Wenn du einen Song transkribierst, entscheidet das Exportformat, was du danach damit machen kannst. Dasselbe Stück kann als einzelne Noten herauskommen, die du in deiner DAW bearbeitest, als Noten zum Weiterbearbeiten in einem Notenprogramm, als Tab-Datei für eine Gitarren-App oder als festes Bild zum Ausdrucken. Wählst du falsch, tippst du die Musik später von Hand neu ein. Mit einer Handvoll Formaten deckst du fast alles ab: MIDI, MusicXML, PDF und für Gitarrist:innen Guitar Pro. Hier liest du, was in jedem Format steckt, welchen Export aus Songscription du für deine aktuelle Aufgabe wählst und wie du das Ergebnis in MuseScore, Sibelius, Dorico, Guitar Pro oder deiner DAW öffnest.
Welches Format für welches Ziel
In der Tabelle findest du dein Ziel, das passende Format und den Artikel, der es genauer erklärt.
| Dein Ziel | Format | Weiterlesen |
|---|---|---|
| Noten weiterbearbeiten | MusicXML | MusicXML oder MIDI |
| Noten in eine DAW übernehmen | MIDI | MusicXML oder MIDI |
| Lesen, drucken oder teilen | MusicXML, MIDI oder PDF | |
| Gitarren-Tabs bearbeiten | Guitar Pro | Was eine Guitar-Pro-Datei ist |
| Alle Exporte aus Songscription ansehen | Alle | Exportformate in Songscription |
| In deinem Programm öffnen | MusicXML | MusicXML in deiner Software öffnen |
Die wichtigsten Formate
Am leichtesten hältst du sie auseinander, wenn du fragst, was jedes Format eigentlich speichert.
- MIDI speichert Spieldaten, kein Bild. Darin steht, welche Noten erklingen, wann jede anfängt und aufhört und wie stark sie angeschlagen wird, aber nicht, wie die Musik in einer Notenzeile aussehen soll. Für eine DAW passt das genau, denn dort willst du die Noten als bearbeitbare Daten, die einen Sound ansteuern. Für Notation taugt MIDI weniger, weil das Programm beim Umwandeln in Noten Schreibweise und Rhythmus erraten muss.
- MusicXML speichert die Notation selbst: die Schreibweise der Noten, Verbalkung, Artikulationen, Liedtext, mehrere Notenzeilen und das Layout. Das offene Format wird von vielen Programmen unterstützt und ist dafür da, Noten zwischen Programmen auszutauschen, ohne sie neu abzutippen. Sollen deine Noten lesbar und bearbeitbar bleiben, exportierst du MusicXML.
- PDF speichert ein festes Bild der fertigen Seite. Zum Lesen, Drucken und Teilen ist das genau richtig, zum Bearbeiten nutzlos, denn die Noten sind dort Pixel und keine Daten. Sieh das PDF als fertige Fassung, die du weitergibst, wenn die Noten stehen.
- Guitar Pro speichert Tabs zusammen mit normaler Notation und Wiedergabe in einer bearbeitbaren Datei. Deshalb ziehen Gitarrist:innen es einem starren Tab-PDF vor. Songscription exportiert eine Guitar-Pro-Datei im Format
.gp5, die du in Guitar Pro oder einem kostenlosen Programm wie TuxGuitar öffnen kannst, um dann Fingersatz und Tabs zu bearbeiten. In Was eine Guitar-Pro-Datei ist steht, was das Format enthält und wie du es öffnest.
MIDI und MusicXML werden am häufigsten verwechselt. MusicXML oder MIDI erklärt genauer, warum das eine das Aussehen der Noten mitbringt und das andere nicht. MusicXML, MIDI oder PDF stellt alle drei nebeneinander.
Welchen Export aus Songscription du wählst
Songscription transkribiert eine Aufnahme in bearbeitbare Noten, und du exportierst sie in dem Format, das dein nächster Schritt braucht. MusicXML nimmst du, um an der Notation weiterzuarbeiten, MIDI, um die Noten in eine DAW zu schicken, PDF, um eine fertige Seite zu drucken oder zu teilen, und Guitar Pro, wenn du bearbeitbare Tabs für eine Gitarren-App willst. Welche Exportformate Songscription unterstützt listet alle Formate mit ihrem Zweck auf. So exportierst du kein PDF, solange du noch etwas ändern musst, und keine MIDI-Datei, wenn du eigentlich saubere Noten wolltest.
