AnleitungMusiktranskriptionAndrew Carlins•8 Min. Lesezeit

So machst du aus einem Suno-Song Gitarrentabs

In einem Suno-Track steckt fertiges Audio, aber kein Gitarrenpart, den du nachspielen könntest. So holst du die Gitarre aus einem Suno-Song und machst lesbare Tabs daraus: Audio herunterladen, Gitarre per KI isolieren und als Guitar-Pro-Datei oder Tab-PDF exportieren.

So machst du aus einem Suno-Song Gitarrentabs

Teil unseres kompletten Suno-Guides für Musiker:innen.

Du hast in Suno einen Track erzeugt, darin steckt ein Gitarrenpart, den du liebst, und jetzt willst du ihn selbst spielen. Suno gibt dir aber nur die fertige Aufnahme. Den ausgeschriebenen Gitarrenpart gibt es nirgends in der Datei, nur seinen Klang, und deshalb auch keine Tabs zum Exportieren. Von diesem Audio zu spielbaren Tabs kommst du in ein paar kurzen Schritten, die du bei jedem Song wiederholen kannst: den Song als Audiodatei herunterladen, die Gitarre daraus transkribieren und als Guitar-Pro-Datei oder Tab-PDF exportieren.

Warum du aus Suno keine Tabs exportieren kannst

Suno ist ein generatives Audiomodell. Es erzeugt Klang, und zwar eine abgemischte Aufnahme eines kompletten Arrangements, aber keinen ausgeschriebenen Part für eines der Instrumente darin. Es gibt also nichts, was sich direkt als Tabs exportieren ließe, genauso wenig wie direkt als Noten. Für beides musst du das Audio transkribieren, also hinhören und die Töne aufschreiben. Für Noten beschreiben wir genau diese Situation in unserem Artikel Suno-Song in Noten umwandeln. Tabs sind dieselbe Idee in Gitarrenform, mit Bünden und Saiten statt Notenzeilen.

Schritt 1: Audio aus Suno holen

Lade deinen Song aus Suno als Audiodatei herunter. Kannst du mit deinem Suno-Abo getrennte Stems herunterladen, nimm den einzelnen Gitarren- oder Instrumental-Stem. Das ist der sauberste Ausgangspunkt, weil der Transkription dann weniger vom restlichen Mix im Weg steht. Hast du nur den kompletten Mix, geht das auch, denn im nächsten Schritt wird die Gitarre für dich isoliert. So oder so brauchst du die eigentliche Audiodatei und keinen Streaming-Link. Was du sonst noch mit einem fertigen Suno-Track anfangen kannst, zeigt unser Artikel Ich habe einen Song in Suno gemacht, und jetzt?

Schritt 2: Gitarre isolieren und transkribieren

Lade das Audio bei Songscription hoch und wähl Gitarre als Instrument. Das Modell trennt die Gitarre vom restlichen generierten Mix und transkribiert sie in Noten und Tabs. Stems musst du vorher nicht selbst trennen. Mit der Auswahl „Gitarre“ legst du fest, welcher Part aus dem Mix geholt wird. Nach ein, zwei Minuten hast du den Gitarrenpart auf dem Bildschirm und kannst ihn prüfen. Der Ablauf ist derselbe wie in unserem allgemeinen Artikel Audio in Gitarrentabs umwandeln, nur eben für einen generierten Track.

Schritt 3: Korrigieren und Tabs exportieren

Die Transkription ist ein Entwurf, also nimm dir vor dem Export eine Minute Zeit im Editor. Spiel sie ab und vergleich sie mit dem Original. Falsche Töne korrigierst du direkt, und wo die Tabs einen Ton an eine unbequeme Stelle legen, passt du die Griffweise an. Denselben Ton kannst du auf dem Hals meistens an mehr als einer Stelle greifen. Die Wiedergabe lässt sich auch langsamer machen, ohne dass sich die Tonhöhe ändert. Damit prüfst du einen schnellen Lick so langsam, dass du gut mitkommst.

Wenn alles stimmt, exportier die Tabs. Eine Guitar-Pro-Datei behält das komplette Tab-Layout und lässt sich in Guitar Pro und anderen Tab-Editoren öffnen. Ein Tab-PDF kannst du ausdrucken und sofort lesen. Normale Noten bekommst du ebenfalls, als PDF, als MusicXML für Notationsprogramme oder als MIDI, wenn du den Part in eine DAW ziehen willst. Welches Format sich wofür eignet, erklärt unsere Übersicht der Exportformate für Musik.

