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Was kostenlose Apps zum Klavierlernen tatsächlich enthalten

Fast jede Klavier-App nennt sich irgendwo auf ihrer Store-Seite kostenlos. Mit der Gratisversion kannst du ausprobieren, ob du regelmäßig übst. Für die Songs, die du eigentlich spielen möchtest, reicht sie aber oft nicht.

Vergleich kostenloser Apps zum Klavierlernen: Lassen sich eigene Songs verwenden, funktionieren sie ohne MIDI-Keyboard und was enthält die Gratisversion?

Es gibt kostenlose Apps zum Klavierlernen. Was „kostenlos“ heißt, unterscheidet sich aber von Store-Seite zu Store-Seite. Meist bekommst du eine Gratisversion mit wenigen Songs oder Lektionen, eine kostenlose Testphase, die in ein Abo übergeht, oder einen kostenlosen Download, bei dem du die nützlichen Funktionen erst mit einem einmaligen Kauf freischaltest. Wenn du den Unterschied kennst, überrascht dich später keine automatische Verlängerung.

Mit einer Gratisversion kannst du herausfinden, ob du regelmäßig übst. Für klassische Musik findest du bei IMSLP tatsächlich viele kostenlose Noten. Wenn du aber Klavier spielen möchtest, weil du einen bestimmten Song liebst, werden die kostenlosen Möglichkeiten schnell knapp. Dafür empfehlen wir Anything Piano. Die App arbeitet mit jeder Aufnahme, die du mitbringst, und gibt dir auf jedem Klavier Rückmeldung in Echtzeit. Das kann keine Gratisversion einer App mit festem Songkatalog leisten. Zum Einstieg gibt es kostenlose Songumwandlungen in der Gratisversion. Mit Pro, einem separaten Abo, kannst du unbegrenzt Songs umwandeln.

Zur Einordnung: Wir entwickeln Songscription, und unser Team entwickelt auch Anything Piano. Weiter unten beschreiben wir die Gratisversionen allgemein, ohne genaue Nutzungsgrenzen aufzulisten. Die ändern sich häufig. Prüfe deshalb die aktuellen Bedingungen der jeweiligen App, bevor du dich auf eine Angabe hier verlässt.

Was heißt „kostenlos“ bei einer Klavier-App?

Bei einer Klavier-App bedeutet „kostenlos“ meist eines von vier Dingen: eine dauerhaft kostenlose, aber eingeschränkte Version, eine zeitlich begrenzte Testphase mit allen Funktionen, eine werbefinanzierte Gratisversion oder einen kostenlosen Download, bei dem du alle Funktionen durch einen einmaligen Kauf freischaltest. Jede Variante hat einen anderen Haken. Nur eine davon lässt dich auf Dauer ohne Bezahlung weiterüben.

Gratisversionen

Eine Gratisversion bleibt kostenlos und hat nur einen Teil der Funktionen. Meist bekommst du die ersten Lektionen, einige Songs oder eine begrenzte tägliche Übezeit. Für den Einstieg ist diese Variante am nützlichsten: Du kannst ausprobieren, ob du wirklich regelmäßig übst, bevor du Geld ausgibst.

Kostenlose Testphasen

Während einer Testphase kannst du die ganze App für einen festgelegten Zeitraum nutzen, oft eine Woche lang. Danach geht die Testphase in ein Abo über. Viele Apps verlangen schon zu Beginn eine Zahlungsmethode. Wenn du die Kündigung vergisst, zahlst du anschließend. Trag dir deshalb eine Erinnerung für den Tag vor Ablauf der Testphase in den Kalender ein.

Werbung und einmalige Käufe

Manche Apps sind mit Werbung kostenlos. Die kostet dich vor allem Aufmerksamkeit. Andere kannst du kostenlos herunterladen, musst aber für alle Funktionen einmalig bezahlen. Synthesia ist beim Klavierlernen das bekannteste Beispiel dafür: kostenlos ausprobieren, die Vollversion einmal kaufen.

Kostenlose Apps zum Klavierlernen im Vergleich

Prüfe bei der Auswahl auch, ob du mit der App den gewünschten Song lernen kannst. Apps mit einem festen Katalog haben nur die Songs, für die sie Arrangements erstellt haben. In der Gratisversion ist davon nur ein kleiner Teil zugänglich. Anything Piano ist die einzige App in diesem Vergleich, die mit jeder mitgebrachten Aufnahme arbeitet. Daraus entsteht eine Piano Roll mit fallenden Noten, zu denen du mitspielst.

