Auf YouTube gibt es keinen Button, der dir eine MIDI-Datei gibt. Die Plattform liefert Audio und Video, aber keine Notendaten, und deshalb kannst du dort auch nichts herunterladen, in dem die Noten stecken. Von einem YouTube-Video zu MIDI kommst du, indem du das Audio transkribierst. Ein Tool hört sich die Aufnahme an, ermittelt Tonhöhen und Timing und schreibt beides als MIDI heraus. Mehr steckt nicht dahinter, und wenn du das weißt, musst du dich nur noch für einen Weg entscheiden.
Es gibt zwei Wege. Beide setzen voraus, dass du das Audio verwenden darfst, weil es zum Beispiel dein eigener Upload ist, ein Track unter Creative-Commons-Lizenz, ein lizenzfreier Track oder eine Aufnahme, für die du eine Lizenz hast. Du kannst das Audio aus dem Video extrahieren und durch ein Audio-zu-MIDI-Tool schicken. Oder du fügst den Link direkt in einen YouTube-zu-MIDI-Konverter ein, der sich das Audio selbst holt, und sparst dir diesen Schritt ganz. Am Ende hast du in beiden Fällen eine MIDI-Datei, die du in Ableton, Logic, FL Studio, GarageBand oder jede andere DAW ziehen kannst.
Warum du MIDI nicht einfach von YouTube herunterladen kannst
Audio und MIDI sind keine zwei Fassungen derselben Sache. Ein YouTube-Video enthält Audio, also eine Aufnahme von Klang, die tausende Male pro Sekunde abgetastet wurde und genau festhält, wie gespielt wurde. MIDI ist überhaupt kein Klang. Es ist eine Liste von Notenanweisungen: welche Note gespielt wird, wann genau sie beginnt, wie lange sie dauert und wie stark sie angeschlagen wird. Eine MIDI-Datei macht von sich aus kein Geräusch. Erst ein Software- oder Hardware-Instrument spielt diese Anweisungen ab.
Genau dieser Unterschied macht MIDI so nützlich, und er ist auch der Grund, warum YouTube es dir nicht einfach geben kann. Weil MIDI Noten speichert und keine feste Aufnahme, kannst du hinterher das Instrument wechseln, eine Note verschieben, eine falsche Tonhöhe korrigieren oder das Ganze in eine andere Tonart legen. Mit einer fertigen Audioaufnahme geht nichts davon. In einem YouTube-Video stecken die Noten fest im Klang. Damit du bearbeitbares MIDI herausbekommst, muss sich also etwas diesen Klang anhören und die Noten herausfinden. Dieses Hinhören heißt Transkription, und sie führt vom Audio zum MIDI. Was bei der Umwandlung im Hintergrund passiert, erklärt unser Leitfaden zur Umwandlung von Audio in MIDI genauer.
Erst das Audio herunterladen, dann transkribieren
Der klassische Weg hat zwei Schritte. Zuerst holst du das Audio aus dem Video, danach wandelst du es in MIDI um. Wenn du das Audio verwenden darfst, speicherst du den Track als MP3 oder besser als WAV. Diese Datei lädst du in ein Audio-zu-MIDI-Tool, lässt die Noten erkennen und exportierst eine .mid-Datei. Allerdings schränken die Nutzungsbedingungen von YouTube das Herunterladen von Inhalten ein. Deshalb ist dieser Weg für Videos gedacht, die dir gehören oder die du mit Erlaubnis herunterladen darfst. Urheberrechtlich geschützte Aufnahmen, an denen du keine Rechte hast, gehören nicht dazu. Ansonsten läuft alles genauso wie bei jeder Datei, die schon auf deiner Festplatte liegt. Wie das im Detail geht, beschreibt unsere Anleitung, mit der du aus eigenen Aufnahmen MIDI machst.
Achte auf die Qualität und nimm das sauberste Audio, das du bekommen kannst. Eine Datei mit höherer Bitrate gibt dem Transkriptionstool mehr Material als eine Kopie in schlechter Qualität, und ein verlustfreies WAV schlägt ein stark komprimiertes MP3. Wenn du im Konverter ein einzelnes Instrument isolieren oder hochladen kannst, bringt das viel mehr als das Format. Sauberes Ausgangsmaterial schadet trotzdem nie. Der Nachteil dieses Wegs ist, dass er aus zwei Schritten mit zwei Tools besteht und du die Datei dazwischen hin- und herschiebst. Beim nächsten Weg ist beides in einem Schritt erledigt.
