AnleitungNotenAndrew Carlins•7 Min. Lesezeit

So öffnest du MusicXML-Dateien in MuseScore, Sibelius und Finale

Mit MusicXML kommen Noten von einem Notenprogramm ins andere, auch wenn die Programme ihre eigenen Dateien gegenseitig nicht lesen können. In MuseScore und Sibelius öffnest du eine MusicXML-Datei über „Datei“ und „Öffnen“, in Finale über „Datei“ und „Importieren“. Danach stimmen Tonhöhen und Rhythmen, nur die Darstellung braucht noch einen kurzen Feinschliff.

MusicXML-Dateien in MuseScore, Sibelius und Finale öffnen, mit den Importschritten für jedes Programm und dem Aufräumen typischer Darstellungsfehler nach dem Import

Teil unseres Leitfadens zu Musikdateiformaten und Exporten.

MusicXML ist das Standardformat, mit dem geschriebene Musik zwischen Programmen ausgetauscht wird. Es speichert die kompletten Noten, also die Töne und dazu Notenschlüssel, Tonart, Taktart, Balken und Artikulationen, und zwar so, dass jedes Notenprogramm sie lesen kann. Das brauchst du, weil MuseScore, Sibelius und Finale die Dateien der jeweils anderen nicht öffnen können. Eine Sibelius-Datei geht in Finale nicht auf, und mit einer Finale-Datei kann MuseScore nichts anfangen.

Willst du Noten zwischen den dreien hin- und herschicken, nimmst du also MusicXML. Vielleicht willst du sie kostenlos in MuseScore bearbeiten oder in Sibelius oder Finale in den Hausstil eines Verlags bringen, oder die Person, mit der du zusammenarbeitest, nutzt einfach ein anderes Programm als du.

Was MusicXML zwischen Notenprogrammen mitnimmt

MusicXML beschreibt geschriebene Noten. Dazu gehören Tonhöhen und Rhythmen, aber auch alles, was Notation lesbar macht: Notenschlüssel, Tonart und Taktart, Balken, Artikulationen, Dynamik und Layout. Das Format ist dafür gebaut, die ganzen Noten von einem Programm ins andere zu bringen und nicht bloß die einzelnen Töne.

Genau da liegt der Unterschied zu MIDI. MIDI hält eine Aufführung fest, also die Töne und ihr Timing, weiß aber nichts darüber, wie die Noten aussehen sollen. Brauchst du Notation, die ein anderes Programm anzeigen und setzen kann, ist MusicXML die richtige Datei. In MusicXML oder MIDI gehen wir genauer auf den Unterschied ein, und unser Überblick über Exportformate für Musik zeigt, wofür sich welches Format eignet.

MusicXML in MuseScore öffnen

MuseScore ist kostenlos und das meistgenutzte Notenprogramm, deshalb fangen viele damit an. Wähl „Datei“ und dann „Öffnen“ und such die .musicxml- oder .mxl-Datei aus. MuseScore liest sie direkt, ganz ohne Dialog zum Umwandeln, und deine Noten lassen sich sofort bearbeiten. Holst du gezielt einen Export aus Songscription rein, zeigt dir unsere Anleitung, wie du Exporte aus Songscription in MuseScore importierst. Dort geht es Schritt für Schritt darum, welche Datei du nimmst und wie du danach aufräumst.

MusicXML in Sibelius und Finale öffnen

Beide Programme lesen MusicXML, nur der Weg durchs Menü ist ein bisschen anders.

  • Sibelius. Wähl „Datei“ und „Öffnen“ und dann die MusicXML-Datei. Sibelius wandelt sie automatisch in eine neue Notendatei um.
  • Finale. Geh auf „Datei“ und „Importieren“, wähl „MusicXML“ und dann die Datei. Finale baut die Notation als bearbeitbares Finale-Dokument neu auf.

