AnleitungNotenAndrew Carlins•10 Min. Lesezeit

Noten kostenlos online erstellen

Für Noten brauchst du heute weder teure Software noch ein Studium in Notensatz. Ob du mit einer Aufnahme, einer MIDI-Datei oder einem leeren Blatt anfängst, hier siehst du, wie sich die kostenlosen Optionen im Alltag schlagen.

Notationsprogramme und KI-Tools zum kostenlosen Erstellen von Noten, verglichen nach Arbeitsablauf und Ausgangspunkt

Dieser Artikel gehört zu unserem Überblick über die besten Tools für Musiktranskription und Noten.

Welches Online-Tool für Noten am besten ist, hängt davon ab, womit du anfängst. Schreibst du etwas von Grund auf neu, greif zu einem kostenlosen Notationsprogramm wie MuseScore, Flat.io oder Noteflight. Gehst du von einer Aufnahme aus, nimm ein Tool wie den Notengenerator von Songscription, das direkt Noten ausgibt. Hast du eine MIDI-Datei, kann jedes dieser Notationsprogramme sie importieren, aber Songscription setzt sie mit klügeren Voreinstellungen für die Aufteilung auf die Hände, die Tonart und die Taktart. Passt das Tool zum Ausgangspunkt, geht die Arbeit schnell.

Ein kostenloses Tool für Noten zu finden ist heute nicht mehr schwer. Schwieriger ist die Frage, welches zu deiner Arbeitsweise passt. Fängst du mit einem leeren Blatt an und schreibst etwas auf, das du selbst komponiert hast, willst du eine Aufnahme in Noten übertragen, oder kommt eine MIDI-Datei aus deiner DAW? Für jeden dieser Ausgangspunkte ist ein anderes Tool am besten, und mit dem falschen verbringst du Stunden mit Arbeit, die du dir sparen könntest.

Mit einem leeren Blatt anfangen

Wenn du Musik von Grund auf schreibst, also komponierst, arrangierst oder nach Gehör transkribierst, brauchst du ein Notationsprogramm, in dem du Noten direkt setzen kannst. Die drei wichtigsten kostenlosen Programme gehen dabei jeweils etwas anders vor.

MuseScore

Ein kostenloses Open-Source-Programm für den Desktop. Unter den kostenlosen Notationsprogrammen hat MuseScore mit großem Abstand den größten Funktionsumfang. Komplexe Noten, große Besetzungen und ungewöhnliche Taktarten schafft es problemlos, und nichts davon steckt hinter einer Bezahlschranke. An die Oberfläche musst du dich erst etwas gewöhnen. Für die Wiedergabe nutzt MuseScore eine eingebaute Sound-Bibliothek, die über die Jahre besser geworden ist, an kommerzielle Alternativen aber noch nicht herankommt. Wer ernsthaft komponiert, fängt am besten mit MuseScore an.

Flat.io

Ein Notationsprogramm im Browser mit aufgeräumter Oberfläche und guter Zusammenarbeit in Echtzeit. In der kostenlosen Version kannst du nur eine begrenzte Zahl an Stücken anlegen. Solange du nur an einer Handvoll Stücken gleichzeitig arbeitest, reicht das. Richtig stark ist Flat.io überall dort, wo andere ein Stück öffnen sollen, ohne etwas zu installieren, etwa wenn du Noten per Link teilst oder die Wiedergabe direkt in eine Seite einbettest.

Noteflight

Ebenfalls im Browser und von der Idee her ähnlich wie Flat.io. Die kostenlose Version erlaubt mehr Stücke, hat aber weniger fortgeschrittene Notationsfunktionen. Für alle, die Musik lernen oder unterrichten, ist Noteflight eine gute Wahl. Die Plattform ist im Unterricht weit verbreitet, und du findest dich schneller hinein als in MuseScore.

Mit einer Aufnahme anfangen

Wenn du eine Audiodatei hast, zum Beispiel eine eigene Aufnahme, ein YouTube-Video oder einen Song, den du spielen willst, und daraus Noten machen möchtest, hilft dir ein Notationsprogramm wenig. Du brauchst ein Transkriptionstool, das Noten ausgibt. Nach Gehör in ein Notationsprogramm zu transkribieren dauert viel länger, als mit einer KI-Transkription anzufangen und das Ergebnis zu bearbeiten.

Songscription

Mit Songscription machst du aus Audio Noten. Du lädst eine MP3- oder WAV-Datei hoch oder fügst einen YouTube-Link ein und bekommst Noten, die du prüfen, bearbeiten und exportieren kannst. Die kostenlose Version reicht, um das Tool auszuprobieren und zu sehen, ob es mit der Musik, die du spielst, gut klarkommt. Das Ergebnis kannst du direkt auf der Plattform bearbeiten oder als MusicXML exportieren und für den Feinschliff in MuseScore oder ein anderes Notationsprogramm importieren. Mit den Open-Source-Notationsprogrammen passt das gut zusammen. Die Transkription übernimmt ein KI-Tool, und im Notationsprogramm kümmerst du dich um alles, wofür es dein eigenes Urteil braucht.

