Teil unseres Leitfadens zur KI-Transkription für Komponist:innen und Songwriter:innen.
Wer komponiert, arbeitet meistens mit zwei Programmen. Die DAW kümmert sich um den Klang, also um die Instrumente, den Mix und den Song, den man am Ende tatsächlich hört. Das Notationsprogramm kümmert sich ums Notenbild: um die Noten, die jemand beim Spielen liest, mit Schlüsseln, Balken und Artikulationen. Du brauchst beide. Gebaut wurden sie aber für verschiedene Aufgaben, und deshalb kann keins von beiden lesen, was im anderen entstanden ist.
Die meiste Zeit geht bei der Übergabe verloren. Du hörst etwas, spielst es ein, und dann sitzt du da und tippst dieselben Töne in einem Programm ins Raster und im anderen noch einmal in die Notenzeilen. Songscription haben wir gebaut, damit dieser Schritt wegfällt. Es verbindet Audio, MIDI und Notation. Deine Idee wandert also weiter, statt dass du sie von Hand neu eingibst.
Warum DAW und Notationsprogramm nicht dieselbe Sprache sprechen
Eine DAW denkt vom Spielen her. Die Töne liegen auf einer Zeitleiste, jeder mit eigenem Timing und eigener Anschlagstärke, und du formst sie nach Gehör. Ein Notationsprogramm denkt von den geschriebenen Noten her. Dieselben Töne werden dort zu Zeichen in Notenzeilen, angeordnet für jemanden, der sie liest. Es ist dieselbe Musik aus zwei Blickwinkeln, und jedes Programm ist für einen davon gebaut.
Wegen dieser Trennung können DAWs und Notationsprogramme die Projektdateien des jeweils anderen nicht öffnen. Der Austausch läuft über Dateiformate. MIDI bringt das Gespielte in die DAW, MusicXML bringt die geschriebenen Noten ins Notationsprogramm. Was genau in jedem der beiden Formate steckt, erklärt unser Vergleich MusicXML vs. MIDI.
Aus einer Aufnahme werden bearbeitbare Noten
Beide Programme haben dieselbe Lücke. Keins kann sich eine Aufnahme anhören und dir sagen, welche Töne darin stecken. Audio kannst du in eine DAW ziehen und anhören, die Melodie bearbeiten kannst du dort aber nicht. Und ein Notationsprogramm kannst du anstarren, so lange du willst, transkribieren wird es für dich trotzdem nicht.
Genau diese Lücke schließt Songscription. Nimm eine Idee am Klavier auf, mit dem Handy oder aus einer Session, und wir machen aus dem Audio bearbeitbare Noten und eine Piano Roll. Aus dieser einen Transkription exportierst du MIDI, MusicXML, PDF oder Guitar Pro. Was du aufgenommen hast, wird zu Tönen, mit denen du weiterarbeiten kannst. Schreibst du für Film oder andere Medien, zeigt unser Artikel über KI-Transkription für Filmmusik, wie das unter dem Zeitdruck einer Session aussieht.
Einen Part per MIDI in deine DAW schicken
Wird aus der Idee eine Produktion, nimm den Weg über MIDI. Du transkribierst die Aufnahme, exportierst MIDI und ziehst die Datei auf eine Spur in deiner DAW. Dann liegt der Part in einem Raster, und du kannst das Instrument tauschen, transponieren, quantisieren und drumherum arrangieren.
Transkribier ein Instrument nach dem anderen. Eine Trennung der ganzen Band mit einem Klick gibt es noch nicht, also zerleg einen vollen Mix zuerst in Einzelspuren und transkribier jeden Part einzeln. Wie der Import in die DAW im Detail funktioniert, steht in unserem Guide zu Songscription mit Ableton Live. In Logic, FL Studio und GarageBand geht es genauso.
Einen Part per MusicXML ins Notationsprogramm schicken
Sollen aus der Idee Noten zum Lesen werden, nimm den Weg über MusicXML. Du transkribierst die Aufnahme, exportierst MusicXML und öffnest die Datei in MuseScore, Sibelius, Finale oder Dorico. Die Töne landen in den Notenzeilen, und du kannst den Notensatz verfeinern, Dynamikangaben ergänzen und die Einzelstimmen einrichten.
Viel aufzuräumen gibt es danach nicht, weil Tonhöhen und Rhythmen richtig ankommen. Schlüssel, enharmonische Schreibung und Abstände schaust du noch einmal durch, das gehört ganz normal zur Arbeit mit Noten. Welche Programme MusicXML lesen und wie der Import abläuft, erklärt unser Guide zur KI-Transkription mit Notationsprogrammen. Auf der Seite für Komponist:innen kannst du gleich eine Transkription für deine Noten starten, und unsere Übersicht über Exportformate für Musik zeigt, wann du zu welcher Datei greifst.
Häufige Fragen
Soll ich für meinen Kompositions-Workflow MIDI oder MusicXML exportieren?
Das hängt davon ab, wohin der Part soll. Geht er in eine DAW, exportier MIDI, denn eine DAW spielt Töne über Instrumente ab und bearbeitet sie in einem Raster. Geht er in ein Notationsprogramm, exportier MusicXML, denn MusicXML enthält die geschriebenen Noten mit Schlüsseln, Balken, Artikulationen und Layout. Songscription liefert dir beides aus einer Transkription. So kannst du dieselbe Idee in die Produktion und aufs Notenblatt schicken.
Wie passt KI-Transkription in den Workflow beim Komponieren?
Sie verbindet aufgenommenen Klang mit bearbeitbaren Noten. Du nimmst eine Idee am Klavier, mit dem Handy oder in einer Session auf, und Songscription macht aus dieser Aufnahme Noten und eine Piano Roll. Von dort geht der Part als MIDI in eine DAW, wenn du produzierst, oder als MusicXML in ein Notationsprogramm, wenn du Noten schreibst. Die Transkription bringt den Klang in ein Raster, mit dem du arbeiten kannst.
Kann ich einen Part zwischen meiner DAW und meinem Notationsprogramm hin- und herschieben?
Ja, mit der richtigen Datei. DAWs und Notationsprogramme lesen die Projektdateien des jeweils anderen nicht, beide verstehen aber ein gemeinsames Austauschformat. Mit MIDI bringst du das Gespielte in die DAW, mit MusicXML die geschriebenen Noten ins Notationsprogramm. Exportierst du beides aus derselben Transkription, bleiben Produktionsfassung und Notenfassung auf demselben Stand, weil sie aus derselben Quelle kommen.
Muss ich mich für ein Format entscheiden und dabei bleiben?
Nein. Eine einzige Transkription in Songscription lässt sich als MIDI, MusicXML, PDF und Guitar Pro exportieren. Heute holst du dir MIDI für die DAW, morgen MusicXML für die Noten, und transkribieren musst du dafür nicht noch einmal. So landet dieselbe Idee in beiden Hälften deines Workflows.
