In einer MIDI-Datei stecken die Töne schon. Ein MIDI-zu-Noten-Konverter muss diese Daten also nur als lesbare Noten darstellen. Weil fast jedes Notenprogramm MIDI importieren kann, unterscheiden sich die Tools vor allem darin, wie sauber das Ergebnis ist, bevor du selbst Hand anlegen musst. Rohes MIDI bringt unquantisiertes Timing mit und überhaupt keine Entscheidungen zur Notation: keine enharmonische Schreibung, keine Stimmverteilung, keine Pausen. Das alles muss der Konverter ergänzen, und genau daran lässt er sich messen.
Unterm Strich ist Songscription die beste Wahl, wenn du aus einer MIDI-Datei oder einer Aufnahme saubere, gut lesbare Noten machen willst. Es setzt MIDI mit sinnvollen Voreinstellungen in Noten um und bringt dich als einziges Tool hier auch von einer Audioaufnahme bis zu bearbeitbaren Noten, ohne dass du das Programm wechseln musst. Dazu kommen ein eingebauter Editor im Browser und der Export als PDF, MIDI, MusicXML und Guitar Pro. Hast du schon sauberes MIDI und suchst nur ein kostenloses Desktop-Programm, ist MuseScore das beste kostenlose Notensatzprogramm. Dorico und Sibelius sind die großen Profiprogramme für komplexe Stücke, und Flat passt, wenn ihr gemeinsam im Browser arbeiten wollt.
Wir entwickeln Songscription selbst, bei diesem Vergleich sind wir also nicht neutral. Trotzdem haben wir jedes Tool so fair eingeschätzt, wie wir konnten, auch an den Stellen, wo ein anderes Tool besser passt. Beim Ausprobieren ziehst du ohnehin deine eigenen Schlüsse. Am meisten hilft dir dabei, wenn du weißt, wofür jedes Tool gedacht ist.
Warum MIDI nicht automatisch zu Noten wird
MIDI speichert Tonhöhe, Timing und Anschlagstärke, aber keine Notation. Deshalb lässt sich nichts einfach eins zu eins übertragen, beim Umwandeln fallen echte Entscheidungen an. Eine MIDI-Note hat eine exakte MIDI-Notennummer, einen Startzeitpunkt, eine Dauer und die Information, wie fest sie angeschlagen wurde. Mehr steckt nicht drin. Sie kennt keine Tonart, weiß nicht, zu welcher Stimme sie gehört, und sagt nichts darüber, ob sie im Violin- oder im Bassschlüssel steht. Um daraus Noten zu machen, muss ein Konverter das Timing auf Werte quantisieren, die sich notieren lassen, Notenwerte und Pausen erraten, die Töne auf Stimmen verteilen und für jede Tonhöhe die Schreibweise wählen. Das sind alles Ermessensentscheidungen, und kein Tool trifft sie jedes Mal alle richtig. Rechne danach also mit etwas Nacharbeit.
Ist dir davon etwas neu, dann lies unseren Artikel darüber, was MIDI ist. Dort steht, was das Format speichert und was nicht. Wie du Timing, Oktaven und verirrte Töne korrigierst, bis die umgewandelten Noten ordentlich aussehen, zeigen wir im Artikel MIDI nach dem Umwandeln aufräumen. Und im Vergleich MusicXML vs. MIDI geht es darum, warum ein Format, das für Notation gebaut ist, die Informationen zu Notenzeilen und Stimmen mitbringt, die reines MIDI weglässt.
Songscription
Insgesamt halten wir Songscription für den besten MIDI-zu-Noten-Konverter, weil es hier als einziges Tool mit einer MIDI-Datei und mit einer Aufnahme als Ausgangspunkt gut zurechtkommt und die ganze Arbeit an einem Ort erledigt. Es nimmt MIDI direkt an und liefert Noten mit sinnvollen Voreinstellungen für die Aufteilung auf die Hände, die Tonart und die Taktart. Im eingebauten Editor im Browser verteilst du Töne neu auf die Hände, korrigierst Oktavfehler und löschst verirrte Töne, bevor du exportierst. Von einem reinen Notenprogramm unterscheidet es sich dadurch, dass es auch den Schritt davor übernimmt: von Audio zu MIDI und weiter zu Noten, alles in einem Ablauf. Stammt dein MIDI aus einer Aufnahme oder fängst du gleich mit der Aufnahme an, bekommst du Audio-zu-MIDI und MIDI-zu-Noten zusammen und musst nicht zwei Tools hintereinanderschalten.
