Teil unseres Leitfadens zu Musikdateiformaten und Exporten.
MuseScore ist der Noteneditor, zu dem die meisten zuerst greifen. Er kostet nichts, läuft auf allen Plattformen und öffnet die Exporte aus Songscription direkt. Einen Konverter oder ein Plugin brauchst du dafür nicht.
Entscheiden musst du eigentlich nur, welche Datei du nimmst. Der Import selbst ist dann ein einziger Menübefehl, und danach räumst du kurz auf.
MusicXML oder MIDI wählen
Songscription exportiert beide Formate, und MuseScore liest beide. Gleich sind sie trotzdem nicht. Je nachdem, welches du nimmst, musst du danach mehr oder weniger einrichten.
- Mit MusicXML bekommst du vollständige Noten. Die Datei enthält das Notenbild selbst, also kommen Schlüssel, Balken, Taktart und Artikulationen schon geordnet an. Für gut lesbare Noten ist das die beste Wahl.
- Mit MIDI bekommst du die reinen Töne. Die Datei enthält das Gespielte, also Töne, Timing und Anschlagstärke, aber kein Notenbild. Die Taktart stellst du nach dem Import selbst ein, und den Rhythmus quantisierst du ebenfalls selbst.
Für die meisten Arbeiten an Noten nimmst du MusicXML. Ist dir der Unterschied noch nicht ganz klar, erklärt ihn unser Vergleich MusicXML vs. MIDI ohne Umwege. Unsere Übersicht über Exportformate für Musik zeigt alle vier Dateien, die Songscription erzeugt.
Die Datei über „Datei > Öffnen“ laden
Exportier die gewählte Datei aus Songscription. In MuseScore wählst du „Datei“ > „Öffnen“ und dann die Datei. Mehr ist beim Import nicht zu tun. MuseScore liest MusicXML und MIDI direkt, deine Noten erscheinen also sofort und ohne Dialog zur Umwandlung.
Jetzt hast du ein ganz normales MuseScore-Projekt. Du kannst es bearbeiten, transponieren, Vortragszeichen ergänzen und das Layout genau so einrichten wie bei allem, was du selbst von Grund auf geschrieben hast. Aus der Aufnahme, mit der du angefangen hast, sind Noten geworden, an denen du weiterarbeiten kannst. Die Transkription dafür erstellst du auf der Seite Audio zu MusicXML.
Checkliste nach dem Import
Beim Aufräumen geht es meist ums Aussehen, und das ist schnell erledigt. Hast du MIDI importiert, musst du wahrscheinlich auch ein paar Rhythmen glätten.
- Prüf bei jeder Notenzeile, ob sie den erwarteten Schlüssel hat, also Violinschlüssel für die rechte Hand und Bassschlüssel für die linke. Klebt eine Passage ganz oben oder unten an der Notenzeile und schleppt eine Leiter aus Hilfslinien mit, stimmt meist der Schlüssel nicht, und die Töne selbst sind in Ordnung.
- Die Kreuze oder Bes am Anfang jeder Notenzeile zeigen dir die Tonart. Taucht dasselbe Vorzeichen im ganzen Stück immer wieder an einzelnen Noten auf, fehlt vermutlich die Tonartvorzeichnung oder sie ist falsch. Sobald du die Tonart richtig einstellst, verschwindet das Durcheinander.
- Kontrollier, ob die Taktart am Anfang zu dem passt, was du hörst, etwa 4/4, 3/4 oder 6/8. Bei einer falschen Taktart stehen die Taktstriche an seltsamen Stellen, und Noten ragen ungeschickt über sie hinweg.
- Nach einem MIDI-Import lohnt sich ein Blick auf die Quantisierung. Stehen irgendwo übergebundene Zweiunddreißigstel oder Ketten winziger Pausen, wo du einfache Viertel oder Achtel erwartet hättest, ist das Timing nicht quantisiert. Quantisier diese Stellen auf ein sinnvolles Raster.
- Such nach überzähligen Pausen, also kurzen Pausen zwischen Noten oder Pausen, die das Ende eines Takts mit zusätzlichen Zählzeiten auffüllen. Sie bleiben übrig, weil das Timing gerundet wurde, und du kannst sie bedenkenlos löschen oder mit den Nachbarnoten zusammenfassen.
