RessourcenMIDIAndrew Carlins•8 Min. Lesezeit

Welchen Export aus Songscription brauchst du: MusicXML, MIDI oder PDF?

Zu jeder Transkription bekommst du ein PDF, eine MIDI-Datei und eine MusicXML-Datei. Greifst du zur falschen, kostet dich das Zeit. Kurz gesagt: Drucken mit dem PDF, produzieren mit MIDI, Noten bearbeiten mit MusicXML. Unten findest du alles im Detail und dazu eine Entscheidungshilfe, mit der du in 30 Sekunden durch bist.

Welchen Export aus Songscription brauchst du: MusicXML, MIDI oder PDF?

Teil unseres Leitfadens zu Musikdateiformaten und Exporten.

Zu jeder Transkription in Songscription bekommst du drei Dateien: ein PDF, eine MIDI-Datei und eine MusicXML-Datei. Wer einfach die erste nimmt, merkt oft erst später, dass sich im PDF keine Note ändern lässt oder die MIDI-Datei in MuseScore nur Notenchaos zeigt. Wähl deshalb danach, wohin die Datei als Nächstes geht, und nicht aus Gewohnheit.

In einem Satz: Drucken mit dem PDF, produzieren mit MIDI, Noten bearbeiten mit MusicXML. Unten steht zu jedem Format, warum das so ist und wofür es sich am besten eignet. Am Ende hilft dir eine kurze Entscheidungshilfe, gleich beim ersten Mal das passende Format zu nehmen.

Der Kernunterschied in einem Bild

Stell dir die drei Formate als drei Dinge vor, die du jemandem zum Spielen in die Hand drücken könntest. Ein PDF ist ein Foto einer Seite. Anschauen kannst du es wunderbar, umschreiben lässt es sich nicht. Eine MIDI-Datei ist eine Liste, welche Tasten wann gedrückt wurden, also das Gespielte ohne jede Angabe dazu, wie es aussehen soll. Eine MusicXML-Datei ist das bearbeitbare Dokument mit den eigentlichen geschriebenen Noten, die sich neu anordnen und neu setzen lassen.

Willst du die Musik nur lesen, reicht das Foto. Soll eine Software sie abspielen, brauchst du die Daten der Tastenanschläge. Und wenn du ändern willst, wie sie notiert ist, brauchst du das bearbeitbare Dokument.

PDF zum Lesen und Drucken

Am besten geeignet für: Ausdrucken, Vom-Blatt-Spielen am Klavier und fertige Noten, die du an jemanden ohne Musiksoftware weitergibst.

Ein PDF hält das Layout fest und lässt sich überall öffnen. Für die fertigen Noten auf dem Notenständer ist das genau richtig. Allerdings ist ein PDF nur ein Bild, du kannst darin also keine Töne bearbeiten, keine Tonart ändern und die Seite nicht neu umbrechen. Greif dazu, wenn die Noten fertig sind und du spielen oder drucken willst. Könnte sich noch etwas ändern, dann heb dir das PDF für den Schluss auf, nachdem du die MusicXML-Datei bearbeitet hast. Wie du einen sauberen Ausdruck bekommst, steht in unserem Leitfaden zum Export von Klaviernoten als PDF.

MIDI für DAW und Produktion

Am besten geeignet für: die Stimme in Logic, Ableton oder FL Studio laden, Instrumentensounds wechseln, remixen, samplen oder produzieren.

MIDI speichert die Töne als Daten: Tonhöhe, Einsatz, Länge und Anschlagstärke. Ein Klang ist nicht eingebaut und ein Seitenlayout gibt es auch nicht. Das ist so gewollt. Legst du die Datei auf ein Software-Instrument, bleiben die Töne in deiner DAW bearbeitbar, und du kannst den Sound austauschen, das Timing zurechtrücken oder transponieren. Einen Haken hat MIDI allerdings. Es weiß nicht, wie die Musik aufgeschrieben werden soll, und ist deshalb die falsche Wahl, wenn dir die Notation selbst wichtig ist. Mehr dazu steht in unserem Leitfaden, wie aus Audio MIDI wird. Den umgekehrten Weg, wenn du aus einer MIDI-Datei wieder Noten machen willst, erklärt MIDI zu Noten.

MusicXML zum Bearbeiten der Notation

Am besten geeignet für: Öffnen in MuseScore, Sibelius, Finale oder Dorico, neu setzen, das Layout anpassen und Stimmen zu Noten für die ganze Besetzung zusammenstellen.