Apps zum Klavierlernen im Vergleich: eigene Songs, Nutzung ohne MIDI-Keyboard, Rückmeldung in Echtzeit und der übliche Umfang der Gratisversion. Die Bedingungen ändern sich häufig. Prüfe die aktuellen Angaben.

AppEigene Songs möglich?Ohne MIDI-Keyboard nutzbar?Rückmeldung in EchtzeitTypischer Umfang der Gratisversion
Anything PianoJa, als Datei oder LinkJa, über das Mikrofon an jedem KlavierJa, dazu ein Wartemodus und AbschnittswiederholungKostenlose Songumwandlungen zum Einstieg; mit Pro unbegrenzt
Simply PianoNur Songs aus dem KatalogJa, über das MikrofonJaErste Lektionen
flowkeyNur Songs aus dem KatalogJa, über das MikrofonJaKleine Songauswahl
SkooveNur Songs aus dem KatalogJa, über das MikrofonJaEinstiegslektionen
YousicianNur Songs aus dem KatalogJa, über das MikrofonJaBegrenzte tägliche Übezeit
Piano MarvelNur Songs aus dem KatalogFür MIDI ausgelegtJa, über MIDITeil der Bibliothek
Playground SessionsNur Songs aus dem KatalogFür MIDI ausgelegtJa, über MIDIEinige Lektionen zum Kennenlernen
SynthesiaNur MIDI-DateienNeinJa, über MIDIModus zum Ausprobieren
YouTube-TutorialsWenn jemand ein Tutorial dazu erstellt hatJaNeinUnbegrenzt Videos
IMSLPNur gemeinfreie StückeJaNeinGemeinfreie Noten

Welche kostenlose Möglichkeit passt zu deinem Ziel?

Wenn du erst herausfinden möchtest, ob du überhaupt regelmäßig übst, nutze zwei Wochen lang die Gratisversion einer App. Für klassische Stücke kosten dich IMSLP und eine Klavierschule nichts. Wenn du wie die meisten einen bestimmten modernen Song spielen möchtest, empfehlen wir Anything Piano.

Du möchtest einen bestimmten modernen Song spielen

Hier sind die kostenlosen Möglichkeiten am stärksten eingeschränkt, obwohl die meisten genau das suchen. In Apps mit festem Katalog stehen die beliebtesten Songs meist hinter einer Bezahlschranke. Auf Notenseiten kosten moderne Arrangements wegen des Urheberrechts in der Regel Geld. Und YouTube-Tutorials gibt es nur für Songs, die jemand dafür ausgewählt hat.

Mit Anything Piano kannst du deine eigene Aufnahme verwenden. Lade eine Audiodatei hoch oder füge einen Link von YouTube, TikTok oder Instagram ein. Die App macht daraus eine interaktive Piano Roll mit fallenden Noten, keine Noten zum Lesen. Diese Funktionen gehen über die kostenlosen Möglichkeiten hinaus:

  • Jeder Song, jedes Genre. Du bist nicht auf einen Katalog angewiesen. Auch ganz neue Veröffentlichungen funktionieren.
  • Ein Klavierpart, auch wenn in der Aufnahme kein Klavier spielt. Bei Aufnahmen mit Soloklavier wird der Part so übernommen, wie er gespielt wurde. Aus Rock-, Pop- oder Gesangsaufnahmen erstellt die App einen Klavierpart, der wie das Original klingt.
  • Jedes Klavier. Die App folgt deinem Spiel über ein MIDI-Keyboard oder hört dir über das Mikrofon an einem akustischen Klavier oder Digitalpiano zu. Dafür brauchst du kein Kabel.
  • Rückmeldung in Echtzeit. Du siehst, welche Töne du getroffen und welche du verpasst hast. Ein YouTube-Tutorial kann das nicht.
  • Fingernummern. Aktiviere die Fingersatzanzeige, um in der Piano Roll zu sehen, mit welchem Finger du die jeweilige Note spielst.
  • Werkzeuge zum Üben. Übe mit einer Hand oder mit beiden, lass den Song langsamer laufen oder wiederhole einen Abschnitt. Im Wartemodus hält die Piano Roll an, bis du den richtigen Ton spielst.

