RessourcenNotenAndrew Carlins•8 Min. Lesezeit

So liest du Akkordsymbole (Cmaj7, G/B, sus4 und mehr)

Ein Akkordsymbol packt einen ganzen Akkord in ein paar Zeichen, und wenn du diese Zeichen lesen kannst, spielst du jeden Song nach einem Chart. Hier geht es von einfachen Dreiklängen über Septakkorde und Erweiterungen bis zu Sus- und Slash-Akkorden.

So liest du Akkordsymbole, von einfachen Dreiklängen über Septakkorde, Erweiterungen, Sus-Akkorde und hinzugefügte Töne bis zu Slash-Akkorden mit eigenem Basston

Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden dazu, wie du die Akkorde zu jedem Song herausfindest.

Ein Akkordsymbol sieht kryptisch aus, bis du das Muster dahinter erkennst. Du liest es von links nach rechts, Teil für Teil, und jeder Teil beantwortet genau eine Frage. Welcher Ton ist der Grundton? Dur oder Moll? Liegen noch zusätzliche Töne obendrauf? Steht ein besonderer Ton im Bass? Sobald du diese vier Teile lesen kannst, spielst du fast jeden Song nach einem Chart, egal ob du es im Netz gefunden oder aus einer Aufnahme herausgeholt hast. Das gilt für einfache Dreiklänge genauso wie für Septakkorde, Erweiterungen, Sus- und Slash-Akkorde.

So ist ein Akkordsymbol aufgebaut

Jedes Akkordsymbol liest du in derselben Reihenfolge von links nach rechts: Grundton, Akkordqualität, eventuelle Erweiterungen und zum Schluss, falls nötig, ein Basston nach einem Schrägstrich. Nimm als Beispiel C, Am, Cmaj7, G7, Dm7 und F/A. Vorn steht immer der Grundton, ein Buchstabe von A bis G, bei Bedarf mit Kreuz oder b dahinter. Bb und F# sind also auch Grundtöne. In der internationalen Schreibweise, die auch dieser Artikel benutzt, gibt es kein H: Das deutsche H heißt dort B, und das deutsche B heißt Bb.

Nach dem Grundton kommt die Qualität. Ein Buchstabe allein wie C steht für einen Dur-Dreiklang, m oder min für Moll. Am ist also a-Moll. Danach folgen die zusätzlichen Töne, etwa die 7 in G7 oder in Dm7, und ganz am Ende ein Schrägstrich mit Basston wie bei F/A. Wenn du ein Chart liest, machst du im Grunde genau das, Symbol für Symbol. Darum geht es auch im Artikel Was ist ein Akkordchart?

Dreiklänge und Septakkorde

Die Qualität hinter dem Grundton verrät dir die Akkordart. Ein Buchstabe allein ist ein Dur-Dreiklang, m oder min steht für Moll. dim oder ein kleines Gradzeichen bedeutet vermindert, aug oder ein Pluszeichen übermäßig. Eine Septime bringt noch einen Ton dazu, und hier macht jedes Zeichen einen Unterschied: maj7 ist eine große Septime, eine 7 allein ein Dominantseptakkord, m7 ein Moll-Septakkord und dim7 ein verminderter Septakkord. m7b5 ist ein Moll-Septakkord mit erniedrigter Quinte. Man schreibt ihn auch als Kreis mit Schrägstrich und nennt ihn halbvermindert.

Präg dir vor allem den Unterschied zwischen Cmaj7 und C7 ein. Cmaj7 hat eine große Septime, den Ton H über dem Grundton C, und klingt ruhig und angekommen. C7 hat eine kleine Septime, die Dominantseptime B über C, international Bb geschrieben. Das klingt gespannt, als wollte der Akkord weiter. Dieses eine Zeichen verändert den ganzen Charakter.

Erweiterungen, sus und add

Über der Septime lassen sich weitere Zahlen stapeln. Die Erweiterungen 9, 11 und 13 setzen die Septime darunter voraus, ein C9 enthält also schon die Dominantseptime. Eine 6 dagegen fügt einfach die Sexte hinzu. Ein sus ersetzt die Terz, statt etwas dazuzulegen: sus4 tauscht die Terz gegen die Quarte, sus2 gegen die Sekunde. Deshalb klingt ein Sus-Akkord offen und unaufgelöst.

