Meistens reicht es, die .mid-Datei auf eine MIDI-Spur zu ziehen und ein Instrument zuzuweisen. MIDI enthält Noten, Timing und Anschlagstärke, aber keinen Klang. Nach dem Import wählst du also ein virtuelles Instrument, das die Spur abspielt, und bearbeitest die Noten wie auf jeder anderen Spur. Unten findest du den Ablauf für die gängigen DAWs und liest, wann MusicXML der bessere Export ist.
MIDI oder MusicXML exportieren?
Für eine DAW exportierst du MIDI. MIDI sind Spieldaten: die Noten, ihr Timing und wie stark jede einzelne gespielt wurde. Genau damit arbeitet eine DAW. Die Datei landet auf einer Spur und klingt über das Instrument, das du zuweist. MusicXML ist dagegen ein Notationsformat. Es beschreibt das gedruckte Notenbild mit Notenzeilen, Balken und Tonartvorzeichnung und ist für Notenprogramme wie MuseScore, Sibelius und Dorico gedacht. Die meisten DAWs können beim Import nicht viel damit anfangen.
Als Faustregel gilt: MIDI, wenn die Datei in eine DAW soll, und MusicXML, wenn sie in ein Notenprogramm soll. Wenn du tiefer einsteigen willst, lies unsere Artikel dazu, was MIDI ist, wie sich MusicXML und MIDI unterscheiden und welche Exportformate für Musik es gibt. Dort steht, welche Datei was kann.
So kommst du an deine MIDI-Datei
Wenn du mit einer Aufnahme startest und noch keine MIDI-Datei hast, transkribierst du sie zuerst. Eine DAW importiert MIDI, kein Audio. Die Noten müssen also erst zu MIDI-Events werden, bevor die Schritte weiter unten greifen. Songscription macht aus einer Aufnahme MIDI, dazu PDF, MusicXML und Guitar Pro, alles aus einem einzigen Upload. Du lädst eine MP3-, WAV-, M4A- oder MP4-Datei hoch, fügst einen Link von YouTube, Instagram oder TikTok ein oder nimmst direkt im Browser auf. Sobald die Transkription fertig ist, exportierst du das MIDI.
Hast du schon eine .mid-Datei, spring einfach zum nächsten Abschnitt. Wie aus einer Aufnahme MIDI wird, erklärt unser Artikel über Audio zu MIDI ausführlich.
MIDI in deine DAW importieren
Die Handgriffe unterscheiden sich je nach DAW ein wenig, das Prinzip ist aber überall gleich: Die .mid-Datei kommt auf eine MIDI-Spur, danach weist du ein Instrument zu. So läuft es in den gängigen DAWs.
Ableton Live
Zieh die .mid-Datei aus deinem Dateibrowser direkt auf eine MIDI-Spur, egal ob in der Arrangement- oder in der Session-Ansicht. Live legt die Noten in einem Clip ab. Damit du etwas hörst, lädst du ein Instrument wie ein Klavier oder einen Synthesizer auf die Spur. Eine ausführlichere Anleitung findest du in unserem Artikel über Songscription mit Ableton Live.
Logic Pro
Importier die Datei über das Menü „Ablage“ oder zieh die .mid-Datei in den Spurbereich. Logic legt aus dem MIDI Software-Instrument-Spuren an und lädt ein Standardinstrument, das du austauschen kannst. Die Details stehen in unserem Artikel zu Songscription in Logic Pro und FL Studio.
FL Studio
Zieh die Datei in FL Studio oder geh über „File“ > „Import“ > „MIDI file“. FL Studio fragt dann, wie das MIDI übernommen werden soll, zum Beispiel ob die Kanäle auf getrennte Patterns verteilt werden. So bleiben deine Parts von Anfang an sortiert. Mehr dazu steht im selben Artikel zu Logic Pro und FL Studio.
GarageBand
Zieh die .mid-Datei direkt in die Timeline von GarageBand. Es entsteht eine Software-Instrument-Spur, auf der die Noten schon liegen, und du musst nur noch einen Sound auswählen. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über Songscription mit GarageBand.
Aufräumen nach dem Import
Sobald das MIDI auf einer Spur liegt, räumst du es auf wie jede andere Aufnahme. Ein paar Dinge lohnen sich jedes Mal:
- Virtuelles Instrument zuweisen. Bis du einen Sound lädst, bleibt das MIDI stumm. Nimm das Instrument, das zum Part passt.
- Timing bei Bedarf quantisieren. Stammen die Noten aus einer Live-Aufnahme, kann das Einrasten auf ein Raster wackliges Timing glätten. Ein bisschen Groove willst du vielleicht trotzdem behalten.
- Falsche Oktaven und verirrte Noten korrigieren. Such nach Noten, die eine Oktave danebenliegen, oder nach einzelnen Artefakten, und korrigier oder lösch sie.
- Hände oder Parts auf eigene Spuren verteilen. Leg die linke Hand, die rechte Hand oder einzelne Instrumente auf eigene Spuren, damit du sie getrennt mischen und bearbeiten kannst.
Das meiste davon räumst du bei jeder Transkription genauso auf. Unser Artikel übers Aufräumen von MIDI nach der Umwandlung geht Schritt für Schritt durch Timing, Oktaven und verirrte Noten.
Häufige Fragen
Wie importiere ich eine MIDI-Datei in eine DAW?
In den meisten DAWs ziehst du die .mid-Datei auf eine MIDI- oder Instrumentenspur und weist der Spur ein virtuelles Instrument zu, das sie abspielt. In Logic Pro und FL Studio kannst du die MIDI-Datei außerdem über den Import im Dateimenü holen. Sobald die Noten auf einer Spur liegen, bearbeitest du sie wie auf jeder anderen Spur: Instrument wechseln, Timing quantisieren, verirrte Noten korrigieren.
Warum hat mein MIDI in der DAW keinen Sound?
MIDI sind Notendaten, kein Audio. Darin steht, welche Noten wann und wie stark gespielt werden. Einen eigenen Klang hat MIDI aber nicht. Damit du etwas hörst, musst du der Spur ein virtuelles Instrument zuweisen, zum Beispiel ein Klavier, einen Synthesizer oder einen Sampler. Solange kein Instrument geladen ist, bleibt die Spur stumm, obwohl die Noten da sind.
Soll ich für eine DAW MIDI oder MusicXML exportieren?
Für eine DAW exportierst du MIDI. MIDI enthält die Spieldaten, mit denen eine DAW arbeitet: Noten, Timing und Anschlagstärke. MusicXML ist ein Notationsformat für Notenprogramme wie MuseScore, Sibelius und Dorico, und die meisten DAWs können beim Import wenig damit anfangen. Nimm MusicXML nur, wenn die Datei in einem Notenprogramm landen soll.
Kann ich einen Song in MIDI umwandeln und dann importieren?
Ja. Wenn du mit einer Aufnahme startest und noch keine MIDI-Datei hast, transkribierst du sie zuerst. Songscription macht aus einer Aufnahme MIDI, dazu PDF, MusicXML und Guitar Pro, alles aus einem einzigen Upload. Du exportierst das MIDI und ziehst es dann in deine DAW.
