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So nutzt du Songscription mit Ableton Live

Ableton Live ist für die Arbeit mit MIDI und Audio gemacht. Welche Töne in einer Aufnahme stecken, findet Live aber nicht für dich heraus. Songscription macht aus einem Track MIDI oder Noten, und du bringst sie sauber in ein Live-Set.

Songscription mit Ableton Live nutzen: MIDI exportieren und importieren, um aus einer Aufnahme saubere, bearbeitbare MIDI-Noten zu bekommen

Dieser Artikel gehört zu unserem Leitfaden Audio in MIDI umwandeln.

Ableton Live kann zwei Dinge richtig gut, nämlich MIDI bearbeiten und Audio warpen. Einer Aufnahme zuhören und dir sagen, welche Töne darin stecken, kann Live dagegen nicht. Ziehst du eine MP3 auf eine Spur, spielt Live sie als festen Clip ab. Die Melodie steckt in der Wellenform fest, und du kommst nicht an sie heran.

Diese Lücke schließt Songscription. Wir lesen die Noten aus einer Aufnahme heraus und geben dir MIDI, das du direkt in ein Live-Set ziehen kannst. Vom Hochladen bis zum Bearbeiten in der Piano Roll des Clips sind es drei Schritte.

Warum MIDI und nicht MusicXML für Live

Live liest kein MusicXML. MusicXML beschreibt Noten, wie sie auf dem Papier stehen, mit Schlüsseln, Balken, Artikulationen und Seitenlayout. In Live gibt es keine Notenzeile, auf der das Platz hätte. Live denkt in Tönen und Timing, und genau das steckt in MIDI. Wenn dein Ziel ein Live-Set ist, exportierst du also jedes Mal MIDI.

Mit MIDI verlierst du an dieser Stelle nichts. Jede Transkription in Songscription lässt sich aus demselben Durchgang als MIDI, MusicXML, PDF und Guitar Pro exportieren. Heute nimmst du MIDI für Live, und wenn du den Part später in einem Notenprogramm öffnen willst, ist das MusicXML immer noch da. Ist dir der Unterschied noch nicht ganz klar, erklärt unser Vergleich MusicXML vs. MIDI, was in welchem Format steckt.

Schritt 1: Aufnahme transkribieren

Fang mit dem Audio an, das du in deinem Set haben willst. Das kann eine MP3- oder WAV-Datei sein, ein Video, ein YouTube-Link oder eine Aufnahme, die du selbst gemacht hast. Lade es hoch und wähl das Instrument aus. Das Zuhören übernimmt dann das Modell.

Transkribiere dabei immer nur ein Instrument auf einmal. Eine ganze Band mit einem Klick in getrennte MIDI-Spuren aufzuteilen, geht noch nicht. Hast du einen kompletten Mix, zerleg ihn deshalb erst in einzelne Spuren (Stems) und lass jeden Part für sich durchlaufen. Am weitesten entwickelt ist die Klaviertranskription. Bass, Gitarre und weitere Instrumente werden ebenfalls unterstützt und laufend besser. Wie du eine Quelle für ein möglichst sauberes Ergebnis vorbereitest, zeigt unser Leitfaden zu Audio in MIDI. Eine Umwandlung startest du direkt auf der Seite Audio in MIDI.

Schritt 2: MIDI exportieren und in Live ziehen

Wenn die Transkription passt, exportierst du sie als .mid-Datei. Öffne dann dein Live-Set und geh so vor:

  1. Zieh die .mid-Datei aus dem Finder oder Explorer direkt auf eine MIDI-Spur in der Session- oder Arrangement-Ansicht. Live legt sie als Clip ab. Du kannst die Datei auch erst in den Browser von Live ziehen und sie später auf eine Spur legen, wenn du sie brauchst.
  2. Leg ein Software-Instrument, einen Sampler oder Operator auf die Spur. Ein MIDI-Clip allein macht keinen Ton.
  3. Prüf, ob der Clip zum Tempo deines Sets passt, und quantisiere die Noten, wenn sie genau auf dem Raster sitzen sollen.
  4. Mit einem Doppelklick öffnest du den Clip in der Piano Roll. Dort geht es mit dem Bearbeiten weiter, wie unten beschrieben.

Schritt 3: In der Piano Roll des Clips bearbeiten

Ein Doppelklick auf den Clip öffnet die Piano Roll in der Clip-Ansicht. Jede Note ist jetzt ein Block, den du verschieben, verlängern, löschen oder duplizieren kannst. Spätestens hier merkst du, was MIDI gegenüber reinem Audio bringt. Du kannst die Melodie ändern, den ganzen Part transponieren, wackliges Timing quantisieren oder einen vollen Akkord ausdünnen.

Auch den Sound kannst du komplett austauschen. Die Noten bleiben, wo sie sind, während du ein anderes Instrument auf die Spur legst. So setzt du einen Part, der dir gefällt, schnell in einen neuen Zusammenhang. Producer:innen machen das ständig, und in unserem Leitfaden zu KI-Musiktools für Producer:innen findest du mehr zu diesem Workflow. Arbeitest du mit mehreren DAWs, funktioniert dasselbe MIDI genauso in Logic und FL Studio. Wie das geht, zeigt unser Artikel Songscription mit Logic Pro und FL Studio.

Häufige Fragen

Kann Ableton Live MusicXML lesen?

Nein. Live arbeitet mit MIDI und Audio und kann keine Notendateien öffnen, deshalb lässt sich MusicXML nicht in ein Live-Set laden. Wenn deine Musik in Live landen soll, exportierst du aus Songscription MIDI. MusicXML brauchst du erst, wenn du dieselbe Transkription in einem Notenprogramm wie MuseScore oder Sibelius öffnen willst. Beide Formate kommen aus derselben Transkription, mit MIDI verzichtest du also nicht auf MusicXML.

Wie importiere ich eine MIDI-Datei in Ableton Live?

Zieh die .mid-Datei aus dem Finder oder Explorer direkt auf eine MIDI-Spur in der Session- oder Arrangement-Ansicht. Du kannst sie auch erst in den Browser von Live ziehen und von dort auf eine Spur. Live legt die Noten als Clip ab. Damit der Clip klingt, braucht die Spur ein Software-Instrument. Mit einem Doppelklick auf den Clip bearbeitest du die Noten dann in der Piano Roll. Mehr ist beim Import nicht zu tun.

Warum ziehe ich das Audio nicht einfach direkt in Ableton?

Das geht, und Live spielt das Audio auch ab. Es bleibt aber eine feste Aufnahme. Welche Töne darin stecken, kann dir Live nicht sagen, also kannst du weder die Melodie ändern noch den Sound tauschen noch das Timing quantisieren. Songscription liest die Noten aus der Aufnahme heraus und gibt dir MIDI, das du in Live komplett bearbeiten kannst.

Kann Live eine Aufnahme selbst transkribieren?

Live hat eine Funktion, die einfaches Audio mit Melodie, Harmonien oder Drums in MIDI umwandelt. Bei dichten, mehrstimmigen Aufnahmen und kompletten Mixes kommt sie aber schnell an ihre Grenzen. Für einen sauberen Part aus einer echten Aufnahme transkribierst du in Songscription ein Instrument nach dem anderen, exportierst das MIDI und holst es in Live. Die Noten liegen dann viel näher an dem, was tatsächlich gespielt wurde.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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