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Gitarren-Tabs lesen

Gitarren-Tabs zeigen dir, wohin deine Finger gehören, und Noten lesen musst du dafür nicht. So funktionieren die sechs Linien und die Zahlen, dazu die Zeichen für Bends, Slides und Hammer-ons.

Gitarren-Tabs lesen: sechs Linien für die Saiten mit Bundnummern, dazu Zeichen für Bend und Slide

Gitarren-Tabs sind ein Schema aus sechs Linien. Jede Linie steht für eine Saite, und die Zahlen darauf sagen dir, welchen Bund du greifst. Du siehst also genau, wohin deine Finger gehören, auch wenn du keine Noten lesen kannst. Deshalb lernen so viele Leute an der Gitarre neue Songs zuerst über Tabs: Notennamen musst du dafür nicht kennen, und eine Notenzeile brauchst du auch nicht zu entziffern. Den Rhythmus zeigen einfache Tabs allerdings meistens nicht.

Die sechs Linien und die Zahlen

Tabs haben sechs waagerechte Linien, eine für jede Saite der Gitarre, und die Zahlen auf diesen Linien sind Bundnummern. Die unterste Linie ist die tiefe E-Saite, also die dickste, die oberste die hohe E-Saite, die dünnste. Steht eine Zahl auf einer Linie, greifst du auf dieser Saite den passenden Bund. Eine 3 auf der untersten Linie heißt also dritter Bund auf der tiefen E-Saite. Bei einer 0 spielst du die Saite offen, ohne einen Finger aufzusetzen. Zahlen, die senkrecht übereinanderstehen, spielst du gleichzeitig als Akkord. Liest du sie von links nach rechts, spielst du sie nacheinander.

Genau darin unterscheiden sich Tabs von einer normalen Notenzeile. Dort stehen die Linien für Tonhöhen, und wo eine Note sitzt, verrät dir, welcher Ton es ist. In der Notenzeile sind die Linien also Töne. In Tabs sind sie Saiten, und die Zahlen schicken deine Finger in den richtigen Bund. Die genaue Definition findest du unter Was ist eine Tabulatur?, den Vergleich mit dem Fünfliniensystem unter Noten lesen lernen.

Akkorde und einzelne Töne lesen

An der Anordnung erkennst du, ob du einen Akkord anschlägst oder einzelne Töne spielst. Zahlen in einer senkrechten Spalte schlägst du zusammen als Akkord an. Stehen sie waagerecht nebeneinander, ist es eine Melodie oder ein Riff, und du spielst Ton für Ton.

Nimm als kleines Beispiel den offenen e-Moll-Griff. Du siehst die sechs Saiten mit einer 0 auf der tiefen E-Saite, einer 2 auf der A-Saite, einer 2 auf der D-Saite und einer 0 auf der G-, der H- und der hohen E-Saite, alle in derselben senkrechten Spalte. Weil sie in einer Spalte stehen, greifst du die beiden Töne im zweiten Bund und schlägst alle sechs Saiten auf einmal an. Wären dieselben Zahlen von links nach rechts ausgeschrieben, würdest du sie einzeln anzupfen: erst die offene tiefe E-Saite, dann den zweiten Bund auf der A-Saite und so weiter, nacheinander im Takt.

Die Zeichen für Spieltechniken

Neben den Bundnummern stehen in Tabs ein paar Buchstaben und Zeichen, zwischen den Zahlen oder direkt daneben. Sie sagen dir, wie du einen Ton spielst, und nicht nur, wo. Die gängigsten sind diese:

  • h ist ein Hammer-on: Du spielst den nächsten, höheren Ton, indem du einen Finger kräftig auf den Bund fallen lässt, ohne die Saite noch mal anzuschlagen.
  • p ist ein Pull-Off, die umgekehrte Bewegung: Du ziehst einen Finger von der Saite ab, und der tiefere Ton darunter erklingt, gegriffen oder als offene Saite.
  • / ist ein Slide nach oben: Du schlägst den ersten Ton an und rutschst mit dem Finger in einen höheren Bund.
  • \ ist ein Slide nach unten: Du schlägst den ersten Ton an und rutschst in einen tieferen Bund.
  • b ist ein Bend: Du schiebst die Saite zur Seite und machst den Ton dadurch höher.
  • r steht für Release, also das Loslassen: Nach dem Bend lässt du die Saite wieder auf die ursprüngliche Tonhöhe zurück.
  • ~ ist Vibrato: Du bewegst den greifenden Finger leicht hin und her, damit der Ton schwingt.
  • x ist eine Dead-Note, also ein abgedämpfter Ton: ein perkussives Klicken ohne klare Tonhöhe, weil du die Saite abdämpfst.
  • PM ist Palm Mute: Du legst die Anschlagshand in der Nähe des Stegs auf die Saiten und dämpfst so den Klang.