Mit einer MIDI-Datei anfangen

Wenn du etwas in einer DAW geschrieben oder eine MIDI-Datei heruntergeladen hast und sie als Noten sehen willst, läuft die Umwandlung größtenteils automatisch. MuseScore, Flat.io und Noteflight importieren MIDI direkt und setzen es als Noten. Der Haken ist, dass MIDI keine Informationen enthält, die speziell für Noten gebraucht werden. Beim Klavier steht nirgends, welche Hand welche Note spielt, eine Tonart gibt es nur so weit, wie die Töne sie nahelegen, und eine Taktart nur dann, wenn sie in der Quelle eingestellt war. Das Notationsprogramm muss also raten. Manchmal rät es gut, manchmal sitzt du eine Stunde daran, Oktavlagen zu korrigieren und die Taktstriche einer Passage neu zu setzen.

Für MIDI als Ausgangsmaterial ist Songscription die stärkste kostenlose Option. Bei der Umwandlung von MIDI in Noten wählt Songscription für die Aufteilung auf die Hände, die Tonart und die Taktart klügere Voreinstellungen als die allgemeinen Notationsprogramme. Was das Modell falsch erkennt, korrigierst du im Piano-Roll-Editor, ohne die Plattform zu verlassen. Wie die Umwandlung selbst genauer funktioniert, liest du in unserem Artikel MIDI in Noten umwandeln.

Zwei Tools kombinieren

Für die meisten Musiker:innen ist es am effizientesten, zwei Tools zu kombinieren: ein KI-Transkriptionstool für Audioquellen und ein Notationsprogramm für die Bearbeitung und das endgültige Layout. Die Übergabe läuft über MusicXML, das die meisten KI-Tools exportieren und die meisten Notationsprogramme importieren.

So sieht das typischerweise aus: Du lädst die Audiodatei ins Transkriptionstool hoch, prüfst das Ergebnis und bereinigst in dessen Editor die offensichtlichen Fehler. Dann exportierst du MusicXML, öffnest die Datei in MuseScore und kümmerst dich um das Layout, die Systemumbrüche, die Dynamik und die Artikulation. Am Ende exportierst du ein PDF. Das geht schneller als mit nur einem der beiden Tools, und mit der kostenlosen Version von Songscription und mit MuseScore kostet es nichts.

Was „kostenlos“ wirklich heißt

Die meisten kostenlosen Versionen haben Grenzen, etwa eine Höchstzahl an Stücken, eine Längenbegrenzung, ein Wasserzeichen oder eine Funktion, die du nur gegen Bezahlung bekommst. MuseScore ist die seltene Ausnahme: komplett kostenlos, ohne Grenzen und ohne Funktionen hinter einer Bezahlschranke. Die Browser-Tools und die KI-Transkriptionstools haben meist kostenlose Versionen, die für gelegentliche Nutzung großzügig genug sind, und Bezahlversionen, die sich lohnen, wenn du sie jede Woche nutzt. Entscheide danach, wie oft du ein Tool tatsächlich nutzt, und nicht danach, was im Moment nach einem guten Angebot aussieht.

Fazit

Die gute Nachricht für 2026 ist, dass die kostenlosen Tools für Noten nicht mehr der Engpass sind. Ob du von Grund auf komponierst, eine Aufnahme transkribierst oder Noten mit jemandem teilst, den du unterrichtest, für all das gibt es eine gute kostenlose Option. Wählen musst du deshalb vor allem nach deinem Arbeitsablauf.

Nimm das Tool, das zum Ausgangspunkt deiner Arbeit passt. Ein Notationsprogramm taugt nicht als Transkriptionstool, und ein Transkriptionstool ersetzt kein Notationsprogramm. Wenn du eine Kombination gefunden hast, mit der du gut zurechtkommst, bleib lange genug dabei, um sie gut kennenzulernen. Bei den meisten dieser Tools bringt dir die Zeit, in der du dich an ihre Eigenheiten gewöhnst, viel mehr als ständiges Wechseln.

Häufige Fragen

Welches kostenlose Programm ist am besten, um Noten zu erstellen?

Das hängt davon ab, womit deine Arbeit beginnt. Schreibst du auf einem leeren Blatt, ist MuseScore das kostenlose Notationsprogramm mit dem größten Funktionsumfang, Flat.io und Noteflight sind Alternativen im Browser. Gehst du von einer Aufnahme aus, brauchst du statt eines Notationsprogramms ein Transkriptionstool wie Songscription. Für viele Musiker:innen ist die Kombination am effizientesten: ein KI-Transkriptionstool für Audioquellen und ein Notationsprogramm für die Bearbeitung und das endgültige Layout, mit MusicXML als Austauschformat dazwischen.

Kann ich kostenlos Noten aus einer Aufnahme erstellen?

Ja. Songscription macht aus einer MP3- oder WAV-Datei oder einem YouTube-Link Noten, die du prüfen, bearbeiten und exportieren kannst. Ein Notationsprogramm kann das nicht, und nach Gehör in ein Notationsprogramm zu transkribieren dauert viel länger, als mit einer KI-Transkription anzufangen und das Ergebnis zu bearbeiten. Die kostenlose Version reicht, um das Tool auszuprobieren und zu sehen, ob es mit der Musik klarkommt, die du spielst.

Wie wandle ich eine MIDI-Datei am besten kostenlos in Noten um?

MuseScore, Flat.io und Noteflight importieren MIDI direkt und setzen es als Noten. MIDI enthält aber keine Angaben wie die Aufteilung auf die Hände, die Tonart oder die Taktart, also muss das Programm raten. Speziell für MIDI ist Songscription die stärkste kostenlose Option. Es wählt für die Aufteilung auf die Hände, die Tonart und die Taktart klügere Voreinstellungen als die allgemeinen Notationsprogramme, und im Piano-Roll-Editor korrigierst du alles, was das Modell falsch erkennt.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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