Den Link einfügen und den Download überspringen
Inzwischen nehmen mehrere Tools einen YouTube-Link direkt an. Du fügst die URL ein, das Tool holt sich das Audio selbst, transkribiert es und gibt dir das MIDI. Ein eigener Download und ein erneuter Upload fallen weg. Im Hintergrund läuft dieselbe Transkription, nur ist das Abrufen des Audios schon eingebaut. Wenn du von einem Video ausgehst und nicht von einer Datei auf deinem Rechner, bist du so schneller.
Für genau diese Aufgabe passt der YouTube-zu-MIDI-Konverter von Songscription gut. Du fügst einen YouTube-Link zu Audio ein, das du verwenden darfst, oder lädst eine Audiodatei hoch. Die KI erkennt die Noten und exportiert MIDI, das du direkt in deine DAW ziehen kannst. Aus derselben Transkription bekommst du außerdem MusicXML, druckbare Noten, Guitar-Pro-Tabs und eine interaktive Piano Roll, du bist also nicht auf ein Format festgelegt. Besonders praktisch ist hier, dass du das Ergebnis vor dem Export im Browser bearbeiten kannst. Du kannst eine falsche Note korrigieren, eine überflüssige löschen, in eine andere Tonart transponieren und sogar einen Klavierpart auf linke und rechte Hand aufteilen. So ist das MIDI, das du in dein Projekt mitnimmst, schon aufgeräumt. Das Ganze läuft komplett im Browser, ohne Installation. In der kostenlosen Version kannst du bis zu 30 Sekunden transkribieren. Das reicht, um eine Hook oder ein Riff auszuprobieren. Mit den bezahlten Versionen gehen ganze Songs. Wenn du die Datei schon hast, kannst du auch direkt beim MP3-zu-MIDI-Konverter einsteigen. Er erledigt dieselbe Aufgabe.
Zu den Rechten noch ein Wort, und zwar für beide Seiten. Beim Ausgangsmaterial schränken die Nutzungsbedingungen von YouTube das Herunterladen von Audio und Video ein. Dieser Ablauf ist also für Inhalte gedacht, die dir gehören, für die du eine Lizenz hast oder die du aus anderen Gründen verwenden darfst. Urheberrechtlich geschützte Videos zu rippen gehört nicht dazu. Beim Ergebnis ist der ganz normale Fall, dass du einen Song zum Lernen, zum Üben oder für ein privates Projekt transkribierst. Wer die Transkription eines fremden, urheberrechtlich geschützten Werks veröffentlicht oder verbreitet, braucht dafür in der Regel die Erlaubnis der Rechteinhaber:innen. Das sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung.
Wie genau ist das Ergebnis und wie wird es möglichst gut?
Die Genauigkeit hängt stark von der Quelle ab. Je sauberer die Aufnahme ist und je freier das Instrument darin steht, desto besser wird das Ergebnis. Ein Soloklavier, eine einzelne Gitarre oder eine klare Gesangslinie lassen sich gut umwandeln, oft so gut, dass du mit kleinen Nachbesserungen auskommst. Schwierig wird es bei einem dichten, fertig produzierten Mix, in dem viele Instrumente, geschichtete Vocals und kräftige Effekte gleichzeitig klingen. Das Tool muss dann Klänge auseinandernehmen, die übereinanderliegen, und das ist schwer.
Zwei Dinge machen den größten Unterschied. Erstens isolierst du am besten ein Instrument, statt den ganzen Mix in den Konverter zu werfen. Wenn du nur den Klavierpart willst, transkribier nur das Klavier. Songscription kann ein einzelnes Instrument aus einem kompletten Mix herauslösen und nur diesen Part transkribieren. Damit umgehst du das schwierigste Problem ganz. Zweitens ist Polyphonie, also mehrere gleichzeitig klingende Töne, schwieriger als eine einzelne Linie. Eine Basslinie oder eine Leadmelodie besteht meistens aus einem Ton nach dem anderen und lässt sich zuverlässiger transkribieren als ein dichter Klaviersatz aus Akkorden. Warum das so ist, erklärt unser Beitrag über monofone und polyfone Transkription.
Ganz gleich, welchen Weg du gewählt hast, plan eine Durchsicht ein. Eine automatische Transkription bringt dich schnell ein großes Stück voran, aber sie überhört ein paar Noten oder erfindet welche dazu, vor allem an vollen Stellen. Geh das Ergebnis deshalb durch, am besten in einer Piano Roll, wo falsche Noten sofort auffallen, und räum sie auf, bevor du weiterarbeitest. Eine Handvoll Noten in einer fast richtigen Transkription zu korrigieren geht viel schneller, als den Part von Grund auf von Hand einzugeben.