Anything Piano stammt vom Team hinter Songscription, das schon über 1.000.000 Musiker:innen geholfen hat. Die App läuft derzeit auf iPhone und iPad. Für Android gibt es eine Warteliste. Wenn du stattdessen Noten ausdrucken möchtest, kannst du aus derselben Aufnahme mit der Klaviertranskription von Songscription Noten erstellen lassen. Beide Möglichkeiten beschreiben wir im Artikel zum Lernen von Klaviersongs mit YouTube.

Du möchtest ausprobieren, ob du beim Klavier bleibst

Nimm dafür eine Gratisversion statt einer zeitlich begrenzten Testphase. Du möchtest herausfinden, ob du dich zwei Wochen lang an den meisten Tagen ans Klavier setzt. Wenn du auf einem akustischen Klavier übst, wähle eine App, die über das Mikrofon zuhört. Synthesia braucht MIDI. Wie das Zuhören funktioniert, erklären wir im Artikel über Klavier-Apps, die dir beim Spielen zuhören. Bei einer Gratisversion übst du allerdings mit Songs, die du nicht selbst ausgesucht hast. Das macht es unnötig schwer, herauszufinden, ob du dranbleibst.

Du möchtest klassische Stücke lernen

Für klassische Musik findest du tatsächlich umfassendes kostenloses Material. IMSLP hat gemeinfreie Noten für den Großteil des gängigen Klavierrepertoires, von Bach und Clementi bis Chopin und Debussy. Dazu kommen ältere Ausgaben von Czerny und Hanon. Leih dir eine Klavierschule für den Einstieg aus der Bibliothek aus, und du hast kostenlos Material, mit dem du systematisch nach Noten spielen lernen kannst. Lerne dafür zuerst, wie du Noten liest.

Kostenloses Material außerhalb von Apps

Kostenloses Klaviermaterial findest du auch ohne App. Was dabei fehlt, ist Rückmeldung zu deinem Spiel. Am besten nutzt du es deshalb zusammen mit einer App, die dir zuhört.

  • YouTube-Tutorials. Videos mit fallenden Noten zu beliebten Songs und Unterrichtsreihen für den Einstieg. Mit Werbung kostenlos. Du bekommst keine Rückmeldung, und Tutorials gibt es nur zu Songs, die jemand dafür ausgewählt hat.
  • IMSLP. Die Petrucci Music Library hat gemeinfreie Noten für den Großteil der Musik, die vor dem frühen 20. Jahrhundert geschrieben wurde.
  • Deine öffentliche Bibliothek. Klavierschulen wie die Reihen von Alfred und Faber Piano Adventures sind dort häufig vorhanden.
  • Kostenlose Notenbibliotheken. Songscription hat eine Bibliothek mit interaktiven Noten, die du im Browser ansehen kannst. Mehr dazu steht im Artikel über unsere kostenlose Notenbibliothek.

Wie nutzt du eine kostenlose Testphase sinnvoll?

Beginne eine Testphase erst, wenn du an den meisten Tagen Zeit zum Üben hast. Überleg dir vorher, was du über die App herausfinden möchtest, und richte gleich am ersten Tag eine Erinnerung zur Kündigung ein.

Prüfe zuerst, ob du mit der App die drei Songs spielen kannst, die du wirklich lernen möchtest. Bei einer App mit festem Katalog lohnt sich dieser Blick vor allem anderen. Auch gut aufgebaute Lektionen helfen dir nicht bei Songs, die fehlen. Danach prüfst du, ob die App dein Klavier in deinem Übungsraum zuverlässig hört. Lass nicht zwei Testphasen gleichzeitig laufen. Teste eine App eine Woche lang und überleg dir eine konkrete Frage, die du klären möchtest.

Kannst du komplett kostenlos Klavier lernen?

Mit gemeinfreien Noten, ausgeliehenen Klavierschulen, YouTube-Lektionen und Gratisversionen von Apps kannst du kostenlos Noten lesen lernen und dir ein solides Repertoire für den Einstieg erarbeiten. Dafür musst du bei Rückmeldung und Auswahl Abstriche machen: Niemand hört deine Fehler, und du spielst die Stücke, die gerade kostenlos verfügbar sind, statt der Songs, die du dir wünschst.