Mit add ist es wieder anders. add9 fügt die None hinzu, ohne die Septime mitzunehmen, und ist deshalb nicht dasselbe wie ein 9er-Akkord. Und dann gibt es noch Alterationen: b5, #5, b9, #9 und #11 erhöhen oder erniedrigen jeweils einen einzelnen Ton, zum Beispiel im kratzig klingenden 7#9. An der Lesereihenfolge ändert das alles nichts. Die Zusätze hängen einfach rechts am Symbol.

Slash-Akkorde und woher die Charts kommen

Fehlt noch der Schrägstrich. Bei einem Slash-Akkord steht dahinter der Basston: C/E ist ein C-Akkord mit E im Bass, G/B ein G-Akkord mit H im Bass. Die Akkordqualität bleibt gleich, G/B ist also weiterhin G-Dur, nur der tiefste Ton ist ein anderer. Musiker:innen benutzen Slash-Akkorde für fließende Basslinien, die schrittweise von einem Akkord zum nächsten gehen, statt zu springen.

Das alles setzt voraus, dass das Chart überhaupt stimmt, und deshalb lohnt sich die Frage, woher die Akkorde kommen. Statt zu raten oder einem Tab zu vertrauen, der vielleicht falsch ist, kannst du dir ein genaues Akkordchart holen, indem du die Aufnahme mit Songscription transkribierst. Songscription schreibt die Akkorde direkt aus dem Audio heraus. Die Symbole, die du liest, passen dann zum echten Song. Wie das Ganze abläuft, steht in So findest du die Akkorde zu jedem Song. Kommt über die Akkorde noch die Melodie, wird aus dem Chart ein Leadsheet.

Häufige Fragen

Was sagt dir ein Akkordsymbol?

Ein Akkordsymbol packt einen ganzen Akkord in ein paar Zeichen, und du liest es von links nach rechts: erst den Grundton, dann die Akkordqualität, dann eventuelle Erweiterungen und zum Schluss, falls vorhanden, einen Basston nach einem Schrägstrich. Der Grundton ist ein Buchstabe von A bis G, bei Bedarf mit Kreuz oder b dahinter. In dieser internationalen Schreibweise heißt das deutsche H einfach B. Die Qualität sagt dir, ob der Akkord Dur, Moll, vermindert oder übermäßig ist. Erweiterungen bringen zusätzliche Farbe, und der Schrägstrich ändert den Basston. C ist also ein C-Dur-Dreiklang, Am ein a-Moll-Dreiklang und F/A ein F-Akkord mit A im Bass.

Was ist der Unterschied zwischen Cmaj7 und C7?

Der Unterschied liegt in der Septime, die obendrauf sitzt. Cmaj7 hat eine große Septime, den Ton H über dem Grundton C, und klingt weich und angekommen. Bei C7 steht nur eine 7, und die bedeutet eine Dominantseptime: die kleine Septime B über C, international Bb geschrieben. Das klingt gespannt und will sich auflösen. Ein maj7 meint also immer die große Septime, eine 7 allein immer die kleine Dominantseptime. Dieses eine Zeichen verändert den ganzen Charakter des Akkords.

Was bedeutet ein Slash-Akkord wie G/B?

Bei einem Slash-Akkord steht hinter dem Schrägstrich der Basston. G/B ist ein G-Akkord mit dem Ton H im Bass, denn in der internationalen Schreibweise heißt H einfach B. C/E ist ein C-Akkord mit E im Bass. An der Akkordqualität ändert sich nichts, G/B bleibt ein G-Dur-Akkord, nur der tiefste Ton ist ein anderer. Mit Slash-Akkorden bauen Musiker:innen fließende Basslinien, in denen der tiefste Ton schrittweise von einem Akkord zum nächsten geht, statt zu springen.

Was bedeutet sus in einem Akkordsymbol?

Sus ist die Abkürzung für „suspended“, also vorgehalten, und heißt, dass der Akkord seine Terz durch einen anderen Ton ersetzt. Bei sus4 tritt die Quarte an die Stelle der Terz, bei sus2 die Sekunde. Weil die Terz bestimmt, ob ein Akkord nach Dur oder Moll klingt, wirkt ein Sus-Akkord ohne sie offen und unaufgelöst und zieht oft zurück zum einfachen Akkord. Bei add ist das anders: add9 setzt die None obendrauf, ohne die Terz wegzunehmen und ohne eine Septime dazuzunehmen.

Am besten übst du das Lesen an einem echten Song. Lade eine Aufnahme bei Songscription hoch und hol dir ein genaues Akkordchart direkt aus dem Audio.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

Mehr über das Team

Hier findest du weitere Artikel zu denselben Themen.