gitarre Melodie und Harmonie. Im Jazz und bei solo gespielten Standards ist das weit verbreitet. Anders beim Fingerstyle, wo der Daumen eine Basslinie spielt und die Finger die Melodie und die Töne in der Mitte übernehmen.
In welcher Tonart lässt sich ein Song am leichtesten für Gitarre arrangieren?
Gitarrenfreundlich sind E, A, D, G und C sowie ihre parallelen Molltonarten. Die Standardstimmung ist von tief nach hoch E A D G H E, deshalb klingen in diesen Tonarten viele offene Saiten mit, und die Griffe werden einfacher. Liegt ein Song in einer unbequemen Tonart, bringt ihn ein Kapodaster in eine davon, und du greifst weiter dieselben Griffe.
Muss ich Noten lesen können, um für Gitarre zu arrangieren?
Nein. Du kannst auch mit Tabs arbeiten. Die zeigen dir, welche Saite und welchen Bund du spielst, statt Noten auf einer Notenzeile. Songscription exportiert neben normalen Noten auch Tabs. Du kannst also in dem Format arrangieren und lesen, das dir liegt.
Am schnellsten legst du mit einem Song los, den du sowieso spielen willst. Lad eine Aufnahme bei Songscription hoch und arrangier den Song von dort aus für Gitarre.