Wenn du Geld ausgeben möchtest, gib es für das aus, womit du regelmäßig übst. Für die meisten ist das eine App, die mit ihren Lieblingssongs arbeitet. Dazu kommt gelegentlich eine Unterrichtsstunde bei jemandem, der deine Haltung und deine Handgelenke sehen kann. Unser Artikel darüber, ob du mit einer App Klavier lernen kannst, erklärt, was Apps gut vermitteln.

Häufige Fragen

Gibt es eine komplett kostenlose App zum Klavierlernen?

Nur sehr wenige Klavier-Apps sind mit allen Funktionen komplett kostenlos. Meist gibt es eine eingeschränkte Gratisversion oder eine Testphase, die in ein Abo übergeht. Apps mit einem festen Songkatalog verlangen für die meisten beliebten Songs Geld. Wenn du bestimmte Songs spielen möchtest, fang mit Anything Piano an. In der Gratisversion kannst du kostenlos Songs aus eigenen Aufnahmen umwandeln lassen. Kostenloses Übematerial findest du außerdem bei IMSLP und in YouTube-Tutorials.

Was unterscheidet eine Gratisversion von einer kostenlosen Testphase?

Eine Gratisversion kannst du dauerhaft ohne Bezahlung nutzen, allerdings mit Einschränkungen. In einer kostenlosen Testphase steht dir die ganze App für eine bestimmte Anzahl von Tagen offen. Meist geht sie danach in ein Abo über, wenn du nicht kündigst. Prüfe während der Testphase zuerst, ob du mit der App die Songs spielen kannst, die du lernen möchtest. Bei Anything Piano geht das mit jedem Song, weil du nicht auf einen Katalog angewiesen bist.

Kann ich auf YouTube kostenlos Klavier lernen?

Auf YouTube kannst du viel lernen. YouTube hört dir aber nicht beim Spielen zu und gibt dir deshalb keine Rückmeldung zu falschen Tönen. Außerdem gibt es nur Tutorials zu Songs, die jemand dafür ausgewählt hat. Mit Anything Piano kannst du auch Songs ohne passendes Tutorial üben und bekommst Rückmeldung zu deinem Spiel. Füge den YouTube-Link ein, und aus dem Song entsteht eine interaktive Piano Roll. Die App folgt deinem Spiel über ein MIDI-Keyboard oder das Mikrofon und zeigt dir, welche Töne du getroffen und welche du verpasst hast.

Wo finde ich kostenlose Klaviernoten?

IMSLP, die Petrucci Music Library, hat gemeinfreie Noten für einen Großteil des klassischen Klavierrepertoires. Für moderne Songs sind kostenlose Noten auf legalem Weg schwer zu finden, weil die Arrangements urheberrechtlich geschützt sind. Wenn du lieber direkt mitspielst, statt Noten zu lesen, macht Anything Piano aus der Aufnahme eine Piano Roll mit fallenden Noten. Damit kannst du üben und bekommst Rückmeldung zu deinem Spiel. Ein Transkriptionswerkzeug kann aus derselben Aufnahme Noten zum Ausdrucken erstellen.

Was du für den Einstieg wählen kannst

Eine dauerhaft kostenlose Version hilft beim Einstieg: Du kannst herausfinden, ob du regelmäßig übst, bevor du bezahlen musst. Eine kostenlose Testphase soll dich zum Kauf bewegen und geht an einem festgelegten Datum ins Abo über. Das ist in Ordnung, solange du das Datum kennst. Prüfe bei beiden Varianten, ob du damit die Songs üben kannst, die du wirklich liebst.

Für diese Songs werden die kostenlosen Möglichkeiten schnell knapp. Dabei setzen sich viele gerade deshalb ans Klavier: Auf dem Bildschirm steht der Song, den sie schon die ganze Woche summen. Wenn du mit einem Werkzeug anfangen möchtest, empfehlen wir eines, das mit jedem mitgebrachten Song arbeitet: Anything Piano gibt dir auf jedem Klavier Rückmeldung in Echtzeit.

Zur Person

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Songscription

Von Musiker:innen für Musiker:innen gemacht

Songscription macht aus jeder Aufnahme Noten, MIDI und Tabs. Dieser Beitrag kommt von den Musiker:innen und Entwickler:innen, die an den Tools arbeiten, die wir selbst gern gehabt hätten. Die Noten nehmen wir ernst, unsere Wortspiele noch ernster. Sollte eins davon schief klingen, entschuldigen wir uns schon mal im Voraus.

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