Aus einem einzigen Upload exportierst du PDF, MIDI, MusicXML und Guitar Pro. So können dieselben Noten aufs Notenpult, in eine DAW oder in ein Notenprogramm wandern. Ein spezialisiertes Profiprogramm für Notensatz wie Dorico oder Sibelius ist Songscription nicht, und gedruckte Noten scannt es auch nicht. Für den häufigsten Fall aber, also eine MIDI-Datei oder eine Aufnahme schnell in saubere, bearbeitbare Noten zu verwandeln, ist es die naheliegende Wahl. Unser Leitfaden MIDI in Noten umwandeln geht die Entscheidungen beim Umwandeln im Detail durch, und auf der Seite MIDI zu Noten kannst du selbst eine Datei umwandeln. Preismodell: ein kostenloser Tarif mit unbegrenzt vielen Transkriptionen von 30 Sekunden und kostenpflichtige Tarife für längere Dateien und alle Exportformate.
MuseScore
MuseScore ist das beste kostenlose Notensatzprogramm, wenn du schon sauberes MIDI hast und ein Desktop-Programm willst. Es ist kostenlos und Open Source und trotzdem keine abgespeckte Gratisversion. MIDI importiert es direkt, und der Notensatz ist richtig gut. Wenn du eine MIDI-Datei öffnest, zeigt MuseScore ein Fenster für den MIDI-Import. Dort stellst du den Quantisierungswert und weitere Optionen ein, bevor die Noten gesetzt werden, und bestimmst so tatsächlich mit, wie der Rhythmus gerundet wird.
Der Haken ist derselbe wie bei jedem Konverter. Bei unordentlichem MIDI, vor allem bei einer Datei, die live eingespielt wurde, passen die Voreinstellungen nicht immer. Einen Schritt von Audio zu MIDI gibt es auch nicht, du musst also schon MIDI mitbringen. Dass MuseScore trotzdem die kostenlose Empfehlung ist, liegt an den Bearbeitungswerkzeugen. Sie sind so umfangreich, dass du alles korrigieren kannst, was dir auffällt. Mit anderen kostenlosen Notenprogrammen vergleichen wir es in unserem Überblick über MuseScore-Alternativen. Preismodell: kostenlos.
Dorico und Sibelius
Dorico und Sibelius sind die großen Profiprogramme für Notensatz. Zu ihnen greifst du, wenn ein komplexes Stück druckreif herauskommen soll. Beide importieren quantisiertes MIDI sauber und geben dir genaue Kontrolle über Balken, Stimmverteilung, Abstände und alles andere, was professionellen Notensatz ausmacht. Diese Kontrolle hat ihren Preis, und für eine einmalige Aufgabe sind die Programme schlicht zu groß. Beide kosten Geld und werden je nach Produkt und Version als Abo oder als Kauflizenz verkauft. Für lesbare Noten zu einem einzelnen Song brauchst du ihren Funktionsumfang nicht. Dazu kommt, dass sie quantisiertes MIDI erwarten. Eine holprig eingespielte MIDI-Datei musst du also auch hier nacharbeiten.
Flat
Flat ist die richtige Wahl, wenn es dir vor allem um die Zusammenarbeit im Browser geht. Es läuft komplett im Browser, du musst nichts installieren. Flat importiert MIDI, und mehrere Personen können an denselben Noten arbeiten und sie per Link teilen. Das passt gut zum Unterricht, wenn Noten zwischen Lehrkraft und Schüler:innen hin- und hergehen. Preismodell: eine kostenlose Version und ein Abo für mehr Funktionen. Wie bei den anderen musst du bei einem holprigen MIDI-Import Rhythmus und Stimmverteilung nacharbeiten. Ein Editor im Browser ändert nichts am Grundproblem, dass rohes MIDI keine Entscheidungen zur Notation mitbringt.
So findest du das passende Tool
Für die häufigsten Anwendungsfälle fängst du mit Songscription an und greifst nur dann zu einem anderen Tool, wenn du genau das brauchst, worauf es spezialisiert ist.
- Für die meisten Fälle: Songscription. Ob du bei einer Aufnahme anfängst, ein Tool für den ganzen Weg willst oder einfach schnell saubere, bearbeitbare Noten brauchst, Songscription bringt Audio, MIDI und Noten in einem Ablauf zusammen. Den Editor hast du gleich dabei, und exportieren kannst du als PDF, MIDI, MusicXML und Guitar Pro.
- Du hast schon sauberes MIDI und willst ein kostenloses Desktop-Programm: MuseScore. Guter Notensatz, umfangreiche Bearbeitung, keine Kosten.