Was du von generierter Gitarre erwarten kannst

Gitarre gehört bei Songscription zu den Instrumenten, die noch in der Beta sind, und KI-generierte Gitarre kann schwieriger zu transkribieren sein als eine saubere Liveaufnahme. Generierte Parts sind manchmal harmonisch dicht oder ein bisschen verwaschen, und zwar auf eine Art, die beim Spielen von Hand nicht vorkommt. Ein Part mit geschlagenen Akkorden ist außerdem mehrstimmig, und das ist immer schwieriger als eine einzelne Linie, bei der du Ton für Ton anschlägst. Bei einem sauberen Fingerstyle-Pattern oder einer Leadlinie musst du deshalb weniger nacharbeiten als bei einer Wand aus verzerrten Powerchords. Den Versuch lohnt es trotzdem. Plan bei solchen Parts nur mehr Zeit im Editor ein. Warum die Qualität der Aufnahme das Ergebnis so stark bestimmt, erklären wir im Artikel zur Genauigkeit von Transkriptionen. Einen Überblick über weitere Tab-Tools gibt unser Vergleich der besten KI-Gitarrentab-Generatoren.

Häufige Fragen

Welche Gitarrenparts aus Suno lassen sich am besten transkribieren?

Am besten klappt eine klare, freiliegende Linie, also eine Leadlinie aus einzelnen Tönen oder ein gezupfter Part, bei dem immer nur ein Ton klingt. Am schwierigsten ist ein dichter, verzerrter Part mit geschlagenen Akkorden, weil dann mehrere Töne gleichzeitig klingen und der generierte Sound oft verwaschen ist. Unserer Erfahrung nach musst du umso weniger nacharbeiten, je klarer und freier die Gitarre im Suno-Mix steht. Nimm also am besten Songs, in denen die Gitarre deutlich heraussticht.

Warum exportiert Suno nicht einfach Tabs?

Weil Suno eine fertige Audioaufnahme erzeugt und keine Noten. In der Datei steckt kein ausgeschriebener Gitarrenpart, nur Klang. Für Tabs musst du das Audio also transkribieren, genau wie jede andere Aufnahme auch. Erst die Transkription macht aus dem Klang einer Gitarre Tabs mit Bünden und Saiten.

Sind die Tabs hundertprozentig genau?

Sieh sie als soliden Entwurf und nicht als fertige Tabs. Gitarre gehört bei Songscription zu den Instrumenten, die noch in der Beta sind, und KI-generierte Gitarrenparts können harmonisch dicht oder mehrdeutig sein. Deshalb lassen sie sich schwerer transkribieren als eine saubere Liveaufnahme. Außerdem legen sich Tabs auf eine Spielweise fest, auch wenn mehrere Fingersätze möglich wären. Rechne damit, im Editor ein paar Töne zu korrigieren und die Griffweise anzupassen, bevor du exportierst.

In welchen Dateiformaten kann ich die Tabs exportieren?

Songscription exportiert Guitar-Pro-Dateien mit allen Bünden und Saiten an ihrem Platz. Du kannst sie in Guitar Pro und anderen Tab-Editoren öffnen. Dazu kommt ein Tab-PDF, das du ausdrucken und direkt ablesen kannst. Normale Noten kannst du ebenfalls exportieren, als PDF, als MusicXML für Notationsprogramme oder als MIDI, wenn du den Part in eine DAW holen willst.

Wenn du einen Suno-Track mit einem Gitarrenpart hast, den du spielen willst, fang beim Gitarrentab-Generator von Songscription an. Lade das Audio hoch, wähl Gitarre aus, und aus dem generierten Part werden lesbare Tabs. Sind dir richtige Noten lieber als Tabs, erklärt unser Artikel Suno-Song in Noten umwandeln diesen Weg.

Zur Person

Andrew Carlins

Geschrieben von

Andrew Carlins

Mitgründer und CEO von Songscription

Andrew hat Songscription in Stanford zusammen mit ein paar anderen Musiker:innen gegründet. Sie hatten es satt, die Noten zu den Songs, die sie spielen wollten, nirgends zu finden. Er ist mit Klavier und Baritonsaxofon aufgewachsen und stand in Musicals auf der Bühne. Das ist zwar schon Jahre her, aus dem Takt ist er nach eigener Einschätzung aber noch lange nicht. Hier schreibt er darüber, wie ein Song von der Aufnahme aufs Papier kommt.

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