Die Dateien in deiner Software öffnen
Eine Datei bringt dir erst etwas, wenn sie sich in deinem Programm sauber öffnen lässt. In Notenprogramme kommst du über MusicXML: MusicXML in MuseScore, Sibelius und Finale öffnen zeigt den Import in jedem dieser Programme, Exporte aus Songscription in MuseScore importieren geht die kostenlose Variante von Anfang bis Ende durch, und Import in MuseScore, Sibelius, Finale und Logic ergänzt den Weg über MIDI in eine DAW.
Noch ein Wort zu Finale. MakeMusic hat das Programm 2024 eingestellt, es bekommt keine Updates mehr und lässt sich nicht mehr kaufen. Bestehende Installationen öffnen aber weiterhin Dateien. Wenn du von Finale umsteigst, ist MusicXML der praktische Weg raus. Speicher deine Noten als MusicXML und öffne sie in einem Programm, das noch gepflegt wird, etwa im kostenlosen MuseScore oder in Dorico, das MakeMusic allen, die mit Finale arbeiten, als Alternative nennt. Auch Sibelius ist ein häufiges Ziel für MusicXML.
Weitere Artikel
- Formate vergleichen: MusicXML oder MIDI und MusicXML, MIDI oder PDF.
- Aus Songscription exportieren: welche Exportformate Songscription unterstützt.
- Für Gitarrist:innen: was eine Guitar-Pro-Datei ist.
- Öffnen und importieren: MusicXML in deiner Software öffnen, in MuseScore importieren und in MuseScore, Sibelius, Finale und Logic importieren.
- Begriffe nachschlagen: das Glossar der Notenschrift und was MIDI ist.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MIDI und MusicXML?
MIDI speichert Spieldaten: welche Noten erklingen, wann, wie lange und wie stark. Wie die Musik in einer Notenzeile aussehen soll, steht nicht drin. Ein Programm muss das Notenbild deshalb erraten, wenn es eine MIDI-Datei öffnet. MusicXML speichert die Notation selbst, also die Schreibweise der Noten, die Verbalkung, Artikulationen, Liedtext und Layout. Deine Noten sehen darum auch in einem anderen Programm so aus, wie sie geschrieben wurden. Nimm MIDI, wenn die Noten in einer DAW einen Sound ansteuern sollen, und MusicXML, wenn am Ende lesbare Noten stehen sollen.
Welchen Export aus Songscription soll ich nehmen?
Wähl den Export danach, wohin die Datei als Nächstes geht. Willst du in einem Notenprogramm wie MuseScore, Sibelius oder Dorico an den Noten weiterarbeiten, exportierst du MusicXML. MIDI brauchst du, wenn die Noten in eine DAW wie Logic, Ableton oder FL Studio sollen. PDF reicht, wenn du die fertige Seite nur lesen, drucken oder teilen und nicht mehr bearbeiten willst. Für Gitarre exportierst du Guitar Pro und bekommst bearbeitbare Tabs, die du in Guitar Pro oder TuxGuitar öffnen kannst. MusicXML, MIDI und Guitar Pro bleiben bearbeitbar, ein PDF ist dagegen ein festes Bild der Musik.
Kann ich eine MusicXML-Datei in MuseScore, Sibelius oder Dorico öffnen?
Ja. MusicXML ist ein offenes Format, mit dem du Noten zwischen Programmen austauschen kannst, ohne sie neu einzugeben, und alle großen Notenprogramme können es lesen und schreiben. MuseScore ist kostenlos und öffnet MusicXML direkt, auch Sibelius und Dorico importieren es. Wer von Finale wegwill, kommt über MusicXML am einfachsten raus. MakeMusic hat Finale 2024 eingestellt, und eine als MusicXML gespeicherte Finale-Datei lässt sich in einem Programm öffnen, das noch aktualisiert wird.
Lässt sich ein Noten-PDF bearbeiten?
Nein. Ein PDF ist ein festes Bild der Seite, gemacht zum Lesen und Drucken und nicht dafür, Noten zu ändern. Willst du die Musik bearbeiten, exportier MusicXML und öffne die Datei in einem Notenprogramm. Möchtest du Sound oder Arrangement ändern, gehört eine MIDI-Datei in deine DAW. Das PDF behältst du als fertige Fassung zum Teilen, sobald du nichts mehr änderst.
Am schnellsten siehst du den Unterschied, wenn du denselben Song auf drei Arten exportierst. Lad eine Aufnahme in Songscription hoch und exportier sie als MusicXML, MIDI oder PDF.