MusicXML bewahrt die geschriebenen Noten: Töne, Rhythmen, Schlüssel, die Tonart und das vorgesehene Layout. Notationsprogramme tauschen ihre Dateien in diesem Format aus. Wenn du an den Noten als Notation weiterarbeiten willst und nicht an rohen Daten oder einem flachen Bild, ist MusicXML deshalb die richtige Wahl. Auch der Noteneditor in Logic Pro liest es. Von den drei Formaten geht bei MusicXML am wenigsten davon verloren, wie die Musik aussieht, und darum bist du damit auf der sicheren Seite, solange du noch unentschlossen bist. Den direkten Vergleich mit dem Format für die Produktion findest du unter MusicXML oder MIDI.

Die Entscheidung in 30 Sekunden

  • Willst du gleich drucken oder vom Blatt lesen? Nimm das PDF.
  • Geht es in eine DAW, um zu produzieren oder Sounds zu wechseln? Nimm die MIDI-Datei.
  • Willst du die Notation in MuseScore, Sibelius, Finale oder Dorico bearbeiten? Nimm die MusicXML-Datei.
  • Transkribierst du Gitarre oder Bass? Nimm zusätzlich die Guitar-Pro-Datei, denn darin stecken Noten und Tabs zusammen.
  • Unsicher? Nimm MusicXML. Darin bleibt am meisten erhalten, und MIDI oder ein PDF kannst du später immer noch exportieren.

Da alle drei aus einer Transkription kommen, musst du dich nie festlegen. Einen vollständigen Überblick mit Vergleichstabelle, was in welchem Format steckt, findest du in unserem Leitfaden zu den Exportformaten von Songscription. Weißt du schon, in welchem Programm es weitergeht, dann lies, wie du Dateien aus Songscription in MuseScore, Sibelius, Finale und Logic importierst. Erzeugen kannst du alle Formate aus jeder Aufnahme mit Audio zu Noten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MusicXML, MIDI und PDF?

In den drei Dateien steckt jeweils etwas anderes. Ein PDF ist ein festes Bild der fertigen Noten: bereit zum Drucken, aber als Musik nicht bearbeitbar. MIDI enthält die reinen Notendaten, also Tonhöhe, Timing und Anschlagstärke, ohne Klang und ohne Seitenlayout. Gedacht ist es für DAWs und die Wiedergabe. MusicXML enthält die komplette Notation mit Tönen, Rhythmen, Schlüsseln und dem vorgesehenen Layout und lässt sich in Notationsprogrammen wie MuseScore, Sibelius, Finale und Dorico bearbeiten. Songscription exportiert alle drei aus jeder Transkription. Du wählst also danach, was du als Nächstes vorhast.

Soll ich aus Songscription MIDI oder MusicXML exportieren?

Nimm MIDI, wenn die Datei in eine DAW geht und du die Töne als bearbeitbare Daten brauchst, etwa um Sounds zu wechseln, das Timing zu korrigieren oder einen Track zu produzieren. Geht sie in ein Notationsprogramm und kommt es dir auf die geschriebenen Noten an, ist MusicXML richtig: zum Neusetzen, zum Einrichten von Einzelstimmen oder für einen sauberen Ausdruck. MIDI bewahrt das Gespielte, MusicXML die Notation. Bist du unsicher, nimm MusicXML. Darin bleibt mehr von den geschriebenen Noten erhalten, und MIDI kannst du trotzdem separat erzeugen.

Bleibt bei MIDI das Notenlayout erhalten?

Nein. MIDI speichert, wann jeder Ton beginnt und endet, aber nicht, wie er aufgeschrieben werden soll. Dieselbe MIDI-Datei kann deshalb ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, welches Programm sie öffnet. MIDI enthält nichts darüber, welche Noten ein Balken verbindet, wie die Töne auf Stimmen verteilt sind, ob ein Ton als Fis oder als Ges dasteht oder wie die Seite aufgebaut ist. Das sind Entscheidungen der Notation. Sollen deine geschriebenen Noten den Weg heil überstehen, nimm MusicXML. Das Format wurde genau dafür entwickelt, diese Details zu erhalten.

Bekomme ich alle drei Formate aus einer Transkription?

Ja. PDF, MIDI und MusicXML entstehen alle aus derselben Transkription in Songscription. Du musst dich also nicht für eins entscheiden und auf die anderen verzichten. Oft läuft es so: Du druckst das PDF aus, um gleich zu üben, öffnest die MusicXML-Datei in einem Notationsprogramm, um den Notensatz zu verfeinern, und exportierst die MIDI-Datei, wenn du die Stimme in eine DAW ziehen willst. Alle drei beruhen auf derselben Auswertung deiner Aufnahme.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

Mehr über das Team

Hier findest du weitere Artikel zu denselben Themen.