- Bei der enharmonischen Schreibung achtest du auf Töne, die mit Kreuz geschrieben sind, obwohl die Tonart ein Be verlangt, oder umgekehrt. So etwas liest sich wie ein Vorzeichen am falschen Platz. Deute die Note enharmonisch um, damit die Linie zur Tonart passt.
- Prüf bei den Balken, ob Achtel und Sechzehntel nach Zählzeiten gruppiert sind. Noten, deren Balken über eine Zählzeit hinweg reicht, und einzeln stehende Noten mit Fähnchen sind schwerer zu lesen. Gruppier sie neu.
- Die Tempoangabe sollte zur Aufnahme passen, denn nach ihr richtet sich in MuseScore die Wiedergabegeschwindigkeit. Klingt die Wiedergabe zu schnell oder zu langsam, stimmt das importierte Tempo nicht.
- Das Layout mit Abständen, Systemumbrüchen und Seitenlayout kommt zuletzt dran, wenn alle Töne feststehen.
Von der Aufnahme zu fertigen Noten
Die beiden Programme übernehmen unterschiedliche Schritte. Songscription nimmt eine Aufnahme und ermittelt daraus die Töne, MuseScore setzt, bearbeitet und druckt sie. Du lässt eine Transkription laufen, exportierst MusicXML und öffnest die Datei in MuseScore. So kommst du von der Aufnahme zu druckfertigen Noten, ohne für eins der beiden Programme zu bezahlen.
Arbeitest du mit Sibelius oder Finale, öffnet sich dieselbe MusicXML-Datei auch dort. Wie das geht, erklärt unser Leitfaden zum Öffnen von MusicXML in MuseScore, Sibelius und Finale. Welche Noteneditoren es sonst noch gibt, zeigt unsere Übersicht über KI-Transkription mit Notensatzprogrammen.
Häufige Fragen
Soll ich MusicXML oder MIDI in MuseScore importieren?
Nimm MusicXML, wenn du vollständige Noten willst. Die Datei enthält das Notenbild selbst, deshalb kommen Schlüssel, Balken und Artikulationen schon fertig gesetzt an. MIDI nimmst du, wenn dir die reinen Töne reichen und du Taktart und Quantisierung selbst einrichten willst. MuseScore öffnet beides, aber mit MusicXML kommst du fertigen Noten am nächsten. Songscription exportiert aus einer Transkription beide Formate, du entscheidest also danach, was du als Nächstes vorhast.
Wie öffne ich einen Export aus Songscription in MuseScore?
Exportier die Datei aus Songscription und wähle dann in MuseScore „Datei“ > „Öffnen“. MuseScore liest MusicXML und MIDI direkt, deine Noten erscheinen also ohne Umwandlung. Danach bearbeitest du sie wie jedes andere MuseScore-Projekt: Layout ändern, Dynamik ergänzen, Abstände korrigieren und drucken oder exportieren, sobald alles passt.
Was sollte ich nach dem Import in MuseScore prüfen?
Bei der Checkliste geht es vor allem ums Aussehen. Jede Notenzeile sollte den richtigen Schlüssel haben, und die Tonart stellst du ein oder kontrollierst sie, damit sich die Vorzeichen sauber lesen. Nach einem MIDI-Import schaust du dir auch Taktart und Quantisierung an. Danach kontrollierst du noch die enharmonische Schreibung und die Balken, und zum Schluss räumst du Layout und Abstände auf. Das ist schnell erledigt, und diesen Feinschliff brauchen importierte Noten sowieso.
Ist MuseScore kostenlos, und warum nutzt man es zusammen mit Songscription?
MuseScore ist kostenlos und der Noteneditor, zu dem die meisten zuerst greifen. Die beiden Programme übernehmen unterschiedliche Schritte: Songscription ermittelt die Töne aus einer Aufnahme, MuseScore setzt, bearbeitet und druckt sie. Du transkribierst in Songscription, exportierst MusicXML und öffnest die Datei in MuseScore. So kommst du von der Aufnahme zu druckfertigen Noten, ohne für eins der beiden Programme zu bezahlen.