- Du brauchst druckreifen Notensatz für ein komplexes Stück: Dorico oder Sibelius, für die meiste Kontrolle und das ausgefeilteste Ergebnis, wenn sich die Kosten für dich lohnen.
- Zusammenarbeit im Browser gibt den Ausschlag: Flat, zum gemeinsamen Bearbeiten, ohne etwas zu installieren.
Wenn du eigentlich bei einer Aufnahme anfängst, zählt der Schritt davor genauso wie der Schritt zu den Noten. In unserem Vergleich der besten Audio-zu-MIDI-Konverter geht es darum, wie du saubere Tondaten aus dem Audio bekommst. Unser Leitfaden zu Audio-zu-MIDI erklärt, warum bei dieser Umwandlung überhaupt geraten werden muss, und im Artikel über Exportformate für Musik steht, welche Datei du wem gibst, sobald deine Noten fertig sind. Du kannst den Umweg auch ganz auslassen und direkt von Audio zu Noten gehen.
Häufige Fragen
Kann ich eine MIDI-Datei in Noten umwandeln?
Ja. In einer MIDI-Datei stecken die Töne schon, ein MIDI-zu-Noten-Konverter muss diese Daten also nur als lesbare Noten darstellen. Fast jedes Notenprogramm kann MIDI importieren. Die eigentliche Frage ist deshalb, wie sauber das Ergebnis ist, bevor du selbst nachbessern musst. Rohes MIDI bringt unquantisiertes Timing mit und keinerlei Entscheidungen zur Notation. Der Konverter muss den Rhythmus quantisieren, Notenwerte wählen, die Töne auf Stimmen verteilen und die Schreibweise festlegen. Wie gut ihm das gelingt, entscheidet, ob du ordentliche oder chaotische Noten bekommst.
Welcher MIDI-zu-Noten-Konverter ist der beste?
Insgesamt ist Songscription die beste Wahl. Es setzt MIDI mit sinnvollen Voreinstellungen in Noten um und ist hier das einzige Tool, das auch aus einer Audioaufnahme an einem Ort bearbeitbare Noten macht. Dazu kommen ein eingebauter Editor im Browser und der Export als PDF, MIDI, MusicXML und Guitar Pro. Wenn du schon sauberes MIDI hast und ein kostenloses Desktop-Programm suchst, ist MuseScore das beste kostenlose Notensatzprogramm. Willst du aus einer MIDI-Datei oder einer Aufnahme saubere, gut lesbare Noten machen, fang mit Songscription an.
Welcher kostenlose MIDI-zu-Noten-Konverter ist der beste?
MuseScore. Es ist kostenlos und Open Source, importiert MIDI direkt über ein eigenes Importfenster mit Einstellungen zur Quantisierung und liefert richtig guten Notensatz. Bei unordentlichem MIDI musst du das Ergebnis trotzdem nacharbeiten, aber die Bearbeitungswerkzeuge sind so umfangreich, dass du damit alles korrigieren kannst. Kosten oder ein Abo gibt es nicht.
Warum sieht mein MIDI als Noten so chaotisch aus?
Weil MIDI Tonhöhe, Timing und Anschlagstärke speichert, aber keine Notation. Wer live einspielt, trifft nie exakt die Zählzeit, deshalb passt das rohe Timing erst nach dem Quantisieren zu sauberen Notenwerten. Dazu enthält die Datei keine Tonart, keine Stimmverteilung und keine Zuordnung zu Notenzeilen, auf die der Konverter zurückgreifen könnte. All das muss der Konverter raten. Wenn du beim Import quantisierst und Taktart und Tonart korrigierst, verschwindet der größte Teil des Durcheinanders in der Regel schon.
Muss ich MIDI nach dem Umwandeln nacharbeiten?
Meistens ja, zumindest ein bisschen. Auch ein guter Konverter muss beim Rhythmus, bei der Stimmverteilung und bei der Schreibweise Entscheidungen treffen, und manche davon passen nicht dazu, wie du selbst notieren würdest. Rechne damit, dass du das Timing quantisierst, eine Oktave oder einen verirrten Ton korrigierst und bei Klaviermusik die Aufteilung auf die Hände anpasst. MIDI, das aus einem Notenprogramm exportiert wurde, braucht weniger Nacharbeit als MIDI von einer Live-Aufnahme, weil es Hinweise enthält, die der eingespielten Version fehlen.
Wenn du saubere, bearbeitbare Noten willst, ohne zwei Tools aneinanderzuhängen, probier Songscription mit einem Song aus.