In beiden Fällen hast du danach ganz normale Noten in deinem Programm und kannst daran weiterarbeiten. In der Praxis nutzen selten alle Beteiligten dasselbe Notenprogramm. Vielleicht schreibt jemand das Arrangement in MuseScore vor, jemand anderes macht den Notensatz in Finale fertig, und wer am Ende spielt, trägt sich in Sibelius etwas in die Stimmen ein. Mit MusicXML gehen die Noten durch all diese Programme, ohne dass jemand sie von Hand neu aufbauen muss. Du kannst also dort schreiben, wo es am günstigsten oder am schnellsten geht, und die Noten trotzdem an alle weitergeben, die sie als Nächste brauchen.

Was dich nach dem Import erwartet

Die Töne stimmen, denn Tonhöhen und Rhythmen kommen originalgetreu an. Prüfen solltest du eher, wie die Noten dargestellt werden, und die typischen Fälle erkennst du schnell, wenn du einmal weißt, wie sie aussehen. Steht eine Note mit Kreuz da, wo die Tonart ein Be verlangt, deutest du sie enharmonisch um. Stehen Achtel einzeln mit Fähnchen da oder läuft ein Balken über die Zählzeit hinweg, gruppierst du die Balken einfach neu nach Zählzeiten. Einen falschen Notenschlüssel erkennst du an einer Stelle, die nur mit einem Stapel Hilfslinien weit über oder unter der Notenzeile steht. Tausch in dem Fall den Schlüssel und nicht die Noten. Überzählige Pausen, die einen Takt auffüllen, entstehen beim Runden des Timings, und du kannst sie ohne Weiteres löschen. Jedes Programm entscheidet bei der Darstellung standardmäßig ein wenig anders. Ein kurzer Feinschliff nach dem Import gehört deshalb dazu und heißt nicht, dass etwas schiefgegangen ist. Hat alles mit einer Aufnahme angefangen, kannst du die MusicXML-Datei auf der Seite Audio zu MusicXML erstellen und in dem Programm öffnen, das dir am liebsten ist.

Häufige Fragen

Können MuseScore, Sibelius und Finale die Dateien der jeweils anderen öffnen?

Nein. Jedes Programm hat sein eigenes Dateiformat, das die anderen nicht lesen können. MusicXML schlägt die Brücke zwischen ihnen. Speicherst oder exportierst du deine Noten in einem Programm als MusicXML, kannst du sie in einem anderen öffnen, und die Notation kommt mit. MusicXML ist das einzige Format, das alle drei zuverlässig verstehen. Wenn du noch nicht weißt, in welchem Programm deine Noten am Ende landen, exportierst du aus Songscription deshalb am besten MusicXML.

Wie öffne ich eine MusicXML-Datei in MuseScore?

Wähl „Datei“ und dann „Öffnen“ und such die .musicxml- oder .mxl-Datei aus. MuseScore liest MusicXML direkt, deine Noten erscheinen also ohne Umwandlungsschritt. Danach bearbeitest du sie wie jedes andere MuseScore-Projekt. Genauso gehst du bei einem Export aus Songscription vor, denn Songscription schreibt Standard-MusicXML.

Wie importiere ich MusicXML in Sibelius oder Finale?

In Sibelius wählst du „Datei“ und „Öffnen“ und dann die MusicXML-Datei. Sibelius wandelt sie in eine neue Notendatei um. In Finale gehst du auf „Datei“ und „Importieren“, wählst „MusicXML“ und anschließend die Datei. Beide Programme lesen das Format und bauen die Notation als bearbeitbare Noten neu auf. Nach dem Import feilst du am Notensatz, so wie bei jedem neuen Projekt.

Womit muss ich rechnen, wenn ich eine MusicXML-Datei öffne?

Tonhöhen und Rhythmen kommen richtig an. Noch einmal prüfen solltest du eher die Darstellung, also Notenschlüssel, enharmonische Schreibung, Balken sowie Layout und Abstände. Jedes Programm stellt dieselbe Notation standardmäßig ein bisschen anders dar, deshalb gehört ein kurzer Feinschliff nach dem Import einfach dazu. Musikalisch ist alles da, du räumst nur noch das Notenbild auf.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

Mehr über das Team

Hier findest du weitere Artikel zu denselben Themen.