Vom MIDI in deine DAW oder in Noten
Wenn du die .mid-Datei hast, ist sie schnell in deiner DAW. In den meisten DAWs kannst du sie direkt auf eine Spur ziehen. In Ableton Live ziehst du sie auf eine MIDI-Spur oder importierst sie über den Menübefehl für MIDI-Dateien. In Logic Pro ziehst du sie hinein oder importierst sie über das Dateimenü, und Logic bietet dir an, das Tempo zu übernehmen. In GarageBand ziehst du sie hinein und lässt die Tempoinformationen mitimportieren. In FL Studio ziehst du sie auf einen Instrumentenkanal im Channel Rack oder importierst sie in der Piano Roll als MIDI-Datei. Eins gilt überall: Eine MIDI-Spur braucht ein geladenes Instrument, damit sie klingt. MIDI enthält nur die Noten. Du wählst also ein Klavier, einen Synth, Streicher oder was du sonst willst, und dieselben Noten spielen über jedes davon. Genau dafür ist MIDI da.
Eine Transkription taugt aber nicht nur für MIDI. Wenn du den Part eigentlich lesen oder ausdrucken willst, kannst du aus denselben Tönen auch Noten machen. Wie das geht, zeigt unser Leitfaden von MIDI zu Noten. Wenn du von Anfang an ausgedruckte Noten willst, bringen dich der Weg von YouTube zu Noten und unser Überblick über Tools, die aus YouTube Noten machen, direkt ans Ziel. Wofür sich welches Format eignet, also MIDI, MusicXML oder PDF, erklärt unsere nüchterne Gegenüberstellung der Exportformate für Musik. Weil Songscription aus einer einzigen Transkription MIDI, MusicXML, Noten und eine Piano Roll exportiert, nimmst du dir davon, was du brauchst, ohne die Arbeit noch einmal zu machen.
Häufige Fragen
Kann ich eine MIDI-Datei direkt aus YouTube exportieren?
Nein. YouTube liefert Audio und Video, aber keine Notendaten. Deshalb gibt es auch keine Einstellung und keinen Button, der dir eine MIDI-Datei ausgibt. Die Töne, die du hörst, stecken fest in der Aufnahme. Um MIDI zu bekommen, schickst du das Audio durch ein Tool für Audio-zu-MIDI-Transkription. Es hört sich die Aufnahme an und ermittelt Tonhöhen und Timing. Entweder extrahierst du Audio, das du verwenden darfst, und lädst es in einen Konverter, oder du fügst einen Link in ein Tool ein, das sich das Audio selbst holt.
Was ist der Unterschied zwischen Audio und MIDI?
Audio ist die Aufnahme von echtem Klang, etwa als MP3 oder WAV, und hält genau fest, wie gespielt wurde. MIDI enthält gar keinen Klang. Es ist eine Liste von Notenanweisungen: welche Note, wann sie beginnt, wie lange sie dauert und wie stark sie angeschlagen wird. Weil MIDI Noten speichert und keinen Klang, kannst du hinterher das Instrument wechseln, eine Note verschieben, eine falsche Tonhöhe korrigieren oder die Tonart ändern. Hörbar wird MIDI erst, wenn ein Software- oder Hardware-Instrument es abspielt.
Wie genau ist die Umwandlung von YouTube zu MIDI?
Das hängt von der Aufnahme ab. Eine saubere Solo-Quelle, etwa ein einzelnes Klavier, eine Gitarre oder eine Gesangslinie, lässt sich gut umwandeln. Schwierig wird es bei einem dichten Mix, in dem viele Instrumente gleichzeitig spielen, weil das Tool übereinanderliegende Klänge auseinandernehmen muss. Wenn du vor der Transkription ein Instrument isolierst, wird das Ergebnis deutlich sauberer, und eine einzelne Melodielinie lässt sich leichter transkribieren als dichte Polyphonie. Rechne damit, dass du das Ergebnis durchgehst und ein paar Noten von Hand korrigierst. Eine perfekte Datei ganz ohne Nacharbeit ist nicht die Regel.
Wie importiere ich eine MIDI-Datei in meine DAW?
In den meisten DAWs ziehst du die .mid-Datei einfach auf eine Spur oder nutzt den Import-Befehl. In Ableton Live ziehst du sie auf eine MIDI-Spur oder importierst sie über den Menübefehl für MIDI-Dateien. In Logic Pro ziehst du sie hinein oder importierst sie über das Dateimenü, und Logic bietet dir an, das Tempo zu übernehmen. In GarageBand ziehst du sie hinein und lässt die Tempoinformationen mitimportieren. In FL Studio ziehst du sie auf einen Instrumentenkanal oder importierst sie in der Piano Roll als MIDI-Datei. In jedem Fall braucht die MIDI-Spur ein geladenes Instrument, damit etwas zu hören ist, denn MIDI enthält nur die Noten.