Was Tabs nicht zeigen

Normale Gitarren-Tabs zeigen Rhythmus und Notenwerte meistens nicht zuverlässig, und das ist ihre größte Schwäche. Einfache Tabs sagen dir, welche Bünde du in welcher Reihenfolge spielst. Wie lange du jeden Ton hältst und wo die Zählzeiten liegen, steht dort nicht. In der Praxis musst du deshalb oft schon wissen, wie der Song geht, damit du ihn nur mit Tabs richtig spielen kannst.

Es gibt Ausnahmen. Rhythmus-Tabs haben über den Zahlen Notenhälse und Fähnchen, die die Notenwerte anzeigen. Außerdem stehen Tabs häufig zusammen mit einer normalen Notenzeile: Die Noten liefern das Timing, die Tabs zeigen, wo du greifst. Eine Guitar-Pro-Datei löst das Problem vollständig. Sie speichert den kompletten Rhythmus zusammen mit den Tabs, und beim Abspielen hörst du das Timing direkt. Vollständige Noten leisten dasselbe. Wirken Tabs an einer Stelle mehrdeutig, fehlt fast immer der Rhythmus.

Tabs für jeden Song

Gibt es den Song, den du spielen willst, noch nirgends als Tab, kannst du die Tabs direkt aus der Aufnahme erstellen. Dabei hilft dir Songscription. Es transkribiert eine Gitarrenaufnahme in Tabs und normale Noten, du hast also Griffe und Rhythmus zusammen. Exportieren kannst du das Ergebnis als Guitar-Pro-Datei, um es in Guitar Pro abzuspielen und weiterzubearbeiten. Du lädst eine Datei hoch oder fügst einen Link ein und bekommst bearbeitbare Noten, die du vor dem Export noch anpassen kannst.

Wie du aus Audio Tabs machst, erklärt unser Artikel Audio in Gitarren-Tabs umwandeln ausführlicher. Wie sich die verschiedenen Tools unterscheiden, zeigt der Vergleich Die besten KI-Generatoren für Gitarren-Tabs. Suchst du eher die Akkordgriffe als komplette Tabs, lies Gitarrenakkorde für jeden Song finden.

Häufige Fragen

Wie lese ich Gitarren-Tabs?

Gitarren-Tabs bestehen aus sechs waagerechten Linien, eine für jede Saite. Die unterste Linie ist die tiefe E-Saite, die oberste die hohe E-Saite. Eine Zahl auf einer Linie sagt dir, welchen Bund du auf dieser Saite greifst, und eine 0 heißt, dass du die Saite offen spielst. Übereinanderstehende Zahlen spielst du gleichzeitig als Akkord, von links nach rechts gelesene Zahlen nacheinander.

Was bedeuten die Zahlen in Gitarren-Tabs?

Die Zahlen sind Bundnummern, keine Tonhöhen. Steht eine Zahl auf einer Linie, greifst du diesen Bund auf dieser Saite. Eine 3 auf der untersten Linie heißt also dritter Bund auf der tiefen E-Saite. Eine 0 bedeutet, dass du die Saite offen spielst, ohne einen Finger aufzusetzen. Die Zahl sagt dir, wohin dein Finger gehört, und nicht, wie der Ton heißt, den du gerade spielst.

Zeigen Gitarren-Tabs den Rhythmus?

Normale Gitarren-Tabs zeigen Rhythmus und Notenwerte meistens nicht zuverlässig. Du siehst, welche Bünde du in welcher Reihenfolge spielst, aber nicht, wie lange du jeden Ton hältst. Oft musst du deshalb schon wissen, wie der Song klingt. Das Timing, das in einfachen Tabs fehlt, bekommst du über Rhythmus-Tabs, über Tabs zusammen mit einer normalen Notenzeile oder über eine Guitar-Pro-Datei.

Was bedeuten h, p und / in Gitarren-Tabs?

In Gitarren-Tabs steht h für einen Hammer-on. Dabei spielst du den nächsten Ton, indem du einen Finger auf die Saite fallen lässt, ohne noch mal anzuschlagen. Der Buchstabe p steht für einen Pull-Off, die umgekehrte Bewegung: Du ziehst einen Finger von der Saite ab, und ein tieferer Ton erklingt. Ein Schrägstrich bedeutet einen Slide nach oben in einen höheren Bund, ein umgekehrter Schrägstrich einen Slide nach unten in einen tieferen.

Findest du für einen Song keine Tabs, hilft dir Songscription. Es transkribiert eine Gitarrenaufnahme in Tabs und normale Noten und exportiert Guitar-Pro-Dateien. Mit einem einzigen Upload hast du so die Griffe und den Rhythmus.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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